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Zusmarshausen

31.01.2016

Azubis sollen sich bloß nicht unterkriegen lassen

Azubis lernen in eigener Akademie, wie man sich in einer Gruppe behauptet. Projekt in Zusmarshausen.

Erst vor wenigen Wochen wurde das Projekt aus der Taufe gehoben, jetzt legte die Azubi-Akademie Zusmarshausen des Bundes der Selbstständigen (BDS) den Grundstein ihrer Vortragsreihe. „Teambuilding“ stand im ersten Azubi-Unterricht auf dem Stundenplan und das Thema traf voll ins Schwarze. Nach getaner Arbeit gab’s Pizza zur Feier des Tages und emsig wurden Telefonnummern ausgetauscht.

Ein paar Stunden früher war die Stimmung noch spürbar frostiger. Ziemlich steif und unsicher saßen die Azubis in der Runde. Die meisten kannten sich nicht, weder aus der Schule, noch aus dem Wohnort. Eine Stresssituation, nicht nur für junge Menschen, weiß Akademie-Leiterin Ulla Schneider. Die Frage „Wie bildet man ein Team?“ hatten die Macher bewusst in den Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung gestellt. Es galt, erst einmal warm zu werden miteinander, schließlich soll der Unterricht ab jetzt im Vier-Wochen Rhythmus stattfinden.

Rolf Kropka von Relax Fitness und Wellness und Markus Hörmann von Hörmann Solartechnik referierten. Den praktischen Teil des Workshops übernahm Rita Hörmann. Teamfähigkeit gehöre zum A und O in Sachen Sozialkompetenz, sagt sie. Wer sich dynamisch in eine Gruppe einbringen kann und in der Lage ist, mit anderen zu kooperieren, hat es nicht nur im Berufsleben um einiges leichter. Bei der Azubi-Auswahl seien die sogenannten Softskills sogar noch wichtiger als das Einser-Zeugnis.

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Rita Hörmann ist sich sicher: „Teamfähigkeit zieht sich durch alle Branchen, egal ob Handwerk oder Büro.“ Und die Anforderungen an die Lehrlinge steigen ständig. „Viele müssen in mehreren Gruppen funktionieren, das ist gar nicht so einfach, da wird den jungen Leuten einiges abverlangt.“ An Selbstbewusstsein darf es dem Nachwuchs nicht mangeln. Außerdem muss er sich einschätzen können. Gut, wenn er weiß, welche Rolle er in einem Team spielt. Hörmann zieht gern den Vergleich mit einer Fußballmannschaft. „Gäbe es elf mal Lionel Messi auf dem Platz, würde das Team nicht gewinnen.“

Es könne nicht nur Stürmer geben. „Auszubildende müssen lernen, dass jeder Teil wichtig ist.“ Gleichzeitig spiele die Selbstreflexion und die Wirkung auf andere eine große Rolle. Das schwächste Glied bestimmt den Kurs. „Komme ich montags mit einer Schnute in die Firma, vergifte ich die ganze Atmosphäre und alle anderen sind schlecht gelaunt.“

Oft hätten gerade Kleinigkeiten eine große Wirkung. Michael Scherer ist Auszubildender zum Anlagenmechaniker und positiv überrascht. „Am Anfang des Workshops war ich skeptisch.“ Teambuilding? Ist das wirklich so wichtig?, habe er sich gefragt. Jetzt wolle er die ein oder andere Idee im Betrieb ausprobieren. Auch Banklehrling Christoph Grotz ist begeistert. Er wisse jetzt, wie man sich als einer unter vielen nicht unterkriegen lässt. „Auch wir Azubis dürfen uns was trauen, wenn es zum Beispiel um Verbesserungsvorschläge geht.“ Dass er im Workshop Lehrlinge aus allen Berufsgruppen trifft, findet der 16-Jährige super. „Man bekommt einen Einblick, wie das bei den anderen so läuft, das ist echt interessant.“

Zum Ende des Tages war auch bei Akademie-Leiterin Ulla Schneider die Anspannung verflogen. „Jeder kann hier etwas mitnehmen und die gelöste Stimmung zeigt doch, wie gut das funktioniert.“ Das nächste Mal geht es um Geld und den Umgang damit. Alltagsnahe Themen eben, sagt Schneider. Man wolle den jungen Menschen das Rüstzeug für ein erfolgreiches Berufsleben mitgeben, sagt sie. „Dazu gehören Kenntnisse und Fähigkeiten die ihnen nicht im Betrieb oder der Berufsschule vermittelt werden können.“

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