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Langweid

21.02.2019

Bahnhofstunnel: Langweid steigt aus

Sicherlich kein Luxus wäre die Erneuerung des Langweider Bahnhofstunnels, allerdings wäre sie erheblich teurer als geschätzt.

Weil die Kosten für das in diesem Sommer geplante Großprojekt explodieren, zieht der Gemeinderat die Notbremse. Jetzt hofft er für 2022 auf eine neue Chance.

Die Verwaltung und der Gemeinderat hat die Kostenbremse am Bahnhof Langweid gezogen. Die neue, barrierefreie Fußgängerunterführung kann nun doch nicht im Sommer 2019 realisiert werden. Nach dem Ende der Ausschreibung stand fest: Das Projekt würde doppelt so teuer wie geschätzt.

„Das ist „momentan nicht zu stemmen“, bedauert der Langweider Gemeinderat und VdK-Vorsitzende Manfred Stranzinger. „Wir wollen die Barrierefreiheit, aber nicht um jeden Preis.“

Kostensteigerung ist nicht zu verantworten

Der Planer schätzte die Kosten für die Unterführung und die beidseitigen Rampen auf 2,9 Millionen Euro. Das günstigste Angebot belief sich auf 5,6 Millionen Euro, so Bauamtsleiter Josef Stuhler. Achtzehn Firmen hatten die Ausschreibungsunterlagen angefordert, am Ende wurden nur zwei Angebote im Rathaus eingereicht. Der aktuelle Bauboom, aber auch die sehr bahnspezifische Problemstellung des Projekts seien der Grund dafür, vermutete Stuhler. Bei einem Haushaltsvolumen von 15 bis 17 Millionen Euro sei eine solche Kostensteigerung nicht zu verantworten, waren sich alle Fraktionen im Langweider Gemeinderat am Dienstag einig.

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Planungen sind weiterhin gültig

Das Vorhaben sei allerdings nur aufgeschoben, nicht aufgehoben, betonte Bürgermeister Jürgen Gilg. Die nächste Möglichkeit am Bahnhof zu bauen, ergebe sich nach Auskunft der Bahn wahrscheinlich in drei Jahren. 2022 soll der Bahnverkehr wieder kurze Zeit für eine Baumaßnahme an der Strecke Augsburg-Donauwörth gestoppt werden, dann hofft Langweid auf eine zweite Chance. „Wir haben die Hoffnung bei deutlich früherer Ausschreibung günstigere Angebote zu bekommen“, so der Bürgermeister. „Alle Planungen sind fertig und weiterhin gültig.“

Auch werde die Gemeinde die für den Unterführungsbau notwendigen Umbauten am Kanal- und Stromnetz wie geplant durchführen. Für das für den Sommer 2019 geplante Projekt (zeitgleich gibt es ähnliche in Gersthofen und Meitingen) war die endgültige Genehmigung erst im Dezember 2018 eingegangen. Das knappe Zeitfenster zwischen Ausschreibung und Umsetzung könnte auch ein Grund für die hohen Kosten gewesen sein, so die Vermutung im Rathaus.

Diese Arbeiten gehen wie geplant weiter

Weiter wie geplant geht es dagegen mit dem Neubau der Bahnbrücke an der Schmuttertalstraße. Gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Georg Winter, Vertretern der Bahn und des Bauunternehmens hatten Bürgermeister Jürgen Gilg und Bauamtsleiter Josef Stuhler den Beginn der Arbeiten am 15. Februar mit dem ersten Spatenstich angestoßen. Die Brücke aus dem Jahr 1906 wird nicht nur erneuert, sondern auf Wunsch und Kosten der Gemeinde auf zwei Fahrspuren verbreitert und mit einem von der Fahrbahn höhenmäßig getrennten Fuß- und Radweg sicherer gemacht. Übersichtlicher wird auch der Anschluss an die Flurstraße und damit die Verkehrssituation rund um den Bahnhof durch einen Kreisverkehr am Ortsausgang. Bürgermeister Jürgen Gilg dankte dem Landtagsabgeordneten Georg Winter für seine Unterstützung des Projekts.

Die Bahnbrücke wird bei Vollsperrung der Gleise vom 19. bis zum 24. Juni 2019 in den Bahndamm eingeschoben. Anschließend können die Straßenbauarbeiten der Gemeinde beginnen. Voraussichtlich ab März 2020 wird der Verkehr zwischen Langweid und Achsheim wieder ungehindert fließen können.

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