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Horgau

19.09.2019

Bauarbeiten in Horgau verzögern sich: Anwohner sind sauer

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Der Getränkemarkt von Anita Hölseder hat wegen der Bauarbeiten zur Erneuerung der Hauptstraße mit sinkendem Absatz zu kämpfen.
Bild: Marcus Merk

Seit Monaten wird die Hauptstraße in Horgau saniert. Nun wird klar: Die Arbeiten dauern länger als geplant. Eine Nachricht, die teils auf Unverständnis trifft. 

Anita Hölseder hat es satt. Seit Monaten bleibe die Kundschaft in ihrem kleinen Getränkemarkt an der Horgauer Hauptstraße aus. Der Grund: „Wegen der Baustelle kommt man hier nicht her“, sagt die 73-Jährige. Sie schmeißt das kleine Geschäft in Horgau seit rund 20 Jahren. Seit Baustellenbeginn laufe das Geschäft nicht mehr. Man könne dort nicht mehr parken, außerdem sei der Weg mit vielen Schlaglöchern ein echtes Hindernis. „Hier ist höchstens noch halb so viel los“, sagt die 73-Jährige. Mehrfach habe sie sich darüber beschwert. Nun wird klar: Die Baustelle wird länger dauern als geplant.

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Auch andere Anwohner berichten von großen Problemen durch die andauernde Baustelle. Seit Monaten schon liegt die Straße mit vielen Schlaglöchern offen. Vorbeifahrende Autos wirbeln Staub auf. So viel, dass man kaum lüften könne, sagen Anwohner. Wenn es besonders trocken sei, verteile die Gemeinde zwar Wasser auf der staubigen Straße. Das helfe aber immer nur kurzzeitig. Die staubbedeckten Autos entlang der Straße machen den Frust der Anwohner deutlich. Doch es gibt auch Anlieger, welche die Baustelle gelassen sehen. Man könne ohnehin nichts ändern, heißt es. Sich nun über die andauernde Baustelle aufzuregen nutze nichts. Eines aber eint wohl alle Anlieger: Sie wünschen sich ein schnelles Ende der seit Monaten andauernden Bauarbeiten in der Horgauer Ortsmitte.

Dorferneuerung in Horgau ist ein Millionenprojekt

Im Rahmen des Projektes „Dorferneuerung“ des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) soll Horgau und später auch Horgauergreuth für rund 3,71 Millionen Euro einen neuen und schöneren Ortskern bekommen. 2011 war der Startschuss, und die Teilnehmergemeinschaft „Dorferneuerung“ und der Gemeinderat beschäftigten sich mit zahlreichen Maßnahmen und Ideen (wir berichteten). Im „Bauabschnitt 1“, von der Schlossstraße bis zur Schule, wird die Straße erneuert, Breitbandkabel verlegt und ein Grünstreifen angelegt. Im Anschluss folgt der zweite Bauabschnitt, von der Schule bis zum Hotel an der Staatsstraße. „Wir stellen für das Projekt knapp 1,4 Millionen Euro an staatlichen Fördermitteln über das Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben zur Verfügung“, so Andreas Pardun, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Dorferneuerung Horgau.

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Neben der künftig barrierefreien Straße soll auch der zentrale Martinsplatz als Treffpunkt der Dorfgemeinschaft neu gestaltet, ausgebaut und frei von parkenden Autos gehalten werden. Sitzmöglichkeiten, Grünflächen und dauerhaft markierte Bodenspiele sollen dort die Aufenthaltsqualität erhöhen. Ebenso soll der Bereich bei der ortsbildprägenden Eiche gegenüber dem Hotel Platzer aufgewertet werden. Der dortige Pflasterbelag soll erneuert und die vorhandene Sitzbank unter der Eiche durch ein großzügiges Sitzpodest ersetzt werden.

Eigentlich sollte die Straße schon asphaltiert sein

Der Großteil der Maßnahmen hätte in diesem Jahr beendet sein sollen. Doch der Terminplan für die Dorferneuerung ist ins Stocken geraten. Darüber informierte Bürgermeister Thomas Hafner in der vergangenen Gemeinderatssitzung.

Grund dafür sei, dass es im „Bauabschnitt 1“ beim Breitbandausbau und der Erdverkabelung für die Stromanschlüsse der Straßenbeleuchtung Verzögerungen gegeben habe. Die beiden ausführenden Baufirmen haben „nicht gut kooperiert“, so Hafner. Deshalb könne die Straße nicht vollständig geschlossen werden und die obere Asphaltschicht erst nach fertiger Verkabelung verlegt werden. Nun werde in der Gemeinde alles getan, um die Bauarbeiten in diesem Jahr doch noch, soweit es geht, voranzubringen. So soll im ersten Bauabschnitt bis Mitte Oktober schon einmal die untere Asphaltschicht aufgetragen werden, bis sie dann gemeinsam mit dem zweiten Bauabschnitt abschließend asphaltiert werden kann. Dies wird aller Voraussicht nach jedoch erst im kommenden Jahr so weit sein.

Der Horgauer Martinsplatz soll neue Sitzmöglichkeiten und Grünflächen bekommen. Noch wird hier gebaut. 
Bild: Michael Kalb

Auch bei der Erneuerung des Schulhofes seien zusätzliche Arbeiten, wie die Verfüllung des Kellerabgangs und das Entfernen der ehemaligen Klärgrube, nötig gewesen. Die Schulkinder sollen dann ab Mitte Oktober dort wieder spielen können. Von den Kosten bleibe die Dorferneuerung zuzüglich dieser Zusatzarbeiten im Rahmen, erklärte Hafner. Und bei den Spartenarbeiten im „Bauabschnitt 2“ sei auch nur eine Firma am Werk.

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