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Kutzenhausen

06.09.2019

Baumfällung im Freibad bringt Badegäste auf die Palme

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Etliche Jahrzehnte diente der Tulpenbaum im Freibad Kutzenhausen den Gästen für Schatten und schöne Stunden unter dem Blattwerk. Nun wurde er gefällt, was zu heftigen Protesten der Bürger führte.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Die Entfernung des Tulpenbaums in Kutzenhausen sorgt für Unmut. Bei der  geplanten Verwendung des Holzes spielen auch Emotionen eine große Rolle.

Rund 50 Jahre lang sorgte der Tulpenbaum im Freibad in Kutzenhausen für Schatten, Schönheit und schöne Stunden unter dem dichten Blattwerk. Nun musste er dem dortigen Neubau weichen. Sehr zum Leidwesen etlicher treuer Badegäste. Sie reagierten bei Bekanntwerden der Baumfällung mit Wut und Unverständnis.

Die geplante Entfernung des Tulpenbaums hatte sich im Freibad und im Ort schnell herum gesprochen. Eine verärgerte Bürgerin informierte Gemeinderat Franz Bossek (Bündnis 90/Die Grünen) über den Unmut in der Bevölkerung und die Absicht, gegen die Fällung mit einer Unterschriftenliste vorzugehen.

Baum steht unter keinem besonderen Schutz

Die Stimmung bei den Badegästen sei emotional sehr aufgeheizt gewesen, meinte Bossek. Grund für ihn, zu recherchieren und zu deeskalieren. „Ich brachte in Erfahrung, dass der Baum als Exot nicht unter einem besonderen Schutz stehe“, so der Gemeinderat gegenüber unserer Zeitung. Darüber hinaus sei eine Ausgleichsfläche ausgewiesen. Weiter sei über die Baumfällung die Untere Naturschutzbehörde informiert. Zudem werde es eine Ersatzpflanzung geben.

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Hier setzte dann auch die Kritik des Gemeinderats ein. „Der Unmut der Bürger hätte nicht sein müssen“, meinte er. Mit einer soliden Informationspolitik der Verantwortlichen hätte man Ärger bereits im Vorfeld entgegenwirken und für die Baumentfernung eine gewisse Akzeptanz in der Öffentlichkeit herstellen können.

Auch Bienen und andere Insekten liebten den Baum

Bei einer Visite im Freibad einen Tag vor der Baumfällung erfuhr Bossek von Architekt Roland Rieger und Badbeauftragten Anton Schmid, dass der Baum zu Brennholz verarbeitet werde. „Unter anderem wurde mir dort mitgeteilt, dass der Baum technisch im Weg stehe.“ Im Nachhinein fragte sich der Gemeinderat aber auch, ob der Baum tatsächlich zwingend gefällt hätte werden müssen. Immerhin handelte es sich um einen Baum, den Bienen und andere Insekten liebten.

Bossek schlug vor, dass man sich wenigstens über die Verwendung des Holzes Gedanken machen solle. „Es ist wertvoll, nicht nur emotional“, betonte er. Das könne man nicht einfach so verbrennen. Er regte an, die Stämme erst einmal einzulagern. Vielleicht könne es als Klettergerät im neuen Bad dienen.

Besonders für Familien attraktiv

Zweiter Bürgermeister Rupert Kugelbrey versuchte, den Ball flach zu halten: „Den Gemeindevertretern ist bewusst, dass die weitläufige Liegefläche mit dem vielen stattlichen, schattenspendenden Bäumen den Charakter des Freibads entscheidend prägt, und es dadurch besonders für Familien attraktiv ist.“

Auch ging er auf die Notwendigkeit der Fällung ein: „Der betreffende Baum stand unmittelbar neben dem sanierungsbedürftigen Kinderplanschbecken.“ Durch die vorgesehene Vergrößerung dieses Beckens, die Verlegung der Versorgungsleitungen und durch Beeinträchtigungen durch die Bautätigkeit sei leider ein Erhalt des Baumes nicht möglich gewesen.

Pläne wurden in den öffentlichen Sitzungen vorgestellt

Zugleich widersprach er der fehlenden Informationspolitik. „Die Pläne wurden regelmäßig in den öffentlichen Gemeinderatssitzungen vorgestellt und beraten, so beispielsweise zuletzt in der Juli-Sitzung, in der ausdrücklich auf die Notwendigkeit der Entfernung des Baums hingewiesen wurde.“ Darüber hinaus seien auch Pläne im Freibad zur Einsicht gewesen.

Zumindest soll der Vorschlag Franz Bosseks aufgegriffen werden. „Um der besonderen Bedeutung des Baums für viele Freibadbesucher Rechnung zu tragen, ist beabsichtigt, das Holz für Einrichtungen im künftigen Freibad zu verwenden“, so Kugelbrey.

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13.09.2019

In der Gemeinde Kutzenhausen ist es nicht einfach was neues zu bauen denn sofort bekommt die Gemeinde von einigen Bürgern Steine in den Weg gestellt,siehe der Umbau des Freibad. Das bei einer Neugestaltung vom Freibad Kutzenhausen einige Bäume gefällt werden müssen sehen einige Bürger nicht ein.Um ihren Unmut zu unterstreichen was die fällung einiger Bäume anbelangt bringen sie dann die Bienen ins Spiel. Die gleichen Herrschaften regen sich dann auf wenn ihre Kinder von Bienen gestochen werden am Kinderplanschbecken, Viele Gemeinden haben gar keine Intressen mehr was neues zu bauen,denn die Bürger machen es denn Bürgermeister oder Bürgermeisterinen schwer,etwas neues zu erichten mit ihren Einsprüchen. In der Gemeinde Kutzenhausen tut sich jeder Bürgermeister oder Bürgermeisterin sich schwer,etwas für die Gemeinde vorwärts zu bringen,siehe auch der Bau eines neuen Feuerwehrhaus, In der Gemeinde Fischach da liegt der Sachverhalt ganz anderst,da bekommt der Bürgermeister Peter Ziegelmeier auch die Unterstützung auch von der Bevölkerung,siehe die Neugestaltung des Marktplatz. Wenn man in der Gemeinde Kutzenhausen was plant dann kann es Jahrelang dauern Dank den Einsprüchenvon der Bevölkerung ,dann,hat der Bürgermeister von Fischach schon seine Pläne in die Tat umgesetzt.



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