Newsticker
Bundes-Notbremse: Ausgangsbeschränkungen fallen weniger streng aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Beim Wettstreit im Meitinger Kino geht es spannend zu

Meitingen

15.11.2019

Beim Wettstreit im Meitinger Kino geht es spannend zu

Eine besondere Premiere gab es im Meitinger Kino. Dort fand der erste Cine-Open-Slam statt. Dabei kämpften die Poetry-Slamer Anna Teufel und Max Osswald sowie die musikalischen Duos Pluspunkt und Tina Schüssler & Aaron Hoffmann um die Gunst des Publikums. Am Ende machte Max Osswald (rechts) das Rennen.
2 Bilder
Eine besondere Premiere gab es im Meitinger Kino. Dort fand der erste Cine-Open-Slam statt. Dabei kämpften die Poetry-Slamer Anna Teufel und Max Osswald sowie die musikalischen Duos Pluspunkt und Tina Schüssler & Aaron Hoffmann um die Gunst des Publikums. Am Ende machte Max Osswald (rechts) das Rennen.
Foto: Marcus Merk

Beim ersten Cine-Open-Slam im Meitinger Cineplex siegt die Poesie über die Musik. Das Publikum ist dabei die Jury und entscheidet, wer das Rennen macht.

Wohnzimmer-Flair im Cineplex Meitingen. In Kinosaal eins ist an diesem Abend kein Film zu sehen. Stattdessen: Gemütliche Sofaecken, die vor der Leinwand aufgebaut wurden. Kein typischer Kinoabend, und trotzdem knabbert das Publikum in den vollen Reihen fleißig Popcorn. Neben den Sofas: Mikrofon, Gitarren und ein Schlagzeug. Die Rede ist vom ersten „Cine-Open-Slam“ weltweit – und das im Augsburger Land.

Das verspricht jedenfalls Comedian und Moderator Johann Theisen, der durch den Wettbewerb führt. Die Teilnehmer: die Poetry- Slamer Anna Teufel und Max Osswald sowie die musikalischen Duos Pluspunkt und Tina Schüssler & Aaron Hoffmann. Das Prinzip: In der Vorrunde haben alle Künstler zehn Minuten lang Zeit, die Gäste von der eigenen Leistung zu überzeugen. Danach entscheidet das Publikum. Auf einem Stimmzettel setzt jeder Zuschauer ein Kreuz für seinen Favoriten.

Anna Teufel hält ein Plädoyer für das "Sich-selbst-geil-Finden"

So stehen Anna Teufel und Max Osswald jeweils als Poetry-Slamer auf der Bühne: Sie tragen selbst geschriebene Texte vor, selbst inszenierend mal mit lauter, mal mit leiser Stimme. Mal schneller gesprochen, mal langsamer; mal Hochdeutsch, mal Schwäbisch. Dabei hält Anna Teufel selbstbewusst und sympathisch ein Plädoyer für das „Sich-selbst-geil-Finden“ an guten Tagen – dann, wenn man sich selbst im Schaufenster spiegelt und findet: „Was für ein schönes Schaufenster, solange ich davorstehe.“

Viel Humor steckt auch in den Texten von Max Osswald, der ein „Drehbuch für die Realität“ geschrieben hat über einen chaotischen Museumsausflug mit der Handball-Mannschaft. Auch einen „Businessplan“ zum Reichwerden hat der Münchner bereits geschmiedet. Dabei enden seine teils ironischen, teils zynischen Texte mit ernst gemeinten Botschaften: „Geld ist nur Geld, und was bringt uns das alles, wenn unsere Welt nicht mehr da ist?“

Außerhalb des Wettbewerbs tritt die Poetry-Slamerin Ezgi Zengin auf mit einem Text, der ihrer Heimatstadt gewidmet ist: „Augschburg – du bist einzigartig.“ Zwischenzeitlich sorgt Moderator Johann Theisen immer wieder für Lacher, er rappt und gibt Einblicke in sein Solo-Programm als Comedian.

Zum Spiel mit der Sprache gesellt sich musikalische Konkurrenz. Das Paar Diana Sonntag und Florian Hofmann treten unter dem Duo-Namen Pluspunkt auf. Von der Akustikgitarre begleitet geben sie ein Medley zum Besten. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschnitt sämtlicher Lieder, mit welchen das Paar in Kneipen, auf Hochzeiten oder Geburtstagen unterwegs ist. Ihr Repertoire reicht von Journey’s „Don’t Stop Believin’“ bis hin zu Ed Sheerans „Shape of You“. Im Anschluss daran setzten Tina Schüssler & Aaron Hoffmann auf rockige Klänge an E-Gitarre und Schlagzeug. Normalerweise sind die beiden mit sechsköpfiger Band unterwegs. Im Meitinger Kino „rocken wir nur zu zweit“, wie Tina Schüssler noch vor der Veranstaltung verrät. Gerne habe man die Herausforderung „Cine-Open- Slam“ angenommen. Trotz Erkältung und angeschlagener Stimme gibt die dreifache Kickbox-Weltmeisterin alles, singt und spielt parallel dazu Schlagzeug.

Nach der Vorrunde stehen die Finalteilnehmer fest. Es sind Max Osswald und Tina Schüssler & Aaron Hoffmann. Erneut haben die Konkurrenten Zeit für eine kleine Darbietung.

Wieder entscheidet das Publikum. Am Ende ist es Poetry- Slamer Max Osswald, der das Rennen macht. „Ich fühle mich geehrt“, so der Münchner stolz und bedankt sich bei einem lebhaften Publikum.

"Endlich ein Poetry-Slam in der Region"

Über den Gewinner freuen sich auch die Freundinnen Rebecca Pfisterer aus Baar und Julia Schemberg aus Meitingen, die im Kino einen lustigen Abend verbracht haben. Rebecca Pfisterer zeigt sich begeistert: „Endlich Poetry-Slam in der eigenen Region.“ Das Vortragen selbst verfasster Texte „mit eigenem Touch“ mache eben etwas her. Gerade auch die Kino-Atmosphäre habe gut zu dieser Veranstaltung gepasst.

Alles in allem sei es eine schwierige Entscheidung zwischen „Musik und Sprache“ gewesen – so vereinzelte Stimmen aus dem Publikum.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren