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Bonstetten

15.04.2015

Bewährung für Sattel-Dieb

Auf mehrere Sättel in einem Reitsstall hatte es ein 22-Jähriger abgesehen.
Bild: Archiv

Ob es ein Einbruch war, ließ sich am Ende nicht mehr klären: Ein 22-Jähriger wurde am Dienstag  am Amtsgericht zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe  verurteilt. Ein dubioser Hinweis klärte den Fall auf.

Der Mann hatte vor zwei Jahren fünf teure Sättel und Reitzubehör mit einem zeitwert von rund 7000 Euro aus einem Stall in Bonstetten gestohlen.

Den Diebstahl räumte der Mann ohne Umschweife ein. Er widersprach jedoch der Behauptung, dass er das Stalltor mutwillig mit einem Stock aufgebrochen hatte. Das sei technisch gar nicht möglich.

Nach seiner Schilderung hatte er vor zwei Jahren eine Freundin im nordwestlichen Landkreis besuchen wollen. Auf der Fahrt dorthin sei er auf die Idee gekommen, nachts gegen 22.30 Uhr am Hof in Bonstetten anzuhalten und ins Reiterstüble zu gehen, um Bekannte zu treffen. Schließlich hatte er nach eigenen Angaben als Bereiter auf dem Hof gearbeitet. Doch im Reiterstüble war niemand. Das Tor sei offen gestanden – genauso wie die Sattelkammer. Dann griff er zu. Und machte sich wieder auf den Heimweg. Warum er gestohlen hatte, konnte er nicht sagen. „Das war ein Riesenmist“, sagte er. Wenig später habe er sich einem Freund anvertraut. Der wollte die Sättel haben und dann verkaufen. Der Angeklagte sei aber nicht darauf eingegangen. Trotzdem wollte der vermeintliche Freund ein Geschäft machen – nämlich mit dem Stallbesitzer.

Der berichtete vor Gericht, dass er kurze Zeit nach dem Diebstahl einen anonymen Anruf erhalten habe. Der Mann am anderen Ende der Leitung gab an, den Dieb zu kennen. Den Namen wolle er preisgeben. Doch genau das habe seinen Preis. Der Stallbesitzer überwies wie gefordert 2000 Euro und erhielt dafür einen Zettel, auf dem der Name stand. Vor der Tür stand dann die Polizei.

Ob das Tor aufgebrochen oder aus der Führung gehebelt wurde, sorgte während der Verhandlung für eine längere Diskussion. Der Stallbesitzer war sich sicher, dass es ursprünglich geschlossen war. Richterin Martina Triebel zweifelte, ob es der Angeklagte war: „Man kann davon ausgehen, dass das Tor aufgehebelt wurde“, sagte sie. „Die Frage ist nur: Von wem?“ Im Urteil hielt sie sich an das vom Staatsanwalt geforderte Strafmaß: sechs Monate Freiheitsstrafe wegen des relativ hohen Diebstahlschadens. Die Strafe für den bislang unbescholtenen Mann wird zur Bewährung auf drei Jahre ausgesetzt.

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