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Ortsgeschichte

19.11.2012

Bewusstsein für Vergangenes stärken und wachhalten

Philomena Strehler hat ein zweites Buch über Anhausen verfasst.
Bild: mon

Philomena Strehler stellt ihr neues Buch „Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Anhausen“ vor

Diedorf-Anhausen Alte Fotos und Schriften haben Philomena Strehler seit jeher interessiert und bewegt und haben sie neugierig gemacht auf die Geschichten, die sich dahinter verbergen. Über die Nachforschungen in der eigenen Familie kam sie schließlich an Schriftstücke und Fotos, die das Dorf Anhausen betreffen. Und so wurde aus der Vielzahl der Unterlagen ein ganzes Buch, das Philomena Strehler nun unter dem Titel „Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Anhausen“ herausgebracht hat.

An ein zweites Buch – schon 2005 hat sie „Beiträge zur Geschichte der Pfarrei St. Adelgundis Anhausen“ veröffentlicht – hat Philomena Strehler eigentlich nie gedacht. Doch irgendwann war klar, dass sie die Fülle ihrer interessanten Mosaiksteinchen, die sie im Laufe der Zeit zusammengetragen hatte, nicht in einer Schublade landen sollten. Und so ist das neue Buch ein Streifzug durch die jüngere Geschichte Anhausens geworden, in dem alte Heiligenrechnungen und Dokumente, Gemeinderechnungen, Schriften und Fotos zusammengestellt wurden.

Erinnerungen von Zeitzeugen

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Natürlich hat Philomena Strehler, die 1940 in Anhausen geboren wurde und mit fünf Brüdern und fünf Schwestern aufgewachsen ist, auch Zeitzeugen in Anhausen befragt und deren Erinnerungen in die jeweiligen Kapitel eingefügt. „Erst nach dem Tod der eigenen Eltern habe ich gemerkt, dass ich viel zu wenig nachgefragt habe“, stellt die Autorin im Rückblick fest.

Wer von den jungen Leuten weiß heute noch, wie es war, mit Lebensmittel- und Textilkarten im Zweiten Weltkrieg auszukommen oder dass Anhausen vor dem Zweiten Weltkrieg 375 Einwohner hatte, 1946 aber der damalige Bürgermeister Alois Erlinger dann viele Heimatvertriebene und ausgebombte Augsburger in Anhausen einquartieren musste und 1950 bereits 675 Menschen im Dorf wohnten?

Nicht nur für die alteingesessenen Anhauser Bürger sind die einzelnen Kapitel über die Kirche, die Pfarrei und die jeweiligen Pfarrherrn, die Schule mit den Lehrern und das Schulleben im 20. Jahrhundert oder die ehemals selbstständige Gemeinde Anhausen mit ihren Bürgermeistern, Vereinen, Wappen und Hausnamen interessant; auch neue Bürger dürften viel Wissenswertes über ihren Wohnort erfahren. Philomena Strehler hat auch der Landwirtschaft, die in Anhausen heute noch eine Rolle spielt, ein Kapitel gewidmet. Und auch das Brauchtum im Jahresablauf und in der Familie und längst ausgestorbene Berufe wie Bader, Käser und Kesselflicker werden geschildert.

Philomena Strehler, die mehr als 20 Jahre als Schneidermeisterin und Ausbilderin beim Berufsbildungswerk tätig war, hat Nadel und Faden gegen Computer und Maus getauscht. In mühevoller Kleinarbeit hat sie sich durch die alten Schriften, die manchmal sehr schwer zu entziffern waren, gearbeitet, hat Übersetzungen gefertigt und vor Ort Recherche betrieben. Sie war in Archiven, hat andere Geschichtswerke durchgearbeitet und mit Zeitzeugen gesprochen. Als Gründungsmitglied des 1993 aus der Taufe gehobenen Heimatgeschichtlichen Verein Diedorf hat sie zwar sehr viel Erfahrung und Hintergrundwissen; „aber es war doch eine enorme Fleißarbeit, die mir aber sehr viel Freude gemacht hat“, fasst Philomena Strehler ihre Arbeit für das neue Buch zusammen. (mon)

Werk Das Buch „Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Anhausen“ von Philomena Strehler kostet 29,50 Euro und ist bei der Autorin unter der Telefonnummer 08238/2556 zu bestellen.

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