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Biberbach

09.02.2020

Biberbach knabbert an seinen Pflichtaufgaben

Drei Kandidaten bewerben sich in der Marktgemeinde Biberbach (hier ein Luftbild des Ortsteils Markt) um das Bürgermeisteramt. Der amtierende Rathauschef Wolfgang Jarasch (FW) wird von Johanna Quis (Unabhängige Frauenliste Biberbach) und Michael Wörle (Bibertalliste) herausgefordert.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Die Politiker müssen in Biberbach einen Spagat zwischen knappen Kassen und Wünschen machen. Der Hochwasserschutz bleibt weiterhin ein Thema.

Die Marktgemeinde startet mit drei Kandidaten für den Chefposten im Rathaus in den Wahlkampf. Neben dem seit 2008 amtierenden Wolfgang Jarasch (FW) haben sich Johanna Quis von der Unabhängigen Frauenliste Biberbach (UFB) und Martin Wörle von der Bibertalliste (BTL) in Position gebracht. Sechs Gruppierungen bewerben sich um einen der 16 Sitze im Gemeinderat. Erstmals tritt auch eine Kandidatenriege der neu gegründeten Ortsgruppe der Grünen an. Bei Ortsrundgängen, in Gesprächsrunden, beim Grillen und bei Kaffee und Kuchen wird über die Zukunft der Gemeinde mit ihren fünf Ortsteilen diskutiert.

Von Feigenhofen und Affaltern ganz im Westen des Kernorts über Markt und bis nach Eisenbrechtshofen im Süden des Gemeindebereichs liegen Ansichten, Bedürfnisse und Wünsche der Biberbacher mal eng beieinander, mal weit entfernt. Das erfordert einen Spagat, den die zahlreichen Bewerber um Amt und Würden in vielen Veranstaltungen tapfer versuchen, elegant hinzubekommen.

Mit Landschaft, Natur und Kultur punkten

Biberbach will vorrangig mit Landschaft, Natur und Kultur punkten. Das scheint zumindest in Hinsicht auf die Attraktivität als Wohngemeinde zu klappen. Um neu ausgewiesenes Bauland bewerben sich längst weit mehr Bauwillige als Platz vorhanden ist, während alt eingesessene Anwohner nicht immer begeistert von neuen Häusern vor der eigenen Haustüre sind. Luxusprobleme, die aber auch Differenzen mit sich bringen. Die Marktgemeinde hat nur wenige Gewerbeflächen und somit keine hohen Einnahmen aus Gewerbesteuer. Der Einkommenssteueranteil, den die Kommune bekommt, kann das nicht wettmachen. Bei knappen Kassen müssen Pflichtaufgaben trotzdem erfüllt werden. Die Kinderbetreuung gehört dazu und verschlingt viel Geld. Der Ausbau der Kindertagesstätte ist im Gange und wird mit knapp drei Millionen Euro zu Buche schlagen. Trotz Fördergeldern ein schwer verdaulicher Brocken für den Gemeindesäckel.

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Modernisierungsbedarf und Barrierefreiheit in der Schule, der Ruf nach gemeindlichem Engagement in der Seniorenarbeit, die Umsetzung von Projekten der Dorferneuerung, in deren Vorbereitung viele Bürger eine Menge Zeit und Energie gesteckt haben. Dazu kommt ein sanierungsbedürftiges Kanalnetz, der lang geplante Hochwasserschutz an der Biber, Straßen, die erneuert werden müssen und für die nach der neuen Gesetzeslage keine Ausbaubeiträge der Anwohner mehr eingesammelt werden können. Die Liste an Aufgaben ist lang, der Kontostand niedrig. Vergnügungssteuerpflichtig dürften die nächsten Jahre für die Gemeindespitze nicht werden.

Baugenehmigung für den Dorfladen ist endlich da

Trotzdem möchte Wolfgang Jarasch weitermachen und verteidigt seinen Kurs. Die Baugenehmigung für den neuen Dorfladen sei endlich da, mit der Erneuerung der Dorfhütte in der Zollsiedlung werde das erste Projekt der Dorferneuerung in Angriff genommen, meldete er beim Neujahrsempfang Erfolge. Die finanzielle Spitze würden hohe Zuschüsse vom Amt für Ländliche Entwicklung aus den Projekten nehmen. Auch die Bürgerbegegnungsstätte beim Haus der Vereine sei auf einem guten Weg. Verzögerungen bei den Projekten habe es dadurch gegeben, dass Baugenehmigungen und Förderzusagen auf sich warten ließen.

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