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Zusmarshausen

01.11.2019

Brauchen die Senioren in Zusmarshausen mehr Hilfe?

Hilfe beim Kochen oder Einkaufen wäre eine Möglichkeit, wie Senioren von anderen Unterstützung bekommen könnten.
Bild: dpa/Friso Gentsch

Bei der Bürgerversammlung werden Forderungen nach mehr Unterstützung laut. Eine preisgekrönte Initiative im Nachbarlandkreis kommt dabei ins Gespräch

Die Marktgemeinde will mehr Herz für Senioren zeigen. Dafür hat sich jetzt Bürgermeister Bernhard Uhl stark gemacht. Bei der Bürgerversammlung im Kernort der knapp 6000-Einwohner-Gemeinde sprach sich der Rathauschef vor fast vollem Saal im Seniorenheim St. Albert für eine Initiative nach dem Modell eines Vereins aus, das mit der Seniorengemeinschaft Wertingen-Buttenwiesen bereits große Erfolge bei der Altenbetreuung erzielen konnte und vom Bezirk vor Kurzem sogar mit einem renommierten Preis ausgezeichnet wurde.

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„So etwas könnte auch bei uns funktionieren, aber dazu bräuchten wir einen Macher“, zeigte sich Uhl vom Wirken dieser Organisation begeistert. Er wisse aber gleichzeitig um die Schwierigkeiten für die Umsetzung im Ort.

Die seit sechs Jahren bestehende Seniorengemeinschaft im benachbarten Landkreis Dillingen an der Donau funktioniert nach dem Prinzip der gegenseitigen Unterstützung der älteren Mitbürger und findet immer mehr Anhänger in der Region und darüber hinaus. Dabei können Senioren die Hilfe anderer in Anspruch nehmen wie etwa das Rasenmähen oder Einkaufen, die Helfer sich diese Dienste ausbezahlen oder auf einem Zeitkonto „gutschreiben“ lassen, um sie künftig selbst nutzen können. „So eine Initiative könnte ich mir hier gut vorstellen und würde auch sicherstellen, dass etwa ein Raum für Verwaltungszwecke zur Verfügung gestellt wird“, appellierte der Bürgermeister.

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Der Hinweis auf die vom Bezirkstagspräsidenten Martin Sailer prämierten „Helden des Alltags“ erfolgte als Antwort auf die im Publikum geäußerte Kritik, die Schwerpunkte des Vortrags zu sehr auf die jungen Bürger gelegt und die Interessen der Senioren in der Gemeinde hintangestellt zu haben. „Sie haben so lange über die bestimmt wichtige Kinderbetreuung gesprochen, aber die Älteren werden immer mehr und sollten bei allen Bemühungen ebenfalls berücksichtigt werden“, bat eine Bürgerin um mehr Verständnis für die betagten Mitbürger.

Ihr pflichtete Frauenbund-Vorsitzende Anni Hartmann bei, die etwa mehr Seniorentauglichkeit im neuen, mit Aufzügen ausgestatteten Kindergarten sowie bei den Friedhofswegen erbat. Damit trafen beide beim Versammlungsleiter auf offene Ohren. „Dass wir in der Verwaltung uns besonders und mit viel Geld um die Kleinen kümmern, ist uns gesetzlich auferlegt“, versuchte Uhl eine Erklärung, wollte aber nicht ausschließen: „Eventuell wird die Arbeit für die Senioren eines Tages genauso verpflichtend.“

Bei der mit Zahlen gespickten Bilanz bekamen die bei der anschließenden Aussprache sehr engagierten Zuhörer neben den jährlichen Betreuungsausgaben pro Kind von rund 6000 Euro auch weitere Ziffern präsentiert. Zum Beispiel die mit 40 Prozent über dem Landesdurchschnitt betragende Steuerkraft pro Einwohner der Zusamgemeinde mit derzeitigen Megaprojekten wie Elektrotankstelle und Bahnbrücken-Neubau.

Neben Kindergarteneröffnung und geplantem Hort-Neubau präsentierte der Bürgermeister zudem eine lange Themenliste, die von A wie Adelsrieder Ortsumfahrung bis Z wie Zeitfenster für Wassergymnastik reichte.

Anhand einer To-do-Liste versprach er, sich um Parkplätze wie Tempobeschränkung – soweit es der Gemeinde möglich sei – zu kümmern. Den Abschied vom Glyphosat beim Bauhof erwähnte er ebenso wie die im Saal mehrfach monierte Belastung durch Schwerlastverkehr. Die Erweiterung der Anzahl der bestehenden 35 Hundetoiletten wie die Reinigung des von Abfall betroffenen Rothsee-Geländes. Doch Hubert Kraus, CSU-Fraktionsvorsitzender des im Saal gut vertretenen Marktgemeinderates, brachte sich zwischendurch mit dem an US-Präsident John F. Kennedy erinnernden Hinweis ein: „Bitte nicht nur fordern, sondern auch etwas anbieten.“

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