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16.06.2017

Brenzlig von West nach Ost

Radwege Mit dem Fahrrad kommt man in Gersthofen gut voran. Doch es gibt noch einige Problemstellen

Gersthofen Wie steht es um die Fahrradfreundlichkeit in Gersthofen? Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club befragt alle zwei Jahre Radler, vor allem um Impulse und Anregungen für eine radfreundlichere Stadt zu schaffen. Gersthofen taucht in der aktuellen Aufstellung nicht auf, kümmert sich aber trotzdem um ein sicheres Radwegenetz. Eine Tour durch die Stadt zusammen mit Bürgermeister Michael Wörle zeigt, wo es gut läuft und wo es noch problematisch ist.

Früher hätte man bei der Städteplanung nur wenig über Fahrradfahrer und deren Bedürfnisse nachgedacht, so Wörle. „Damals hatte sowieso jeder ein eigenes Auto“, erklärt der Bürgermeister und fügt hinzu: „aber heute gibt es Städte wie Kopenhagen, die weltweit am fahrradfreundlichsten ausgebaut sind.“ Auch deshalb hat Gersthofen im Bezug auf die Fahrradfreundlichkeit noch viel zu tun.

Radwegekonzept Die Stadtplaner in Gersthofen achten bei allen neuen Projekten auf die Radler der Region. Jede Baustelle, die in Gersthofen in Angriff genommen wird, „wird nach dem neuen Radwegekonzept umgesetzt“, betont der Bürgermeister. Es wird Angebotsstreifen am Straßenrand geben. Diese gestrichelten Linien sorgen für ausreichend Abstand zwischen den vorbeifahrenden Autos und den Radlern. Außerdem sind sogenannte „Fahrradaufstellflächen“ an Ampeln geplant. Somit können sich Radler vor die Autos stellen und bekommen etwas früher als die Autos Grün.

Nord-Süd-Achse Die Nord-Süd-Achse in Gersthofen sei für Fahrräder gut und sicher befahrbar, meint Michael Wörle und der Ausflug bestätigt das. Der Weg von den Wohngebieten ins Zentrum ist kein Problem und auch die Weiterfahrt Richtung Gablingen oder Augsburg sei auf reinen Radwegen möglich, erklärt Wörle.

Ludwig-Herrmann-Straße Zu sehen ist ein Angebotsstreifen schon auf der Ludwig-Herrmann-Straße in Gersthofen. Radler, die Richtung Stadtmitte unterwegs sind, können ihn nutzen. In die andere Richtung geht es auf dem breiten Fußweg, der für Radfahrer freigegeben wurde. „Früher konnte man auf dem Fußweg in beide Richtungen fahren“, erklärt Wörle. Das sei allerdings zu gefährlich gewesen, da Autofahrer, die nach rechts auf die Straße einbiegen wollten, meistens nur eine Richtung kontrolliert hätten. Außerdem wurden auf der Ludwig-Hermann-Straße Überquerungshilfen gebaut, die durch ihre abgeflachte Kante nicht nur von Fußgängern, sondern problemlos auch von Radlern oder Rollstuhlfahrern genutzt werden können.

Fehlende Radwege Wer auf dem Weg ins Zentrum allerdings von der Ludwig-Hermann-Straße auf die anschließende Kirchstraße fährt, trifft auf ein Nadelöhr. Eng und laut ist es zwischen den Häuserwänden und einen Radweg gibt es erst wieder auf der Donauwörther-Straße.

West-Ost-Verbindung Gersthofens Bürgermeister gibt zu: „Die West-Ost-Verbindung ist noch problematisch, vor allem auf den Hauptstraßen.“ Als Beispiel nennt er die viel befahrene Bahnhofstraße bis hin zum Gewerbegebiet auf der anderen Seite der B2.

Ein Radweg ist hier weder in die eine, noch in die andere Richtung vorhanden. Außerdem donnern Lastwagen, die zur Bundesstraße unterwegs sind, gefährlich nahe an Radlern vorbei. Abhilfe schaffen könnten auch hier einseitige Parkverbote und Übergangshilfen, die den Verkehr verlangsamen. Aber Wörle rechnet mit Widerstand. „Egal wo wir neue Verkehrsführungen machen, stoßen wir immer zuerst auf Unverständnis“, erklärt er. Allerdings sei die Stadtverwaltung nicht alleine verantwortlich. Zusammen mit Verkehrsbehörde, Polizei und Tiefbauamt, würde man bei einem Vor-Ort-Termin nach der bestmöglichen Lösung suchen, so der Bürgermeister.

Händelstraße Die Bahnhofstraße ist allerdings nicht die einzige Stelle, an der auch der Bürgermeister Handlungsbedarf sieht. Die Händelstraße liegt direkt auf dem Schulweg der Schüler der Pestalozzischule. Allerdings fährt hier auch der Stadtbus und „die Autos sind hier immer etwas flott unterwegs“, meint Wörle. Das liege vor allem daran, dass die Straße sehr breit sei. Auch hier soll eine Überquerungshilfe nicht nur den Schulweg sichern, sondern auch die Autofahrer etwas ausbremsen.

Naherholung Alles in allem kommt man in Gersthofen gut voran. Sogar die eher problematische West-Ost-Verbindung kann man über Nebenstraßen bequem radeln, allerdings muss man dafür Umwege in Kauf nehmen. Auch für Naherholung auf dem Rad ist gesorgt. Die gut ausgebauten Radwege am Lech laden zu Touren ein und 2015 wurde ein Fitnesspark an dem Weg zur Stiftersiedlung eingeweiht.

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