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Zusmarshausen

09.07.2019

Bürgermeister springt kopfüber in den Rothsee – trotz Zerkarien

Sie wollen ein Zeichen setzen: Karl Sendlinger, Bernhard Uhl, Karl Hirle und Karl Fischer (von links) springen kopfüber in den Zusmarshauser Rothsee. Sie gehen davon aus, dass die nervigen Entenflöhe wegen der sinkenden Temperaturen kaum noch im See zu finden sind. 
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Sie wollen ein Zeichen setzen: Karl Sendlinger, Bernhard Uhl, Karl Hirle und Karl Fischer (von links) springen kopfüber in den Zusmarshauser Rothsee. Sie gehen davon aus, dass die nervigen Entenflöhe wegen der sinkenden Temperaturen kaum noch im See zu finden sind. 
Bild: Andreas Lode

Bernhard Uhl springt zusammen mit anderen in Rothsee. Sie wollen zeigen, dass die Entenflöhe kein Problem mehr sind. Wie das aussieht, sehen Sie im Video.

Mit 21 Grad ist das Wasser etwas wärmer als die Außentemperatur. Ob es an den niedrigen Temperaturen liegt, dass am Dienstagvormittag niemand im See badet, lässt sich nur spekulieren. Viele Bürger haben weiterhin Angst vor den sogenannten Entenflöhen, die im Rothsee festgestellt wurden. Diese Angst will Bürgermeister Bernhard Uhl nehmen. Zusammen mit Vertretern vom TSV Zusmarshausen und der Wasserwacht springt er kopfüber ins Wasser. Sie wollen beweisen, dass das nicht gefährlich ist.

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Bürgermeister Uhl erklärt, dass er die Sorgen der Menschen ernst nehme. „Wenn Kinder betroffen sind, tut das weh“, sagt Uhl. Sie seien besonders anfällig, da sich die Zerkarien vermehrt am Wasserrand aufhalten. Dennoch wolle er mit seinem Sprung ins Wasser ein Signal an diejenigen senden, die sich nicht mehr in den Rothsee trauen. Wer vom Steg zum Schwimmen ins Wasser springe, habe nichts zu befürchten, so Uhl. Er selbst schwimme so oft es geht in der Mittagspause eine kleine Runde durch den See. Uhl: „Ich hatte noch keinen Ausschlag.“

Sie wollen ein Zeichen setzen: Karl Sendlinger, Bernhard Uhl, Karl Hirle und Karl Fischer springen kopfüber in den Zusmarshauser Rothsee. Sie gehen davon aus, dass die nervigen Entenflöhe wegen der sinkenden Temperaturen kaum noch im See zu finden sind.
Video: Philipp Kinne

Weniger Zerkarien wegen kühler Temperaturen

Durch die kühleren Temperaturen in den vergangenen Tagen sei davon auszugehen, dass die Zahl der Zerkarien im Rothsee sinkt, heißt es vom Augsburger Gesundheitsamt. Eine Messung gibt es aber nicht. Grundsätzlich untersuche man das Wasser im See nicht auf Zerkarien, heißt es auf Nachfrage. Weil die sogenannten Entenflöhe nicht gefährlich, sondern nur lästig seien, lohne sich die aufwendige Untersuchung nicht. Die nächste Routineuntersuchung sei am 22. Juli geplant. Dabei geht es allerdings nicht um Zerkarien, sondern besonders um Ecoli-Bakterien, die Magen-Darm Krankheiten hervorrufen können.

Bürgermeister springt kopfüber in den Rothsee – trotz Zerkarien

Nachgewiesen worden seien die Entenflöhe in der vergangenen Woche nicht durch Wasserproben, sondern auf medizinischem Wege. Weil mehrere Badegäste nach dem Schwimmen im Rothsee auffällige Ausschläge bekamen, geht man davon aus, dass der See von Zerkarien befallen ist. Trotz der gesunkenen Temperaturen sei aktuell davon auszugehen, „dass im Rothsee weiterhin Zerkarien vorkommen können“, erklärt das Gesundheitsamt.

Mehrere Menschen berichten von Ausschlägen

Mindestens neun Menschen hatten sich nach dem Baden im Rothsee bei den Behörden über einen juckenden Ausschlag beschwert. Gegenüber unserer Zeitung meldeten sich auch Leser, deren Kinder von juckenden Hautirritationen betroffen waren.

Ein Schild warnt noch immer vor Zerkarien im Rothsee.
Bild: Andreas Lode

Den Sprung in den Rothsee wagte am Dienstag auch Karl Sendlinger, Organisator des Schwarzbräu-Triathlons, der am Sonntag stattfindet. Auch er schwimme oft im Rothsee und habe noch nie Probleme wegen der Zerkarien bekommen. Ihm sei es wichtig, den Triathlon-Teilnehmern am Wochenende zu signalisieren, dass sie bedenkenlos durch den See schwimmen können. Sie sollen 500 Meter durch den Rothsee schwimmen, dann 20 Kilometer radeln und schließlich fünf Kilometer laufen. Sendlinger geht davon aus, dass über 200 Menschen am Triathlon teilnehmen werden. Damit dürfte am Wochenende wieder etwas los sein, am Zusmarshauser See. Denn momentan herrscht hier gähnende Leere. Einzig der 72-jährige Heinz Kranzfelder wagt sich am Dienstagvormittag ins Wasser. Er sieht die aktuelle Aufregung um die Entenflöhe gelassen: „Ich habe den ganzen See für mich allein.“

Wie dreckig ist der Rothsee? Diese Frage beschäftigt die Zusmarshauser immer wieder.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Der Rothsee hat mehr Probleme als Zerkarien.

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