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Neusäß-Täfertingen

19.02.2021

Das Täfertinger Feldkreuz hat eine neue Heimat

Der Tradition seiner Väter gefolgt ist Gast- und Landwirt Anton Schmid, indem er ein Feldkreuz, aus dem Besitz der Familie, das seinen bisherigen Standort räumen musste, restaurieren und an einem neuen Platz aufstellen ließ.
Bild: Jutta Kaiser-Wiatrek

Plus Auf den ersten Blick scheint ein neues Feldkreuz hinter der Gailenbacher Mühle in Täfertingen aufgestellt worden zu sein. Doch das Kreuz hat eine lange Geschichte.

Von Weitem schon ist für Spaziergänger, Radfahrer oder Skilangläufer ein schönes Feldkreuz mitten in den Fluren hinter der Gailenbacher Mühle und in der Nähe der Kneippanlagen in Täfertingen zu sehen. Es prägt auf besondere Weise die Landschaft, und viele, die hier vorbeikommen, denken an ein neu aufgestelltes Feldkreuz. Doch dem sei nicht so, erklärt Anton Schmid, Landwirt und Seniorchef des gleichnamigen Gasthofs in Täfertingen.

Bereits zweimal habe das Feldkreuz schon seinen Standort wechseln müssen. Zunächst war es von Schmids Vorfahren an der Hohen Reide, dem heutigen Thaler-Gelände, aufgestellt worden. Als es dort hatte weichen müssen, stellte es sein Vater im Jahr 1957 am Doktorweg neu auf. Da auf diesem Grundstück nun in Bälde Kies abgebaut werden soll, galt es für das Feldkreuz erneut einen passenden Standplatz zu finden.

Ursprung des Täfertinger Feldkreuzes wohl Mitte des 18. Jahrhunderts

Anton Schmid sieht es als Verpflichtung, das Feldkreuz, das bereits seine Urväter aufgestellt hatten, zu ehren und zu erhalten. Der Betrieb bestehend aus Gaststätte, Landwirtschaft und Brauerei besteht bereits seit dem Jahr 1703. Wenn er nachrechnet, dürfte wohl eher sein Ururur-Großvater das Kreuz erstmals aufgestellt haben, erklärt er und datiert dessen Entstehung etwa auf Mitte des 18. Jahrhunderts.

Das Feldkreuz, das jahraus, jahrein der Witterung ausgesetzt war, war schon mehrfach repariert worden. Im Jahr 1981, als er den Betrieb übernommen hatte, habe ein verfaulter Holzbalken des Kreuzes erneuert werden müssen, erinnert sich Anton Schmid. Beim diesmaligen Abbau des Feldkreuzes, war das Holzkreuz aber so beschädigt, dass es in der Mitte auseinandergefallen war. "Es wird wohl keinen Landwirt geben, der ein Feldkreuz nicht wieder in Stand bringen und wieder aufstellen lässt. So eine Tradition macht man weiter", erklärte Schmid, wenngleich er nie erfahren hat, aus welchem Anlass das Feldkreuz erstmals aufgestellt wurde.

Feldkreuz wurde von Spezialisten in Mindelheim restauriert

Sein Vater war früh gestorben und hatte dazu nicht viel erklärt. Schmid machte also kurzen Prozess und brachte es zu einem Spezialisten in Mindelheim zur Rundumrestaurierung. 70 bis 80 Kilogramm, so schätzt Schmid ist das hölzerne Feldkreuz mit seinem Christuskorpus und den Füßen aus Metall schwer. Den Transport in die Werkstatt nach Mindelheim hat Schmid selbst übernommen. „"Mit einer Spannweite der Arme von 1.22 Metern passte das Feldkreuz in zwei Teilen schräg liegend genau ins Auto", berichtet er.

Zum Aufstellen am neuen Platz wurde das Feldkreuz mit dem Hänger transportiert und mit einem Teleskoplader auf den neuen Sockel gestellt, in dem das Kreuz mittels einer Metallstrebe verankert ist. Wie es der Brauch ist, wurde am Fuße des Feldkreuzes eine Bepflanzung vorgenommen, flankiert wird es von jeweils zwei Nadelgewächsen. Insgesamt fünf Feldkreuze habe es in Täfertingen gegeben, die von Landwirten aufgestellt worden waren, erklärt Schmid.

Solche Feldkreuze sind in katholischen Gemeinden durchaus üblich und sind Zeichen des christlichen Glaubens. Sie dienen als Wegmarkierungen für Spaziergänger, prägen das Landschaftsbild und gehören oft zu Bauernhöfen. Viele Feldkreuze sind auch in das gemeinschaftliche religiöse Brauchtum eingebunden und dienen beispielsweise als Stationen bei einem Bittgang oder Prozession.

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