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Diedorf-Anhausen

31.07.2018

Der Anbau sinkt langsam in die alte Sandgrube

Im Geräteraum der Mehrweckhalle Anhausen hat sich der Boden gesenkt.
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Im Geräteraum der Mehrweckhalle Anhausen hat sich der Boden gesenkt.
Bild: Marcus Merk

Wo heute die Mehrzweckhalle in Anhausen steht, wurde früher Abfall verfüllt. Nun gibt der Boden unter einem Teil des Gebäudes nach. Wie könnte nun eine neue Lösung aussehen?

Welche Unwägbarkeiten verstecken sich im Boden rund um die Mehrzweckhalle in Anhausen? Mit dieser Frage hat sich der Diedorfer Marktgemeinderat auf seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause befasst. Eine Antwort gab es allerdings noch nicht: Das längst bestellte Bodengutachten, das fundiert Auskunft geben könnte, liegt noch nicht vor. „Die Firmen sind überlastet und kommen einfach nicht“, so Bürgermeister Peter Högg nach der Sitzung. So viel weiß man: Hier war früher mal eine Sandgrube.

Weil die Gemeinde den Anbau an der Mehrzweckhalle abreißen und neu errichten will, sahen sich die Gemeinderäte aber nicht in der Lage, ohne das Bodengutachten eine Entscheidung zu treffen. Dass der Anbau der Mehrzweckhalle aber nicht zu retten ist, das ist für Architekt Jörg Binzer klar. Ihn hatte die Verwaltung mit einer Vorplanung mit dem Ziel beauftragt, ob und wie ein neuer Anbau überhaupt möglich ist. Nötig wird der Neubau, weil sich der Anbau an die Halle in den vergangenen Jahren stark gesenkt hat. Dort sind Umkleidekabinen und Waschräume sowie der Geräteraum untergebracht.

Inzwischen wird aber nicht allein dafür ein Ersatz benötigt. Auch die benachbarte Mittagsbetreuung und der Hort brauchen mehr Platz. Deshalb soll der Anbau nun größer werden, so die Skizze des Architekten. Ein Ziel sei es, so Marktbaumeister Rolf Jüngst, möglichst alle benötigten Räume unterzubringen ohne neue Flächen zu versiegeln. Möglich ist das, so Architekt Binzer. Der neue Anbau könnte entlang der Burgwalder Straße ein Stück weiter nach Norden gezogen und teilweise um zweistöckig gebaut werden. 2,4 Millionen Euro würde solch ein Anbau kosten. Die Möglichkeit, die Halle zum Teil um eine Etage aufzustocken, ist bereits wieder verworfen: Sie würde etwa eine halbe Million Euro mehr kosten, so Jüngst.

Der Anbau sinkt langsam in die alte Sandgrube

Während der Bauphase könnten Geräte und Umkleidekabinen in einem Container untergebracht werden, der Sportbetrieb würde dann nicht eingeschränkt. Für Überraschung sorgte unter anderem bei Gemeinderat Frank Wasser (Bürgerunion) die Anmerkung des Marktbaumeisters, dass dafür eventuell die Wohncontainer an der Oggenhofstraße genutzt werden könnten. „Sollten die nicht zum Schrotthändler?“

Dennoch haben sich die Marktbauräte noch nicht entschieden, das Projekt weiter voranzutreiben. Denn neben Detailfragen, etwa die Lage des Eingangs für Hort und Mittagsbetreuung, könnte eben der Baugrund noch für Überraschungen auch bei den Kosten sorgen. Der Marktbaumeister rechnet bereits jetzt mit einer tiefen Pfahlgründung des neuen Anbaus. Der Grund: Die Halle steht auf einer ehemaligen Sandgrube. Bis etwa 1970 wurden dort Aushubmaterial, Haus- und Gartenabfälle abgelagert, teilt das Landratsamt mit. Die Auffüllungen wurden im Auftrag der Gemeinde Anfang der 1990er Jahre wiederholt von einem Fachbüro untersucht. Zudem wurden Raumluftmessungen durchgeführt: Dabei wurden im Ergebnis keine Belastungen durch Deponiegase festgestellt, bereits 1992 sah das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth keinen Bedarf für weitere Untersuchungen mehr, die Fläche befindet sich seitdem auch nicht mehr im Altlastenkataster.

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