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Erfolg

16.07.2014

Der Bundesadler in neuer Ausführung

Der Diedorfer Künstler Friedrich Brenner entwarf diese 100-Euro-Goldmünze.
Bild: Dr. Dietrich Klose

Friedrich Brenner aus Diedorf gestaltet neue 100-Euro-Goldmünze

Der Bildhauer und Medailleur Friedrich Brenner aus Diedorf gehört zu den altgedienten Künstlern im Augsburger Land. Er kann auf ein reichhaltiges Œuvre an bildhauerischen Arbeiten wie auch an Kunstwerken in Form von Medaillen und Plaketten zurückblicken. Eine seiner Arbeiten ist bald in größerer Auflage zu haben: Friedrich Brenner hat mit seinem Entwurf den Münzwettbewerb für die Gestaltung der goldenen 100-Euro-Gedenkmünze „UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal“ gewonnen.

Das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz, eine 67 Kilometer lange Kultur- wie Naturlandschaft, wurde 2002 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Brenner hat sich schon an vielen Münzwettbewerben beteiligt, nach dem Zwei-Euro-Stück (Saarland) von 2009 und der Zehn-Euro-Münze (Till Eulenspiegel) von 2011 ist es bereits der dritte große Erfolg des Künstlers in einem Münzwettbewerb.

Dieses Thema auf einer Münze von nur 28 Millimetern Durchmesser überzeugend darzustellen, bei dem durch die Prägetechnik erzwungenen strengen Reglement wie einer maximalen Reliefhöhe von gerade einmal 0,25 Millimetern, war alles andere als eine leichte Aufgabe. Brenner selbst schreibt dazu: „Einen bestimmten Abschnitt von einem Flusstal auf einer Münze darzustellen, ist gewagt. Ich habe den Rhein zwischen Bingen und Koblenz dargestellt. In ein Landschaftsrelief ist der Flusslauf (eingegraben) eingraviert. Drei Burgen (Marksburg, Burg Stahleck und der Mäuseturm sowie der Loreleyfelsen) sind, ohne dominant zu wirken, in das Landschaftsrelief integriert. Den Adler habe ich großflächig, filigran, transparent gestaltet.“

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Schaut man sich das Münzbild näher an, so faszinieren die Lebendigkeit, die Plastizität der Darstellung des vom Rhein durchflossenen Gebirges trotz der geringen Reliefhöhe, die geschickte Integrierung der markanten historischen Bauwerke. Die den Preis vergebende Jury hat die Münze so gewürdigt: „Aus der Vogelperspektive – ein äußerst beeindruckender Ansatz – betrachtet der Autor das Mittelrheintal zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz. Kleinere Städte und Gemeinden werden durch Punkte markiert. In eine plastische, interessant ausgeformte Landschaft ist der Verlauf des Flusses eingegraben.“

Die gesamte Münzfläche erhält bis an den Münzrand eine Prägung. An markanten Flussbiegungen sowohl auf Taunus- als auch Hunsrückausläufern werden der Landschaft prägende Bauwerke übergeordnet. Eine vertiefte Umschrift fasst diese Modellierung ein. Die Wertseite wird durch einen großförmig ausgespannten Adler ausgefüllt. Einfache lineare Strukturen bilden die Flügel. „Eine strenge und klare Ordnung repräsentiert diese Münzseite, eingefasst in eine Groteskschrift. Es ist ein in Idee und Umsetzung insgesamt sehr überzeugender Entwurf“, so die Würdigung weiter.

Natur und Landschaft sind seit Jahrzehnten die bevorzugten Themen von Brenners Medaillen. Die Zerstörung der Natur durch den Menschen ist ein immer wiederkehrendes Motiv wie auch als Gegensatz dazu die Wildnis, wie Brenner sie bei vielen Aufenthalten in Kanada erlebte, und ebenso das nur scheinbar Kleine und Nebensächliche: Naturformen wie zufällige Fließspuren und Abdrücke überträgt er auf Relief und Medaille, erhebt sie damit zu monumentaler, großer Landschaft. Ein Beispiel ist die Medaille von 1995 auf den 50. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima. Friedrich Brenner: „Bei dieser Medaille habe ich das erste Mal eine Alufolie zerknittert, mit Gips abgeformt und dann die Flussläufe und Zielringe eingraviert. Diese Technik wandte ich bei der Rheintalmünze an.“ So ist die neue Münze ein echter „Brenner“. (Dietrich O. A. Klose)

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