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Langweid

13.05.2019

Der Kulturbahnhof in Langweid steht in den Startlöchern

An zwei Nachmittagen soll der Kulturbahnhof in Langweid öffnen.
Bild: Marcus Merk

Beim Tag der offenen Tür konnten Besucher einen ersten Blick in das 100 Jahre alte Haus werfen. Mit Kulturveranstaltungen wollen die Macher das Gebäude mit Leben füllen.

Ende Mai geht es los: An vorläufig zwei Nachmittagen wird der Kulturbahnhof in Langweid geöffnet sein. Beim letzten Tag der offenen Tür vor der Eröffnung schauten sich viele Interessierte die Baufortschritte ganz genau an. „Das macht ihr großartig“, hörte das Team vom buch7-Kulturbahnhof, wie das Projekt ganz offiziell heißt, am Sonntag nicht nur einmal.

Die Langweider durften seit dem Start der Sanierungsarbeiten vor zehn Monaten immer mal wieder nachschauen, was mit dem gut 100 Jahre alten Haus passiert. Die Freude darüber, dass neues Leben an so zentraler Stelle im Ort einzieht, stand den Besuchern ins Gesicht geschrieben.

Das Gebäude soll für Lesungen und Ausstellungen genutzt werden

Bei Kaffee und Kuchen kann man bald am Donnerstag- und Freitagnachmittag im Bestand von buch7 nach der neuesten Lieblingslektüre fahnden und miteinander ins Gespräch kommen. Autorenlesungen, Ausstellungen, Vorträge: Alles was mit Kultur, Bildung und Gemeinschaft zu tun hat, passt zum Bahnhof, freut sich Geschäftsführer Benedikt Gleich mit seinem Team über Programmvorschläge.

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Im sorgsam sanierten Gemäuer steckt moderne Medientechnik, bald soll auch die professionelle Küche fertig sein, damit das gastronomische Angebot über die Tasse Kaffee und das Stück Kuchen hinausgehen kann. Im ersten Stock entstanden dringend nötig gewordene Büros für den Buchhandel. Die Miete dafür fließt in den Betrieb des Kulturbahnhofs.

Ob die Brotzeit und der Kaffee zum Mitnehmen für die Pendler in der Früh um Sechs kommen wird, das steht noch in den Sternen. „Machbar ist alles“, gibt es für Gleich kein wirkliches Limit für das, was im Kulturbahnhof alles entstehen kann. Doch dafür braucht es weitere Unterstützer für das gemeinnützige Projekt.

Nach der Sanierung ist das Geld knapp

Geld, um Mitarbeiter bezahlen zu können, ist nach der aufwendigen Sanierung nämlich erst einmal knapp; die Rücklagenkasse kann jede finanzielle Unterstützung brauchen. Dafür standen Spendengläschen auf den Tischen, die von den begeisterten Besuchern auch brav bestückt wurden. Auf der Website des Kulturbahnhofs kann man bequem online spenden. Obwohl mit spitzem Bleistift gerechnet werden musste, fehlt es im Bahnhof nicht an schönen Details und nachhaltigen Materialien.

Erdwärme heizt umweltfreundlich das ganze Haus. Bis zur letzten Minute wurde gewerkelt, damit die Besucher den besten Eindruck gewinnen konnten. So erzählen die offenen, geschliffenen Ziegelwände die Geschichte des Bahnhofs in der unterschiedlichen Färbung der Bausteine. Rote Ziegel mit weißen Einsprengseln sind neueren Datums, die schön marmorierten Steine dazwischen stammen wohl aus der Entstehungszeit von 1914.

Im Kulturbahnhof sollen Besucher Pause vom Alltag machen

Ein nach altem Vorbild aus Zement und Steinen gegossener, heller Terrazzoboden spiegelt die Zeit des ausgehenden Jugendstils wieder und ist gleichzeitig schöner und strapazierfähiger Bodenbelag im rund 60 Quadratmeter großen Hauptraum. Die große Eingangstür ist eine traditionelle Schreinerarbeit. „Bei manchen Dingen kann man einfach keine Kompromisse machen“, sind für Gleich und sein Team Ökologie und Nachhaltigkeit wichtig. Dafür wird in Kauf genommen, dass man für die Anschaffung der zweiten Tür nun erst wieder etwas sparen muss.

Aber vorläufig reicht eine große, schöne Flügeltür ja auch, um die Besucher hereinzulassen in den Bahnhof, der im Sommer 2019 wieder Reisende und Bleibende einlädt, um eine Pause vom Alltag zu machen. Zur Ruhe kommen, miteinander Reden, neues Lernen, altes Weitergeben. Es bleibt spannend, was noch alles passieren wird im Bahnhof, den eine engagierte Gruppe von jungen Leuten aus dem Dornröschenschlaf geholt hat.

Das Team und die Idee: Schon bei der Gründung des Online-Buchhandels buch7 haben sich die damaligen Studenten vorgenommen, die Welt Stück für Stück zu einem besseren Ort zu machen. Seit zehn Jahren fördert der „Buchhandel mit der sozialen Seite“ mit drei Vierteln des erwirtschafteten Gewinns soziale, kulturelle und ökologische Projekte. Die Sanierung und Entwicklung des Bahnhofs zum integrativen Kulturzentrum ist das bisher größte Projekt, das buch7 fördert.

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