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Gessertshausen

09.09.2020

Der Weiherhof in Gessertshausen wird ein Kulturzentrum

Am Weiherhof bei Gessertshausen soll ein Startup für Künstler entstehen. 
Foto: Marcus Merk (Archiv)

Plus Gessertshausens Gemeinderat macht Weg für Projekt frei. An dem geschichtsträchtigen Ort ist ein einmaliges Kulturzentrum geplant

Junge Künstlerinnen und Künstler sollen zukünftig eine vorübergehende Bleibe und inspirierende Arbeitsstätte im Gessertshauser Ortsteil Döpshofen vorfinden. Die Pläne für die Umgestaltung des historischen Weiherhofgebäudes zu einem einmaligen Kulturzentrum sind ausgereift. Der Bezirk Schwaben, der sich für die Umsetzung des Projekts verantwortlich zeigt, brauchte nur noch der Zustimmung des Gessertshauser Gemeinderats.

Nun stellten Christian Mischo vom Bezirk Schwaben und die ehemalige Kutzenhauser Bürgermeisterin Silvia Kugelmann, Kutzenhauser Bürgermeisterin Silvia Kugelmann, die seit Mai dieses Jahres die Projektverantwortliche ist, die Planungen den Gemeinderäten vor. Diese zeigten sich begeistert von den Ideen und machten den Weg zur Ausführung des Projekts einstimmig frei.

Das historische Weiherhofsgebäude soll ein Kulturzentrum werden

Die Siedlung Weiherhof hat eine lebhafte Geschichte zu erzählen, die bis ins Mittelalter zurückreicht. An der Stelle des im 18. Jahrhundert entstandenen, noch heute existierenden Gebäudes, wohnten ursprünglich Nonnen des hiesigen Frauenklosters. Erst im Jahr 1211 zogen die Nonnen an ihren heutigen Sitz im zwei Kilometer entfernten Oberschönenfeld. Seit Ende des 15. Jahrhunderts nutzte das Kloster den Ort als Fischweiher, woher der heutige Name rühren dürfte.

In der neueren Zeit war in dem barocken Gebäude eine Gaststätte untergebracht, die sich jedoch nicht halten konnte. Um den Weiherhof für zukünftige Generationen zu wahren, schaltete sich schließlich der ehemalige Landtagsabgeordnete Max Strehle ein, über dessen Vermittlung ein Käufer gefunden werden konnte, der das Gebäude schließlich dem Kloster Oberschönenfeld schenkte.

Für Silvia Kugelmann ist die Geschichtsträchtigkeit des Ortes eines der wichtigsten Argumente für den Weiherhof als Kulturzentrum. Daneben sei die Lage einfach ideal, so Kugelmann. „Das Gebäude liegt im Grünen, fernab des Lärms einer Großstadt.“ Das seien perfekte Arbeitsbedingungen für junge Künstlerinnen und Künstler.

2024 könnte das Projekt Weiherhof abgeschlossen sein

Christian Mischo nannte drei zentrale Ziele, die mit dem Kulturzentrum Weiherhof verbunden sind: Zum einen soll dem historischen Gebäude neues Leben eingehaucht werden. Dies geschehe mit der Einrichtung eines Start-up-Zentrums für junge Nachwuchskünstler. In der geplanten Künstlerresidenz sollen Appartements, Ateliers und Gemeinschaftsräume entstehen.

Der Weiherhof bei Oberschönenfeld soll zu einem Kulturzentrum in der Region werden. 
Foto: Marcus Merk (Archiv)

Daneben sei ein Veranstaltungssaal geplant, so Mischo. Dort sollen zum anderen Konzerte, Lesungen und Ausstellungen stattfinden. Des Weiteren soll die bereits vorhandene Scheune zu einem Nachlassarchiv für schwäbische Maler umfunktioniert werden. Außerdem ist ein Depot für Museumsobjekte des nahe gelegenen Klosters Oberschönenfeld geplant. Dieses muss jedoch noch errichtet werden.

Der Bezirk Schwaben finanziert die anstehenden Projektkosten. Alleine für das Depotgebäude seien momentan rund acht Millionen Euro eingeplant, bezifferte Mischo. Sollte der Bauplan eingehalten werden können, werde das Gesamtprojekt 2024 abgeschlossen sein.

Streit über Nahwärmeversorgung in Döpshofen

Beim Thema Nahwärmeversorgung für Döpshofen herrschte Uneinigkeit im Gemeinderat. Thomas und Isabel Hartmann vom Kemptener Verein Renergie, der sich für die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien und für die Verbesserung der Energieeffizienz engagiert, stellten den Gemeinderäten ein mögliches Konzept für den Ortsteil Döpshofen vor.

Das Integrierte Quartierskonzept konzentriere sich auf drei Untersuchungsschwerpunkte, so Isabel Hartmann: die Wärmeversorgung, die Effizienzpotenziale der bestehenden Gebäude und eine energetische Bilanzierung. Die Experten erklärten den Gemeinderäten die Nutzen einer solchen Analyse und bezifferten die Eigenkosten der Gemeinde hierfür auf rund 3250 Euro. Der restliche Betrag würde durch eine Subventionierung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und einen begünstigten Dritten, in diesem Fall den Biogasanlagenbetreiber, finanziert werden. Michael Breunig (Freie Wähler) äußerte Bedenken. Es seien vor allem zwei Dinge, an denen er sich stoße. Zum einen sei aus seiner Sicht die Gemeinde hierfür nicht zuständig, sondern der Betreiber der Biogasanlage.

Grüne haben kein Verständnis für Zweifel an der Nahwärmeversorgung

Zum anderen würde der Gemeinderat bei einer Zustimmung nicht geradlinig agieren, denn bei den letzten Beratungen zum Thema Nahwärmeversorgung habe man noch andere Konzepte verfolgt, sagte Breunig. Theodor Saßen (Die Grünen) hat hingegen kein Verständnis für Breunigs Zweifel: „Es ist fünf vor zwölf. Die Klimaerwärmung schreitet voran, es ist endlich Zeit für einen Startschuss, auch in unserer Gemeinde.“ Wegen gut 3000 Euro das Konzept abzulehnen, sei lächerlich, kanzelte Saßen seinen Gemeinderatskollegen ab.

Breunig betonte jedoch, dass es ihm nicht um die 3250 Euro gehe, sondern um einen geradlinigen Weg. Christian Fendt (CSU) äußerte aus anderen Gründen Zweifel. Aus seiner Sicht müsse man sich zunächst auch bei den anderen Ortsteilen erkundigen, ob diese ebenfalls an einem solchen Konzept interessiert seien. Mit diesem Vorgehen würde man Benachteiligungen vermeiden, so Fendt.

Bürgermeister Mögele versuchte die Bedenken zu zerstreuen. Es müsse doch nicht immer alles gleichzeitig geschehen, sollten anderen Ortsteile anschließend ebenfalls interessiert seien, könnte man wieder darüber befinden. Nun sollen zunächst mehr Informationen über die Förderung der KfW eingeholt und andere Gemeindeteile angeschrieben werden. Anschließend beschäftige sich der Gemeinderat erneut mit der Sachlage, so Mögele.

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