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Altenmünster-Hegnenbach

28.05.2020

Die Baustelle in Hegnenbach soll noch heuer verschwinden

Die Kreuzung Zusamzeller Straße/St.-Georg-Straße ist Gegenstand eines Beweissicherungsverfahrens und kann daher vorerst noch nicht asphaltiert werden.
Bild: Helene Weinold

Plus Ein Gutachter hat sich ein Bild von den Arbeiten auf der Großbaustelle gemacht. Dadurch soll geklärt werden, ob es Fehler bei den Kanalarbeiten gegeben hat.

Eigentlich sollte Hegnenbach längst wieder ein schmucker Ort sein – mit frisch asphaltierten Straßen, einem komplett sanierten Kanalsystem und vielleicht sogar mit Dorfplatz und Brunnen. So jedenfalls sah die Planung aus, als das 400-Einwohner-Dorf um die Jahreswende 2010/2011 mit Schwung an die Dorferneuerung ging. Doch seit mehreren Jahren prägt eine Dauerbaustelle große Teile des Ortes. Ein Blick auf die Lage.

Der Bereich am Fuß der Pfarrkirche St. Georg und rund um das Bürgerhaus soll im Rahmen des ersten Bauabschnitts saniert werden.
Bild: Helene Weinold

Die Straßen sind zwar nicht mehr aufgerissen, aber holprig und staubig. Die Kreuzung Zusamzeller Straße/St.-Georg-Straße ist als Tempo-10-Zone nur für Anlieger freigegeben, am Fuß der Pfarrkirche St. Georg und vor dem Bürgerhaus fühlt man sich um Jahrzehnte zurückversetzt. Fast so, als könnte jeden Moment ein Pferdefuhrwerk über die Schotterstraße heranrumpeln.

Hegnenbacher leben nun schon seit vier Jahren mit diesem Zustand

Dass die Hegnenbacher nun schon seit vier Jahren mit diesem Zustand leben müssen, liegt daran, dass der Neubau der Abwasserkanalisation unabsehbare Schwierigkeiten bereitet hat, die noch immer nicht vollständig gemeistert sind. Weil der Untergrund an manchen Stellen aus einer mehrere Meter dicken Torfschicht besteht, mussten die Planer und die Baufirma seit Baubeginn im Mai 2016 ständig neue Lösungen erarbeiten, um den Kanal dauerhaft und sicher zu verlegen.

„Anfangs war geplant, mit drei Bautrupps gleichzeitig zu bauen“, erläutert Bürgermeister Florian Mair. „Wegen der herausfordernden Bodenverhältnisse konnte jedoch immer nur mit einem Bautrupp und zudem nur in sehr kleinen räumlichen Abschnitten gearbeitet werden.“ Witterungsbedingt ruhte der Kanalbau zeitweise ganz. Die Kosten, die ursprünglich mit rund 2,3 Millionen Euro veranschlagt worden waren, stiegen auf 3,3 Millionen Euro. Teilweise mussten Spundwände zur Sicherung der Schächte in den Boden getrieben und der Boden ausgetauscht werden. Doch die Erschütterungen beim Einschlagen der Spundwände und das notwendige Vorbohren verursachten neue Probleme, beispielsweise Setzungen. „Einige Hausbesitzer machen Gebäudeschäden geltend“, berichtet Mair.

Gutachter macht sich vor Ort ein Bild von den Verhältnissen

Um klären zu lassen, ob und gegebenenfalls welche Fehler beim Kanalbau passiert seien, habe die Gemeinde Altenmünster bereits im Juli 2018 beim Landgericht Augsburg ein Beweissicherungsverfahren beantragt. Anfang dieser Woche habe sich der zuständige Gutachter vor Ort ein Bild von den Verhältnissen in Hegnenbach gemacht. Ein zweiter Termin werde folgen. Mit dem Gutachten rechnet Mair erst gegen Ende des Jahres. So lange sollen die Hegnenbacher aber nicht mehr mit ihrer Großbaustelle leben müssen.

Auch wenn der strittige Bereich an der Kreuzung Zusamzeller Straße/St.-Georg-Straße vorerst zur Beweissicherung unverändert bleiben müsse, solle doch im Herbst mit der Instandsetzung der übrigen Straßen begonnen werden. Mair hofft, dass die Pfarrer-Schmid-Gasse und die Ganghoferstraße im September und Oktober, die Talstraße spätestens im November, und der größte Teil der St.-Georg-Straße von April bis Oktober 2021 gebaut werden könnten. Die Kosten für den Straßenbau sind derzeit auf rund 4,3 Millionen Euro angesetzt.

Gemeinde war „zu keiner Zeit untätig“

Dem Vorwurf, die Verwaltung habe Hegnenbach mit den Problemen im Stich gelassen, tritt Mair entschieden entgegen: „Die Gemeinde Altenmünster war in den vergangenen Jahren zu keiner Zeit untätig.“

Mit Hinweis auf das laufende juristische Verfahren bitte er um Verständnis dafür, dass nicht alle internen Informationen veröffentlicht werden könnten.

Trotz aller Widrigkeiten bleibt Mair zuversichtlich: „Wir bringen das Projekt Hegnenbach fertig – und zwar so, dass wir hinterher ein ansehnliches Dorf haben.“(hwe)

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