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Zusmarshausen

12.02.2018

Die Helden hinter den Kulissen der großen Show

Hilft mit, wo er nur kann – auch beim Abspülen: Reinhard Mayr.
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Hilft mit, wo er nur kann – auch beim Abspülen: Reinhard Mayr.

Jedes Jahr veranstalten die Zusmarshauser Ortsvereine einen spektakulären Wohltätigkeitsball. Dafür müssen viele freiwillige Helfer anpacken. Warum sie diese Arbeit gerne machen

Laute Musik, glitzernde Kostüme, akrobatische Einlagen, spektakuläre Shows und eine Menge Spaß: Genau das gibt es bei der Wohltätigkeitsveranstaltung der Zusmarshauser Ortsvereine in der Schwarzbräuhalle. Doch was läuft eigentlich hinter den Kulissen der riesigen Veranstaltung ab? Hunderte Helfer packen an, ganz nach dem Motto der Zusamtaler Bettschoner: „Heroes, einfach heldenhaft.“

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Ab 9 Uhr kümmert sich die Feuerwehr um den Aufbau der Bestuhlung und die Wasserwacht um die Dekoration. Mitglieder des TSV übernehmen die Verköstigung, die Helfer des Musikvereins den Ausschank, der Frauenbund die Bar, der Krieger- und Soldatenverein den Einlass und die Geflügelzüchter springen ein, wo immer es brennt, sagt Helga Buck, die während der Veranstaltung das Festbüro betreut. Bei der mittlerweile 38. Show sind die Vereine und Helfer ein eingespieltes Team. Besonders offensichtlich wird das bei den Aufräumarbeiten. Hans Reitmayer, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft und einer von zwei Moderatoren der Veranstaltung, betont: „Am Sonntag wird hier bis halb sieben gefeiert, zwei Stunden später ist die Halle wieder picobello.“

Auch Bürgermeister Bernhard Uhl packt an: Als Helfer an der Kasse für die Speisen. Er trägt ein Superheldenkostüm. Zusammen mit seiner Frau Manuela ist er schon das fünfte Jahr in Folge dabei. „Diese Veranstaltung lebt vom Ehrenamt und das wollen wir unterstützen“, sagen die beiden.

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Zum gelebten Ehrenamt gehört auch Herbert Hafner. Ohne läuft in der Küche nichts. Etwa 250 Kilo Pommes, 150 Schnitzel und jeweils 60 Kilo Bratwurst und Schweinefleisch gehen bei der Veranstaltung über die Theke. Zur Küche gehört ein Team aus etwa 20 Helfern. Sie wissen, was zu tun ist. „Es läuft, ohne dass ich etwas sagen muss“, sagt Hafner, der die Wohltätigkeitsveranstaltung schon seit 15 Jahren mitgestaltet. Er sei der Erste, der kommt. Und einer der Letzten, der geht. Doch das macht ihm nichts aus. „Es ist schön, wenn so viele Leute zusammenarbeiten“, sagt er. In Hafners Augen würde in der Küche und an der Schenke aber nichts ohne Reinhard Mayr laufen. „Der ist gerade da drüben in der dunklen Ecke“, sagt Herbert Hafner und schmunzelt. Dann deutet er in Richtung Spülküche.

„Dadurch, dass ich bei der Brauerei arbeite, bin ich der erste Anlaufpunkt für viele“, sagt Reinhard Mayr. Er kümmert sich vor allem um die technischen Installationen, packt aber auch selbst mit an und spült Teller. Früher sei es manchmal zu Stromausfällen gekommen, „aber mittlerweile ist es eher ruhig“, sagt er. Zum ersten Mal war er mit der Musikkapelle vor 30 Jahren dabei. Er kommt jedes Jahr wieder „für die Wohltätigkeit, die Gemeinschaft und das eingespielte Team“.

Doch nicht nur die Vereine unterstützen die Wohltätigkeitsveranstaltung tatkräftig. „Normalerweise steht hier alles voller Lkw und Paletten mit Bierkisten“, sagt Karl-Hans Schmidt. Er arbeitet im Vertrieb von Schwarzbräu und weiß, dass die Zeit vor Fasching für die Mitarbeiter Ausnahmezustand bedeutet. Etwa zwei Wochen vorher wird begonnen, Paletten zu verschieben und auszulagern. Schmidt: „Freitagmittag ist dann alles leer.“ Mittlerweile ist die Wohltätigkeitsveranstaltung ein fester Bestandteil des Brauerei-Jahres. „Seit Jahren gibt es sogar einen eigenen Faschings-Schalter für die bunte Beleuchtung“, erklärt Schmidt.

Die Veranstaltung ist mittlerweile in vollem Gange. Besonders laut jubelt das Publikum bei den Vorstellungen der Bettschoner, den akrobatischen Pyramiden der Hollaria aus Augsburg und der Laudonia aus Lauingen oder bei den eher eleganten Sprüngen der rhythmischen Sportgymnastik des TSV Deuringen. Zum Programm gehört auch ein Auftritt der „Undercover Danke Company“ aus Burgau.

Den absoluten Höhepunkt erreicht die Stimmung beim Auftritt der Showfunken aus Taufkirchen. Die Weltmeister im Showtanz treten zum wiederholten Mal in Zusmarshausen auf und haben offensichtlich schon viele Fans unter den Zusmarshausern. Zum Abschluss der Veranstaltung versprechen sie Hans Reitmayer, wiederzukommen. Die Gage würde sich dabei nur um eine Kleinigkeit erhöhen: Reitmayer muss nächstes Jahr mit jeder einzelnen der 30 Tänzerinnen an die Bar gehen.

Vor der Veranstaltung hat Reitmayer noch gesagt: Besonders gut habe ihm im vergangenen Jahr der Satz „Fasching in der Schwarzbräuhalle ist ein Stück Zusser Kultur“ gefallen. Dieses Jahr ergänzt er: „Wenn ich nach der Veranstaltung ein Lächeln im Gesicht habe, dann ist das der Lohn für die ganze Arbeit.“ Nach dem Auftritt der Showfunken strahlt er.

Bei uns im Internet

viele, viele Bilder vom Zusmarshauser Wohltätigkeitsball gibt es unter

augsburger-allgemeine.de/bilder

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