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Gesellschaft

17.01.2015

Die Kehrseiten des Booms

Warum im Landkreis trotz hervorragender Wirtschaftsdaten die Soziallhilfekosten nach oben klettern

Es scheint auf den ersten Blick widersinnig: Der Landkreis Augsburg glänzt mit unterdurchschnittlichen Arbeitslosenquoten von weniger als drei Prozent und überdurchschnittlichen Zuwachsraten bei der Wirtschaftskraft. In den vergangenen Jahren sind über 2000 zusätzliche Jobs entstanden. Und dennoch steigen die Kosten für die Sozialhilfe unaufhaltsam.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr sollen die Sozialhilfekosten um fast elf Prozent nach oben gehen und heuer knapp 6,5 Millionen Euro ausmachen.

Für die sogenannten Hartz-IV-Empfänger und ihre Familien, insgesamt an die 5500 Menschen, kalkuliert die Landkreisverwaltung mit einem Eigenanteil des Kreises von fast 14,5 Millionen Euro, das sind fast sieben Prozent mehr als im abgelaufenen Jahr. Hinzu dürften noch rund zwölf Millionen Euro an Bundesmitteln kommen.

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Peter Beck ist am Landratsamt auch Chef für den Bereich Soziale Leistungen und kennt den Grund für den Anstieg im Bereich Hartz IV. Er hat ausgerechnet mit der gestiegenen Attraktivität des Augsburger Landes zu tun. Weil Zuzüge die Miete nach oben treiben, muss der Landkreis als Kostenträger mit mehr Geld für die Hilfsbedürftigen in die Bresche springen.

Waren 2014 12,2 Millionen Euro veranschlagt, sollen es heuer 13,3 Millionen sein. Gleichzeitig steigt auch die Zahl der Hartz-IV-Empfänger leicht an auf vermutlich mehr als 3000 Bedarfsgemeinschaften. Das aber sei aus finanzieller Sicht im Vergleich zu den Unterkunftskosten „gar nicht so erheblich“, sagt Beck, Die leichte Zunahme der Bedarfsgemeinschaften sei bei gleich bleibender Konjunktur normal – einige Arbeitslose, denen eine Firmenpleite den Job gekostet hat, finden einfach so schnell keine neuen Anstellung mehr.

Wer jenseits der 65 auf ein Berufsleben mit etlichen Unterbrechungen und schlecht bezahlten Jobs zurückblickt, für den ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er bei der Sozialhilfeverwaltung des Landkreises landet, weil die Rente nicht einmal das sogenannte Existenzminimum erreicht. Dann springt die sogenannte Grundsicherung ein. Der Landkreis stockt auf und muss das heuer in über 1100 Fällen tun. Unter dem Strich ergibt das eine Ausgabensteigerung von gut zehn Prozent auf 5,3 Millionen Euro – Ursache ist laut Beck die demografische Entwicklung mit immer mehr Rentnern. Eine gewisse Entlastung könnten im Frühjahr – wenn die Heiz- und Nebenkosten abgerechnet werden – die niedrigen Energiepreise bringen. Nicht aber für die Hilfsempfänger: Erhalten sie Geld zurück, wird das angerechnet.

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