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Biberbach

20.08.2020

Dorfladen in Biberbach ist weiterhin im Ausweichquartier

Das Team vom Dorfladen Biberbach hatte sich nach dem Umzug ins Ausweichquartier in der Raiffeisenstraße auf ein paar Monate Betrieb unter stark eingeschränkten Möglichkeiten eingestellt. Das war im Sommer 2018. Aus ein paar Monaten sind zwei Jahre geworden.
Bild: Marcus Merk

Plus Vor zwei Jahren ist der Dorfladen in Biberbach in die Raiffeisenstraße gezogen. Bis zum ersehnten Umzug in moderne Räume muss das Team aber noch warten.

Langsam geht ihnen die Lust und die Puste aus. Das Team vom Dorfladen Biberbach hatte sich nach dem Umzug ins Ausweichquartier in der Raiffeisenstraße auf ein paar Monate Betrieb unter stark eingeschränkten Möglichkeiten eingestellt. Zum Jahresende, dachten sie, könnte der Dorfladen in moderne Räumlichkeiten umziehen. Das neue Gebäude entstehe unter der Regie der Marktgemeinde, war die Zusage. Das war im Sommer 2018.

Aus ein paar Monaten sind zwei Jahre geworden und ein Ende des „unhaltbaren Zustands“, wie Geschäftsführerin Johanna Glink das Arbeiten im alten Gemäuer bezeichnet, sei immer noch nicht abzusehen. Eiskalt ist es im Laden im Winter und deshalb würden die Mitarbeiter ständig krank. Die Lade- und Lagersituation ist schier nicht mehr zu handhaben. Nur mit Ausnahmegenehmigungen kann der Laden überhaupt betrieben werden. Und am vorgesehenen Bauplatz ein paar hundert Meter entfernt ist noch keine Baggerschaufel Erde umgedreht. „Frustrierend“, sei das alles, „milde ausgedrückt“, für Glink und ihr Team. Wie sie noch einen Winter durchstehen sollen, steht in den Sternen.

In der Ortsmitte entsteht ein solides Gebäude mit Mehrfachnutzung

Realistisch sei die Erwartung einer Baufertigstellung innerhalb weniger Monate nicht gewesen, so Bürgermeister Wolfgang Jarasch auf Nachfrage. Denn ein solides Gebäude mit Mehrfachnutzung sei nun mal nicht so schnell zu realisieren wie „eine Blechschachtel im Gewerbegebiet“. So eine wolle man an exponierter Stelle in der Ortsmitte sicher nicht. „Das wäre eine klare Verfehlung des städtebaulichen Auftrags gewesen und das hat auch der Gemeinderat so gesehen.“

Auf dem 1800 Quadratmeter großen Grundstück an der Kreisstraße ist ein Gebäude von 300 Quadratmetern Grundfläche geplant; samt Park- und Liefermöglichkeiten. Über dem Dorfladen im Erdgeschoss ziehen gewerbliche Mieter ein. Mietverträge gebe es noch keine, doch es gebe regelmäßige Besprechungen mit den voraussichtlichen Mietern und dem Architekten Stefan Strohmayr, so der Bürgermeister. Nach dem aktuellen Baufahrplan steht der Rohbau im April 2021. Bis Oktober ist der Innenausbau samt Außenanlagen an der Reihe. Der Einzug ist für November 2021 geplant.

Biberbach bekommt für den Bau einen hohen Zuschuss

Es habe einfach Zeit gebraucht, die Voraussetzungen für die Bebauung des am Biberbach gelegenen Grundstücks zu klären, so der Bürgermeister. Die potenzielle Hochwassergefahr wie auch die Lärm- und Zufahrtssituation haben geklärt werden müssen. Erst als die Baugenehmigung des Landratsamtes Anfang des Jahres eingegangen sei, konnte der Förderbescheid des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) ergehen. Eine wichtige Finanzspritze für das Vorhaben. Bei der ersten Sitzung des Marktgemeinderates nach der Sommerpause im September gebe es nun die neuesten Zahlen mit aktualisiertem Planungsstand und Zeitplan, so Jarasch. Dann können die Ausschreibungen beginnen.

Ende Juli 2018 mussten die alten Geschäftsräume am Rathausplatz geräumt sein.
Bild: Marcus Merk (Archivfoto)

Vom ALE ist ein Zuschuss in Höhe von 540.800 Euro bereits zugesagt. Das ist zwar ein dicker Brocken von 65 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten von 832.000 Euro. Doch es wird nur der Dorfladen im Erdgeschoss gefördert, nicht aber die Räume im Obergeschoss. Diese Kosten, die im September vorgelegt werden, muss die Gemeinde alleine schultern. Und anschließend über die Mieteinnahmen wieder hereinholen.

Das Team wird die Kunden "nicht hängen lassen"

Wie hoch die Miete für den neuen Dorfladen sein wird, weiß auch Geschäftsführerin Johanna Glink derzeit noch nicht – ein weiterer Unsicherheitsfaktor für den Laden, der als genossenschaftliches Projekt gestartet war, um die Nahversorgung im Ort sicher zu stellen. „Wir werden unsere Kunden nicht hängen lassen“, wird Glink mit ihrem Team irgendwie durch den Winter kommen und die Regale gefüllt halten. Wie genau das funktionieren soll, weiß sie noch nicht.

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