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Konzert

10.12.2011

Ein Chor mit stimmlicher Strahlkraft

A-cappella-Chorsätze aus Renaissance und Frühbarock präsentierte das Schwäbische Madrigal-Ensemble in der Klosterkirche Holzen. Es sangen (von links) Claudia Mauthe, Gabriela Weilguni, Erika Beer, Monika Bator, Hannelore Maschke, (hintere Reihe von links) Robert Baumann, Karl Bauer, Josef Deffner, Eugen Hurler und Chorleiter Helmut Maschke.
Bild: Foto: Rosmarie Gumpp

Schwäbisches Madrigal-Ensemble bietet hohe Qualität in der Klosterkirche Holzen

Holzen-Allmannshofen „Machet die Tore weit“ – unter diesem Motto stand das Konzert des Schwäbischen Madrigal-Ensembles unter der Leitung von Helmut Maschke. Die zahlreichen Besucher erlebten nicht nur eine besinnliche Stunde in der Klosterkirche Holzen, sondern hörten auch Musik von ihrer besonderen Seite.

Nach sechsjähriger Pause hatten sich acht Mitglieder des ehemaligen Schwäbischen Madrigal-Ensembles zum Ziel gesetzt, die schönsten adventlichen und weihnachtlichen A-cappella-Chorsätze aus Renaissance und Frühbarock, aber auch Volksliedsätze aus Polen, Deutschland, Frankreich und England neu aufzulegen. Das Ensemble um seinen Leiter Helmut Maschke bot homogenen Chorklang, hohe Qualität und Präzision der Liedgestaltung und eine – trotz der kleinen Besetzung – große dynamische Bandbreite und stimmliche Strahlkraft.

Zu Beginn des adventlichen Teiles erklang die sechsstimmige Motette „Machet die Tore weit“ (Hammerschmidt), mächtig und raumfüllend. In gleicher Weise gelang das „Siehe, dein König kommt“ (Briegel). Dass das Ensemble aber auch ebenso gut in der Lage ist, filigran geführte Chorsätze überzeugend zu meistern, bewies die zurückhaltende Gestaltung des terrassendynamisch angelegten slowakischen Volksliedes „Am Himmel blühn drei Rosen“ (Satz: Helmut Maschke).

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Das anschließende technisch anspruchsvolle „Übers Gebirg Maria geht“ (Eccard) erklang stilgerecht und in einer transparent-atmenden Interpretation. Höhepunkt des ersten Teils jedoch war zweifellos das achtstimmige „Maria durch ein Dornwald ging“ (Satz: Wolters). Die Überstimme (Claudia Mauthe mit klarem Sopran) ließ auch musikalisch gesehen die Rosen erblühen.

Der zweite Teil des Konzertes war geprägt von weihnachtlicher Atmosphäre. So erklangen das tänzerische „In dulci jubilo“ (Eccard) und das virtuose „Psallite“ (16. Jahrhundert) nahezu strahlend. Bei den Chorsätzen „Den geboren hat ein´Magd“ (Chemin-Petit) und dem bekannten „Ich steh an deiner Krippen hier“ (Eccard) demonstrierte das Ensemble eine sensible Behandlung der Nachsilben und ein bei Chorkonzerten selten zu hörendes tragendes Pianissimo.

Der Transparenz der Stimmführung verpflichtet

Das französische Volkslied „Hört der Engel helle Lieder“ (Solo: Karl Bauer) gelang musikalisch duftig und bewegt. Im sechsstimmigen schlesischen Volkslied „O Freude über Freude“ (Satz: Helmut Maschke) glückte den Sängerinnen und Sängern ein überzeugender Abschluss des Konzertes. Trotz der Sechsstimmigkeit und der Polyphonie des Satzes blieb das Ensemble stets der Transparenz der Stimmführung verpflichtet. Erika Beer aus Meitingen bereicherte das Programm mit einem zusätzlichen meditativen Aspekt. Auf der Gitarre interpretierte sie Kompositionen von John Dowland (leicht und perlend die Sechzehntel-Läufe beim Stück „A Fancy“), Egberto Gismonti (überzeugend im „Agua e Vinho“ die Anklänge an die spanische Musik) und Augustin Barrios (zart und echogleich die Flageolett-Töne beim „Villancico de Navidad“).

Mit einer Zugabe, dem anrührend fünfstimmigen „Still o Himmel, still o Erde“, einem Weihnachtslied aus dem Chiemgau, bedankte sich das Ensemble bei den zahlreichen Zuhörern.

Übrigens: Die Musiker planen bereits ein neues Projekt. Im Frühjahr 2012 ist ein weltliches Konzert mit Madrigalen im stilvollen Salzburger Saal des Klosters Holzen geplant.

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