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Stadtbergen

21.10.2019

Ein Gotteshaus ganz in Blau

In Blau gehüllt zeigte sich erstmals die Pfarrkirche St. Nikolaus in Stadtbergen, in der festliche Barockmusik für Orgel, Pauke und Trompeten präsentiert wurde.
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In Blau gehüllt zeigte sich erstmals die Pfarrkirche St. Nikolaus in Stadtbergen, in der festliche Barockmusik für Orgel, Pauke und Trompeten präsentiert wurde.
Bild: Strohmayr

Die Pfarreiengemeinschaft Stadtbergen feiert die Gründung vor zehn Jahren an verschiedenen Orten mit einem emotionalen Programm, das viele Besucher überwältigt

Ein lebendiges Fest der Begegnung, offen für alle, feierte am Samstag die Katholische Pfarreiengemeinschaft Stadtbergen anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens. Den Auftakt der Nacht der offenen Kirchen bildete der Festgottesdienst in der Pfarrkirche Maria, Hilfe der Christen. In seiner Predigt stellte Stadtpfarrer Konrad Huber die Frage: „Ist die Kirche ein Auslaufmodell?“ Seine Antwort: „Ja.“ Das löste erst einmal Verwunderung bei den vielen Gottesdienstbesuchern aus. „Das Kirchenschiff darf nicht am Hafen liegen, an der Hafenmauer vor sich hindümpeln, es muss auf dem Meer Wellen, Wogen und Sturm bestehen, um die Gläubigen mit an Bord zu nehmen!“, erklärte Huber. Eine Botschaft, die ankam.

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Eröffnet wurde die Nacht mit den „getanzten Farben der Liebe“ mit der Ausdruckstänzerin Gabriele Hofweber, gefolgt von musikalischen Interpretationen des Gambisten Jakob David Rattingen und dem „A cappella von laut bis leise“, einem Chor von Martin Seiler.

In der Deuringer Kirche St. Gabriel, illuminiert in warmes honigfarbenes Licht, tanzten die Mädchen des TSV Deuringen zur Magie der vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft, begleitet von Barockmusik. „Nach diesem emotionalen Festgottesdienst ist es eine schöne Idee, die Menschen aus den Pfarreien bei den gegenseitigen Besuchen zusammen zu bringen, überall wird für jeden Geschmack ein individuelles Programm geboten“, erklärten Elke und Manfred John aus Deuringen, die auch den eigens eingerichteten Shuttleservice durch die Feuerwehr schätzten. Beide freuten sich auf einen weiteren Höhepunkt in St. Gabriel mit den Rhythmen von Percussioninstrumenten und Texten voller Lebensfreude der Gruppe „Different strokes“.

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Andrea Wittek und Mülji Gäkle wiederum fiel die Entscheidung schwer: Zuerst Stadtbergen oder Leitershofen? Sie einigten sich auf die festliche Barockmusik für Orgel, Pauke und Trompeten in St. Nikolaus. Unzählige weiße Kerzen leuchteten in der Dunkelheit und wiesen den Weg hinauf zur Kirche, die sich im Innenraum in blauem Licht zeigte. „Ein unglaublich schönes Konzert auf höchstem Niveau in dieser wohl einmaligen festlichen Atmosphäre“, waren sich die Damen einig. Unter den Konzertbesuchern befanden sich auch Markus und Claudia Riegel aus Leitershofen, die sich vorher im Pfarrheim „Zum Auferstandenen Herrn“ nach dem gemeinsamen Singen neuer geistlicher Lieder mit Pfarrer Rainer Remmele mit einer Gulaschsuppe gestärkt hatten. „Alles ist bestens organisiert, wir wollen möglichst viel vom Programm in allen Kirchen mitbekommen und nützen die Pausen, um ins Gespräch zu kommen“, berichtete das Ehepaar. Christa Niedermair, seit 26 Jahren Mesnerin in ihrer Leitershofer Heimatpfarrei, war überwältigt: „Ich bin ganz begeistert von unserer Kirche, heute ausgeleuchtet von lila bis pink. Das gab es noch nie. Anfangs war ich wirklich skeptisch und befürchtete, dass kaum Menschen am späteren Abend in die Kirche kommen. Dass es so viele sind, ist einfach fantastisch“. Sie musste weiter, schließlich stand noch ein weiteres Konzert „Die kontrastreiche Zeitreise durch die Sacra Musica“ an.

Für den Pastoralrat und Pfarrgemeinderat Bernhard Helleis war es an diesem Abend die größte Freude, dass die Nacht der Kirchen so gut angenommen wurde. Er sagte: „Ein Jubiläum, das vor allem zu Herzen ging.“ Er fand es faszinierend und berührend, dass zwölf Priester, ehemalige Kapläne und weitere Wegbegleiter, die im vergangenen Jahrzehnt seelsorgerisch für die Pfarreiengemeinschaft tätig waren, gekommen waren. „Der große Dank gilt vor allem unserem Stadtpfarrer Konrad Huber. Ohne ihn wäre das Zusammenwachsen der drei Pfarreien mit ihren unterschiedlichen Strukturen und Schwerpunkten nicht möglich gewesen“, betonte Pastoralratsvorsitzende Sibylle Geßler.

Für sie und die vielen Helfer ging ein langer Tag mit einem tiefen Gefühl der Zufriedenheit zu Ende, da zuletzt auch das festliche Abschlusskonzert mit dem bekannten Nördlinger Bach-Trompeten-Ensemble in St. Nikolaus mit feierlicher Bläsermusik und Paukenwirbel ein musikalisches Feuerwerk zum krönenden Abschluss zündete.

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