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Politik

11.12.2019

Für die Staudenbahn geht es weiter

Das bedrohte Nahverkehrsprojekt findet viele Unterstützer. Warum sie für die Grünen zur Verkehrswende gehört

Wie geht es weiter mit der Staudenbahn? Diese Frage bestimmte auch ein Treffen von Grünen-Politkern mit Bürgermeistern und Bürgern aus den Staudengemeinden. Dabei versicherten alle Teilnehmer, dass sie hinter der bedrohten Reaktivierung des regelmäßigen Personenverkehrs stehen.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag und Landratskandidatin, Silvia Daßler, machte deutlich, dass die Planungen weit vorangeschritten sind und die Arbeit und das Engagement der letzten Jahre nicht umsonst gewesen sein dürfen.

Nach Angaben der beiden Bürgermeister Peter Ziegelmeier (Fischach) und Josef Böck (Langenneufnach) ist das ganze Projekt in Gefahr, weil die BayernLB den Kredit für die Investitionen nicht gewährt. Ihr reichen die Sicherheiten nicht aus.

Für die Staudenbahn geht es weiter

Hubert Teichmann, Geschäftsführer der Staudenbahn mbH, ergänzte, alle Reaktivierungsprojekte in Bayern hätten die gleichen Probleme, da die Bestellgarantie der Bayerischen Eisenbahngesellschaft der Landesbank nicht als Garantie für einen Kredit ausreiche.

Doch damit wollen sich die Befürworter der Staudenbahn, der eine Studie gute Chancen bescheinigt, nicht abfinden. Die Staudenbahn sei eine notwendige Ergänzung für den öffentlichen Nahverkehr, nachdem sich bereits heute viele den teuren Wohnraum in Augsburg oder dem näheren Umland nicht leisten können und somit auf Gemeinden wie Gessertshausen, Fischach oder Langenneufnach ausweichen. Bürgermeister Ziegelmeier wies darauf hin, dass die Staudenbahn ein bedeutender Standortvorteil für die Stauden wäre. Bei Gesprächen mit Investoren sei dies immer wieder Thema.

„Die Reaktivierung der Staudenbahn bis nach Langenneufnach ist nur der erste Schritt, eine Ertüchtigung der Strecke bis Türkheim ist mittelfristig das Ziel“ erklärt Bürgermeister Ziegelmeier. Sein Kollege Böck ist sich sicher, „dass die Region durch die Staudenbahn an Attraktivität gewinnt.“

Die Neu-Ulmer Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz nannte als Beispiel die Reaktivierung der Strecke Senden-Weißenhorn. Die Fahrgastzahlen stiegen ihren Angaben zufolge zwischen 2014 und 2018 um 8,9 Prozent. „Ein ähnlicher Erfolg könnte die Staudenbahn werden.“ Weiter sagte sie: „Wenn wir die Verkehrswende hinbekommen wollen, muss das Ungleichgewicht bei der Finanzierung von Straße und Schiene endlich beendet werden.“ Die Reaktivierung der Staudenbahn koste etwa 23 Millionen Euro, die B-300-Umgehung Diedorf werde mit rund 160 Millionen Euro veranschlagt.

Ähnlich wie der Bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) setzt die Grünen-Abgeordnete auf eine Änderung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes, das derzeit in Berlin überarbeitet wird. Derzeit werden die Mittel ausschließlich für den Neu- und Ausbau verwendet. Künftig sollen diese Mittel auch für Sanierungsprojekte zur Verfügung stehen – das wäre eine Chance für die Staudenbahn.

Um das Projekt am Leben zu erhalten, will der Landkreis die Kosten für die Erstellung der relevanten Unterlagen für die erste Planungsphase übernehmen. Kostenpunkt: 105000 Euro. Im Rahmen der Vorstellung des Haushaltsentwurfs des Landkreises im Kreistag dankte Bürgermeister Ziegelmeier den politischen Akteuren dort, dass diese Summe so unproblematisch als Hilfe für das Projekt zur Verfügung gestellt worden sei. Dem schloss sich Landrat Martin Sailer an.

Die Fraktionsvorsitzenden hatten kurz zuvor beschlossen, die Summe für die erste Planungsphase zu übernehmen. Dabei sollen alle relevanten Unterlagen zusammengestellt werden, die für das darauffolgende Planfeststellungsverfahren benötigt werden. Nur so könne am Ende eine verlässliche Kostenaufstellung erfolgen, heißt es aus dem Landratsamt. (AL/jah/cf)

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