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Ortsplanung

24.06.2017

Garten, Hof und Haus in einem

Eine Bauform, die wieder in Mode kommt, könnte auf dem jetzigen Wörner-Areal entstehen. Wie es mit den Plänen für einen Bullenstall mit Silos weitergeht

Erneut stand der Bebauungsplan für den Bereich zwischen Diedorf und Lettenbach auf der Agenda des Marktgemeinderatssitzung Diedorf. Die Ratsmitglieder möchten auf dem freiliegenden Gelände, das die Ortsteile Diedorf und Lettenbach trennt, eine neue städtebauliche Entwicklung vorantreiben. Städteplaner Werner Dehm vom Büro Opla stellte dazu verschiedene Konzepte mit unterschiedlicher städtebaulicher Ausprägung vor und ging nochmals auf die Rahmenbedingungen ein.

Er verwies auf der rechten Seite des Geländes auf die bestehenden besonderen Wohnformen, links befindet sich der Gärtnereibetrieb Wörner, der inzwischen auf Antrag des Eigentümers in ein allgemeines Wohngebiet umgenutzt werden soll, sowie freistehende, meist zweigeschossige Einfamilienhäuser mit vorwiegend Satteldächern.

Zum Rechtsstatus erklärte Dehm, dass dort auch das bereits bestehende Baurecht für eine landwirtschaftliche Maschinenhalle gesichert werden müsse. Des Weiteren bestünden für das Gelände Anträge für einen Bullenstall mit Silos. Der unangenehme Geruch der Tiere ginge dabei in Richtung der Geschoßwohnungen. Hinsichtlich der Möglichkeit des Baus eines Bullenstalls meinte Dehm: „Im schlimmsten Fall wird er an dieser Stelle kommen, im günstigsten Fall nicht.“

Um ihr Vorhaben durchführen zu können, ist es für die Marktgemeinde Diedorf deshalb höchste Zielsetzung, Gespräche mit allen Beteiligten zu führen und Tauschflächen anzubieten. Dehm riet der Marktgemeinde, die Zeit während des Planfeststellungsverfahrens gut zu nutzen, denn sie habe ein berechtigtes, legitimes und begründetes Interesse, diesen Raum frei zu halten. Sicherheit, dass der Bullenstall nicht kommt, gäbe es letztendlich aber erst, wenn der Bebauungsplan Rechtskraft hat. Bürgermeister Peter Högg war zuversichtlich und ging davon aus, den Bebauungsplan durchzubringen.

Nach Vorstellung der Marktgemeinde sollen künftig im Süden und Westen des Plangebiets weitere Wohnbauflächen entwickelt werden. Vorgegeben ist weiter die Erhaltung einer Zäsur (Fläche für die Landwirtschaft) zwischen dem Altdorf Diedorf und dem Ortsteil Lettenbach, um die klimatischen Funktionen zu sichern und zu erhalten und gleichzeitig die Siedlungsgliederung weiter erkennbar zu erhalten. Hier waren sich die Mitglieder des Gemeinderats einig, dass die Frischluftschneise so groß wie möglich sein sollte.

Der erste Entwurf des Büros Opla zeigte eine lockere bauliche Dichte mit dem Versuch, in drei kleinere Quartiere zu gliedern. Der zweite Vorschlag wies eine dichtere Bebauung mit gefälliger Grundstücksgroße in schöner Streubreite auf. Besonders gut kam der unkonventionelle Entwurf einer Gartenhofhaus-Bebauung bei den Gemeinderäten an, die auf dem jetzigen Wörner-Areal entstehen könnte. Es handele sich dabei um „eine unglaublich spannende Geschichte“, die heute ihre Renaissance erleben würde und bei der sich jeder Bauherr verwirklichen könnte. Gartenhofhäuser sind abgeschlossene Einheiten mit charakteristischen Innenhöfen. Sparsamer Umgang mit Grund und Boden sowie eine hohe Identität des Bauherrn zeichnen diese Bauweise aus.

In der anschließenden Diskussion des Gemeinderats tendierte man schließlich dazu auf Höhe des Seniorenzentrums baulich etwas zurück zu fahren. Über den Kreisel an der Lindenstraße hinaus solle keine Bebauung stattfinden, dafür waren die Marktgemeinderäte offen dafür, auf dem Wörner-Areal diese neue Variante des Bauens zu wagen, als eine Art Mischung zwischen Stadt und Dorf.

Bürgermeister Högg warf ein, dass bei dem dann zu erwartenden Zuzug vieler Neubürger auch ein Platz für einen Kindergarten vorgesehen werden müsse.

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