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Landkreis Augsburg

07.01.2019

Gegen Stress: Raus aus dem Hamsterrad

Wenn sich der Stress zu einem Dauerzustand entwickelt, gerät der Körper aus dem Gleichgewicht. Es ist wichtig, für einen Ausgleich zu sorgen.
Bild: Oliver Berg, dpa (Symbolfoto)

Stress reduzieren und Ausgleich schaffen ist ein guter Vorsatz für das neue Jahr.

Im Büro wartet eine Flut an ungelesenen E-Mails, zu Hause quillt der Wäschekorb über, dafür ist der Kühlschrank leer und in der Freizeit reiht sich Termin an Termin. Das neue Jahr beginnen viele Menschen mit guten Vorsätzen. Und an erster Stelle steht laut einer aktuellen Forsa-Umfrage Stressabbau. Welche negativen Folgen Stress haben kann und wie Betroffene sie bewältigen können weiß Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der Deutsche Krankenversicherung (DKV).

„Wenn wir uns in einem Stresszustand befinden, schüttet der Körper Adrenalin und Noradrenalin aus“, erklärt Reuter. „Diese Hormone mobilisieren den Körper, sodass wir in schwierigen Situationen schnell reagieren können.“ Da der Organismus dabei auf seine Energiereserven zurückgreift, benötigt er anschließend eine Phase, in der er sich regenerieren kann. Dann kann Stress sogar gesund sein: „Der sogenannte Eustress steigert die Leistungsfähigkeit, erhöht die Aufmerksamkeit und wirkt belebend.“ Langfristig hat er einen positiven Effekt auf Körper und Geist.

Der natürliche Rhythmus ist wichtig

„Allerdings finden Menschen, die ständig ‚unter Strom’ stehen, nicht mehr in den natürlichen Rhythmus aus Anspannung und Entspannung zurück“, sagt der Experte. Wenn sich die vorübergehende Belastung in einen Dauerzustand verwandelt, könne der Körper die Hormone nicht mehr ausreichend abbauen und gerate aus dem Gleichgewicht. „Dieser sogenannte Distress kann zu Kopf- oder Rückenschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Abgeschlagenheit, innerer Unruhe, Gereiztheit, Schlafstörungen oder depressiven Verstimmungen führen.“ Das sei übrigens keine Frage des Alters: Auch Kinder und Jugendliche können bereits unter andauerndem Stress leiden.

Bei Alarmsignalen wie Schlafstörungen ist es Zeit zu handeln. Die gute Nachricht sei, dass den Umgang mit Stress jeder lernen kann. Der erste Schritt: Stress als natürliche Reaktion des Körpers akzeptieren. „Dann können wir die Energie, die er freisetzt, in vielen Situationen sogar positiv nutzen“, ist Reuter überzeugt.

Wichtig ist nur der darauffolgende Ausgleich. „Um die Anspannung in stressigen Zeiten abzubauen, gibt es für jeden Menschen individuell passende Methoden“, weiß der Experte. Sport steht dabei an erster Stelle. Denn die körperliche Aktivität hilft, den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Meditation kann helfen

Aber auch Meditation oder bewährte Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können helfen, bewusst abzuschalten. Manch einer entspannt auch beim Stricken oder Malen. „Wer sich regelmäßig Zeit für sich selbst nimmt, hat schon viel getan, um Stress abzubauen“, so Reuter. Das können zum Beispiel zwei Abende in der Woche sein oder ein Tag am Wochenende. „In der Zeit am besten auch das Smartphone weglegen“, empfiehlt der Experte.

Denn die ständige Erreichbarkeit und die Präsenz in den sozialen Medien empfinden viele als Stress: Die Timeline will gelesen, Nachrichten beantwortet und Bilder gepostet werden. Also am besten Handy weglegen oder es einfach abschalten. Vielleicht sogar jeden Abend um 20 Uhr. Oder mal ein ganzes Wochenende lang. (AL)

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