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Gersthofen

03.06.2017

Goethe wacht jetzt über seine Schule

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Voller Begeisterung widmeten sich die Schüler der Goethe-Schule in wort und Gesang dem Dichterfürsten und gestalteten so den Festakt zum 50. Jubiläum. 

Heutige und ehemalige Schüler zeigen zum am 50. Jubiläum in Gersthofen beeindruckenden Gemeinschaftsgeist.

Als sie gebaut wurde, stand sie fast noch allein auf weiter Flur. Heute ist die Gersthofer Goethe-Grundschule ein fester Bestandteil des Bildungsangebots in der Stadt. Mit einem Festakt feierten Lehrer, Eltern, Schüler und Ehrengäste das 50. Jubiläum der Schule.

Das Schulteam hatte dazu ein buntes Rahmenprogramm mit Gesang und Musik vieler Kinder ausgedacht. Grundlage dafür war eine ganze Projektwoche, in der sich die Buben und Mädchen klassenübergreifend mit Johann Wolfgang Goethe, seinem Leben und seiner Literatur befassten.

Wie die „Südwestschule“ zur Goethe-Schule wurde

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Dritter Bürgermeister und Ex-Goetheschüler Reinhold Dempf gab einen historischen Rückblick und erzählte Geschichten aus erster Hand. Er hat als Sohn des ehemaligen ersten Schulhausmeisters einen ganz besonderen Bezug zur Goetheschule. Nachdem die Erweiterung der Mozart- und der Pestalozzischule abgeschlossen waren, waren beide schon wieder zu klein, sodass man sich im Jahr 1964 auf die Suche nach einem neuen Standort machte. Nach längeren Beratungen und Diskussionen über die Namensgebung, wurde aus der „Südwestschule“ dann die Goethe-Schule, erzählte Dempf. Auch Albert Schweitzer, Ludwig Thoma und Friedrich Schiller waren als Namenspatrone ins Gespräch gebracht worden.

Richtfest für den zehn Klassenräume und eine Turnhalle umfassenden Bau war dann am 12. August 1966, die offizielle Einweihung am 14. Oktober des folgenden Jahres. Der gemeinsam von den Architekten Alois Strohmayr und Hermann Öttl entworfene Bau wurde damals als „weit und breit schönstes Schulgebäude“ bezeichnet. Reinhold Dempf erinnerte sich, dass es in der ersten Zeit in die Hausmeisterwohnung, aber auch ins Schulgebäude hereinregnete. „Die haben das Dach einfach nicht dicht bekommen.“

Die Schule ist in die Jahre gekommen

Bürgermeister Michael Wörle überreichte ein besonderes Geschenk – eine speziell angefertigte Büste des Dichterfürsten Johann Wolfgang Goethe. Diese wurde mit 3D-Druck produziert und von zwei in Gersthofen ansässigen Unternehmen gestiftet. Platz findet das Kunstwerk auf einer Steinsäule, die für diesen Anlass individuell gestaltet wurde. Besucher der Schule können das Kunstwerk künftig im Eingangsbereich bestaunen. Besonderes Detail: Bei der Produktion der Büste war auch Alex Connor beteiligt: „Es macht mich schon sehr stolz, dass in meiner ehemaligen Schule jetzt eine Büste steht, die ich mit produziert habe.“

Michael Wörle betonte: „Die Schule ist seit ihrer Eröffnung stetig mit den Anforderungen gewachsen.“ Da das Gebäude inzwischen deutlich in die Jahre gekommen ist, versprach der Bürgermeister, dass im kommenden Jahr entweder eine Sanierung oder ein Teilneubau angegangen werden soll. „Genaues muss der Stadtrat noch entscheiden.“

Erziehung als Ergebnis guter Zusammenarbeit

Schulamtsdirektorin Aloisia Wiedenmann ging darauf ein, dass von den heute 191 Schülern der zweizügigen Schule mit acht Klassen 81 oder 41 Prozent einen Migrationshintergrund haben. Sie betonte: „Trotz ihrer Jahre spiegelt die Schule ein modernes Verständnis wider.“ Sie appellierte an die Eltern, die Arbeit der Lehrkräfte zu unterstützen und ihre Würde zu achten.

In diese Richtung ging auch die Elternbeiratsvorsitzende Sandra Hofmeister: „Eltern und Lehrer müssen mit den Schülern an einem Strang ziehen, damit gute Erziehungsarbeit gelingt.“

Schulleiterin Irmgard Frank zitierte passenderweise Goethe: „Der Charakter ruht auf der Persönlichkeit, nicht auf den Talenten.“ In diesem Sinne sei auch das Schul-Leitbild auf gegenseitige Wertschätzung, Anerkennung und Gleichberechtigung ausgerichtet, Werte die ein friedliches Zusammenleben und gewaltfreie Konfliktlösung ermöglichten. „Die Charakterbildung ist uns sehr wichtig.“

Irmgard Frank zeigte sich stolz auf die Ergebnisse der Goethe-Projektwoche. Was die Schüler an Liedern, Gedichten und Texten erarbeitet hatten, konnte sich sehen lassen – ebenso wie eine Ausstellung mit Fotos aus der Geschichte des 50-jährigen Schulhauses. Ein originelles „Zuckerl“ war ein Video, in dem Schüler aber auch jeden noch so verborgenen Winkel der Schule vorstellten und Einblicke gewährten, die sonst kaum jemand erhält.

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