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Zusmarshausen

18.07.2010

Gutachten zum Rothsee

Nass- oder Trockenentschlammung des Rothsees - mit dieser Frage setzte sich der Gemeinderat Zusmarshausen bei seiner letzten Sitzung intensiv auseinander. Zur besseren Entscheidungsfindung lag ein Gutachten eines Ingenieurbüros vor. Von Manfred Miller

Zusmarshausen. Nass- oder Trockenentschlammung des Rothsees - mit dieser Frage setzte sich der Gemeinderat Zusmarshausen bei seiner letzten Sitzung intensiv auseinander. Zur besseren Entscheidungsfindung lag ein Gutachten des Ingenieurbüros Steinbacher-Consult vor. Nun ging es darum, auf welche Art und Weise die Entschlammung durchzuführen sei, denn es handelt sich um ein Volumen von 50 000 Kubikmetern. Erschwert werde die Sanierung dadurch, so Bürgermeister Albert Lettinger, dass der See in das Artenschutzprogramm aufgenommen wurde und dadurch eine artenschutzrechtliche Prüfung erfolgen müsse, was zu Verzögerungen führt. Die voraussichtlichen Kosten - nur für die Entschlammung - belaufen sich auf rund 1,27 Millionen Euro, wobei mit einem Zuschuss von maximal 375 000 Euro zu rechnen ist.

Wolle man den Zuschuss in Anspruch nehmen, so müsse der Beginn der Maßnahmen bis spätestens Anfang Juni 2012 erfolgen. Die Gemeinde denke aber daran, schon im Herbst 2011 damit zu beginnen. Die entsprechenden Mittel werden in den Haushalt eingestellt.

Drei Varianten zur Auswahl

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Was die technische Realisierung betrifft, so sollte dies durch ein Umgehungsgerinne erfolgen, zu dem das Ingenieurbüro drei Varianten vorgestellt hat. Variante eins sieht vor, dass das gesamte Wasser der Roth um den See herumgeleitet wird, was kein Sedimentabbaubecken erfordert, zu keiner Verschlammung führt und eines geringen Pflegeaufwands bedarf, dafür aber kein Wasserausgleich für die Verdunstung des Sees erfolgt, die Liegewiesen in südlichen Bereich stark reduziert werden und sehr hohe Investitionskosten von 2,1 Millionen Euro entstehen. Variante zwei dagegen würde zwischen 1,2 und 1,7 Millionen Euro kosten. Hier erfolgt weit weniger Verschlammung, doch Voraussetzung wäre, dass es genügend Quellen im See gibt, die für den erforderlichen Wasserausgleich sorgen.

Auch die Liegewiese im südlichen Bereich wäre von entsprechenden Einschnitten betroffen. Ratsmitglied Dr. Susanne Hippeli gab zu verstehen, dass schon aus diesem Grund keine Nassentschlammung erfolgen kann, weil man sonst nichts über „alle vorhandenen Quellen erfährt.“ Die Quellen müssten mindesten 20 bis 30 Kubikmeter Wasser pro Tag als Verdunstungsausgleich liefern. Die kostengünstigste Alternative wäre Variante drei, die nur Kosten zwischen 900 000 und 1,3 Millionen Euro verursachen, dafür aber weiterhin hohen Schlammeintrag und geringe Reinigungsleistung bedeuten würde.

Gleich zu Beginn der Diskussion wies Bürgermeister Lettinger darauf hin, dass es im Zusammenhang mit der Umsetzung der Sanierung durchaus unterschiedliche, teilweise auch widersprüchliche Erwartungen gäbe, die man nicht alle erfüllen könne. Dr. Florian Sommer von der CSU-Fraktion wollte wissen, ob man das Wasser des Sees nicht schon im Sommer ablassen könne, was jedoch wegen des Fischbestandes nicht möglich sei.

Gemeinderat Kastner, der sich „unbedingt für die Trockenentschlammung“ aussprach, machte sich Gedanken über die Finanzierung, die der Markt „nicht schultern“ kann. Dr. Susanne Hippeli meinte, „wenn die Sanierung in ein ökologisches Gesamtkonzept passt, kann man bis zu 75 Prozent Zuschüsse anfordern.“ Man müsse jetzt einfach „Geld in die Hand nehmen“, um dadurch auch eventuelle Folgekosten zu vermeiden.

Immer wieder tauchte im Rat die Frage auf, warum man die billigere Nassentschlammung nicht einer Trockenentschlammung vorziehe. Hier wurde deutlich gemacht, dass man bei der Nassentschlammung zum einen nicht den gesamten Schlamm entfernen und dann auch nicht die eventuell vorhandenen Quellen ausfindig machen kann. Zudem wäre dazu ein entsprechender Grund notwendig, auf dem der Schlamm über längere Zeit gelagert werden kann. Dieser steht der Gemeinde derzeit nicht zur Verfügung.

Gemeinderat Kraus (CSU) wies darauf hin, dass man immer das Gesamtkonzept im Auge haben müsse und so kommen für ihn von den vorgeschlagenen Varianten nur die erste und zweite infrage.

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