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Feier

20.01.2015

Immer mehr Gäste treffen sich zum Neujahrsempfang

Für den Bürgerempfang zeichneten (von links) Klaus Gerstmayr, Wolfgang Jarasch, Pfarrer Ulrich Lindl und Wolfgang Bertele verantwortlich.
Bild: Sonja Diller

In Biberbach reicht die Schule kaum noch als Veranstaltungsort aus. Hier stimmt außerdem die Verbindung Politik und Kirche

Der vom damaligen Zweiten Bürgermeister Gerhard Guffler angeregte Neujahrsempfang für alle Bürger hat sich seit seiner Erstauflage 2009 zur Erfolgsgeschichte gemausert. Jedes Jahr steigt die Zahl der Bürger, die gemeinsam das neue Jahr in der Gemeinde begrüßen, und so reichte an diesem Wochenende die Aula der Grundschule und die Galerie gerade noch aus, um allen Gästen einen Sitzplatz anbieten zu können.

Unter dem Motto „ Biberbach zwischen Fuggern, Oldtimern und Mozart“ präsentierte Bürgermeister Wolfgang Jarasch nach der Begrüßung durch Zweiten Bürgermeister Klaus Gerstmayr die wichtigsten Begebenheiten des vergangenen Jahres und einen Ausblick auf 2015. Stolze 500 Jahre Fugger in Biberbach wurden beim Fest auf der Markter Burg im Juni gefeiert. Viele Vereine und Bürger hatten sich beim Festwochenende und beim Rahmenprogramm eingebracht; an die Hausherren der Burg, die Familien Mannert und Fries, ging ein besonderes Dankeschön für die Überlassung des in Privatbesitz befindlichen Areals. Die Oldtimer kommen im Juli ins Dorf, das als Endpunkt der diesjährigen Oldtimer-Rallye des Landkreises ausgewählt wurde.

Zudem wirft das Jubiläum des Orgelwettstreits zwischen dem neunjährigen Wolfgang Amadeus Mozart und dem elfjährigen Biberbacher Talent Sigmund Eugen Bachmann seine Schatten voraus. Der Wettstreit jährt sich zwar erst 2016 zum 250. Mal, doch die Vorbereitungen dafür werden frühzeitig beginnen, so Jarasch in seinem Ausblick.

Große Herausforderungen des neuen Jahres werden der Hochwasserschutz sein wie auch das Thema Inklusion, also Teilhabe aller Bürger an den Angeboten der Gemeinde. Hier wirft die zwar schöne, aber hügelige Lage der Gemeinde schon bei der zum Ziel gesetzten Barrierefreiheit der Schule viele Probleme auf. „Wir müssen allein hier sieben Ebenen verbinden, um Menschen mit körperlicher Behinderung den Zugang zu allen Bereichen zu ermöglichen“, so Jarasch. Aktuell werde eine Aufzug-Lösung auf Machbarkeit geprüft.

Einer der Neubürger, der in Biberbach zum Aufwärtstrend bei den Demografiedaten beitrug, ist Pfarrer Ulrich Lindl, der deshalb seinen Part als „Gastredner“ nicht als Gast, sondern schon als Gemeindebürger versah, wie er scherzhaft auf seinen kürzlich erfolgten Einzug ins frisch renovierte Pfarrhaus verwies. Mit dem schönen alten Pfarrhaus reihe man sich übrigens in den Jubiläumsreigen gerne ein, denn das Gebäude sei 1765 erbaut und somit in diesem Jahr 250 Jahre alt, so Lindl.

„Politik und Kirche. Geht das zusammen?“ war der Titel seines Vortrags, mit dem er sich der Gemeinde erstmals im großen Rahmen vorstellte. In Biberbach sei das keine Frage, beantwortete Lindl die Fragestellung im lokalen Rahmen gleich zu Beginn. „Über den eigenen Kirchturm hinaus“ gesehen ließ er Personen in Zitaten zu Wort kommen, deren Namen nicht unmittelbar mit Aussagen zum Glauben in Verbindung gebracht werden. So habe der ehemalige britische Premierminister Tony Blair gesagt, dass Theologie viel interessanter sei als Politik, und der Linken-Politiker Gregor Gysi, der sich selbst als „bekennender Heide“ bezeichne, zitierte Lindl mit dessen Worten, er habe Religion immer geschätzt, ohne selbst religiös zu sein.

Fehlende soziale Gerechtigkeit ist ein Sicherheitsrisiko

Kirche und Politik müssten „Hand in Hand gegen Finanzjongleure“ und für eine soziale Marktwirtschaft arbeiten, stellte Lindl die Verbindung her. Fehlende soziale Gerechtigkeit sei das eigentliche Sicherheitsrisiko unserer Gesellschaft, und der „kurze Schritt von der Ökonomie zur Ökologie“, die wiederum auch ein spirituelles Anliegen ist, schließe wieder den Kreis zwischen Kirche und Politik.

Der Dritte Bürgermeister Wolfgang Bertele bedankte sich bei den vielen Akteuren, die zum Gelingen des Dorflebens und des Abends beigetragen hatten, insbesondere bei den Lehrern und Schülern der Musikschule, die musikalische Akzente setzten und die Gäste mit der James-Bond-Erkennungsmelodie „Golden Eye“ zu Häppchen und guten Gesprächen ans Büfett schickte.

Süßes als Ergänzung zum Deftigen lieferte der Imkerverein Biberbach, der sich damit für die Unterstützung der Gemeinde bei der Vereinsarbeit und für die neuen Räume im Haus der Vereine bedankte.

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