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Fischach

13.12.2019

In Fischach daheim zwischen 250 Nähmaschinen

250 historische Nähmaschinen stehen bei Josef Lachenmayr. Bereits vor 45 Jahren hat der Rentner mit dem Sammeln angefangen.
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250 historische Nähmaschinen stehen bei Josef Lachenmayr. Bereits vor 45 Jahren hat der Rentner mit dem Sammeln angefangen.
Bild: Marcus Merk

Plus Josef Lachenmayr besitzt in Fischach eine riesige Sammlung an historischen Dingen aus den vergangenen zwei Jahrhunderten. Doch langsam geht ihm der Platz aus.

Historische Gegenstände sind seine große Leidenschaft. Und es gibt für Josef Lachenmayr nur wenig, was man nicht aufheben kann. Wer sein gepflegtes Wohnhaus in Aretsried betritt, merkt zunächst nichts von seinem Hobby. Doch spätestens im Keller kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus.

In mehreren Zimmern hat der 67-Jährige unzählige historische Dinge aus den vergangenen zwei Jahrhunderten fein säuberlich in Regalen einsortiert oder aufgehängt: Haushaltswaagen, Nähmaschinen, Bügeleisen, Mühlen, landwirtschaftliche Geräte. Schreibmaschinen, Bierkrüge, Fotoapparate, Rechenmaschinen, Uhren – die Liste ist lang. Alleine an Waagen besitzt Lachenmayr 360 Stück, von den Nähmaschinen sind es 250 historische Exemplare.

Er hat 1600 Pillendosen gesammelt

Bereits vor 45 Jahren hat der Rentner mit dem Sammeln angefangen, erzählt er stolz und fährt fort, dass für ihn der Wert der Gegenstände zweitrangig ist. Viel mehr geht es ihm um die Freude und den Spaß, die alten Dinge zu sammeln und anzuschauen. Besonders fasziniere ihn beispielsweise, welche Formen und Motive es bei Pillendosen gebe. Diese werden zwar heute nur noch selten benutzt, doch er hat 1600 solcher Dosen gesammelt und stellt sie in mehreren Glasvitrinen in seinem Wohnhaus aus. Von einfachen bis kunstvoll verzierten und bunt bemalten Dosen hat der Sammler viele Ausführungen vorrätig.

In Fischach daheim zwischen 250 Nähmaschinen
Einige Jahrzehnte hat auch die Spardose bereits auf dem Buckel.
Bild: Marcus Merk

Besondere Freude hat Lachenmayr auch an seinen antiken, verspielten Spardosen aus Guss. Legt man beispielsweise eine Münze auf einen Baumstamm auf der Dose, wird eine Figur aktiviert, die den Stamm bildlich absägt und die Münze fällt in den Behälter.

Oft vermerkt der Sammler auf den Gegenständen auch das Kaufdatum, den Preis und den Ort, an dem sie gekauft wurden. Fündig wird er in Auktionshäusern und auf Flohmärkten, wo er auf Schnäppchenjagd geht. Der Preis ist oft gering, da viele Leute die alten Dinge einfach loshaben wollen. Doch für Lachenmayr sind sie wertvoll.

Alleine das Staubwischen benötigt viel Zeit

Auch das Alter kennt er von etlichen Gegenständen. Eine Schreibmaschine stammt beispielsweise aus dem Jahr 1905 und eine Nähmaschine aus dem Jahr 1851. Gemeinsam mit seiner Frau kümmert er sich um die Pflege seiner Ausstellung, denn alleine das Staubwischen benötigt viel Zeit. Während des Rundgangs erlebt der Besucher eine Zeitreise, denn der Rentner kann zu vielen Geräten etwas erzählen.

So rettete er eine alte Waage, die von einer Fischacher Bäckerei eigentlich entsorgt werden sollte, vor der Müllhalde und ein alter Hufreiniger stammt von einer Postkutsche aus Augsburg. Mickey-Mouse-Hefte aus den 1950er Jahren hat Lachenmayr ebenso vorrätig wie einen knapp 130 Jahre alten Kinderwagen, mit dem er bereits stolz seine Enkel gefahren hat.

Eine Wand, an der fein säuberlich alte Pfeifen hängen. „Je reicher der Bauer früher war, desto größer die Pfeife“, erzählt Lachenmayr schmunzelnd.
Bild: Marcus Merk

Dieser ist ein besonderer Blickfang im Sammelsurium. Ins Auge stechen auch ein Schallplattenspieler mit einer Blechschallplatte sowie eine Wand, an der fein säuberlich alte Pfeifen hängen. „Je reicher der Bauer früher war, desto größer die Pfeife“, erzählt Lachenmayr schmunzelnd. Viele seiner Schätze hat der ehemalige Milchfahrer auch von Landwirten bekommen. „Die wussten schon von meiner Sammelleidenschaft und haben mir öfters ausrangierte Dinge mit gegeben.“

Er hat auch noch ein zweites Hobby

Sein Hobby macht Lachenmayr zwar sehr viel Freude, doch langsam geht ihm der Platz im Haus aus. Mehrere Zimmer und auch das Gartenhäuschen sind bereits als Ausstellungsfläche umfunktioniert worden. Aber er hat noch ein zweites Hobby: Der handwerklich Begabte repariert und bastelt gerne in seiner Garage. Und eine ganz besondere Freude ist für das Frühjahr, wenn die Stare wieder in seine liebevoll gebauten Starenkästen einziehen.

Bereits erschienen in unserer Serie "Hausbesuche":

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