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Meitingen

13.05.2015

„Keine weiteren Störfeuer“

Das Stahlwerk in Herbertshofen (unser Bild): Der Betriebsrat beurteilt die aktuelle Entwicklung sehr positiv.
Bild: Bild: Marcus Merk

Der Betriebsrat der Lech-Stahlwerke sieht das Unternehmen auf einem guten Weg. Stahlwerksbetreiber Max Aicher habe auch ein neues Projekt angekündigt, es werde also zukunftsweisend investiert. Deshalb müssten weitere "Störfeuer" der Bürgerinitiativen unterbleiben.

Im aktuellen Kampf um die Zukunft der Lech-Stahlwerke hat sich der Betriebsrat zu Wort gemeldet. In einer Pressemitteilung fordern Betriebsratsvorsitzende Maria Heinrich und ihr Stellvertreter Peter Hochhuber von den Bürgerinitiativen, dass es „keine weiteren Störfeuer“ mehr geben dürfe. Schließlich erfülle Stahlwerkseigner Max Aicher mit der geplanten Einhausung des Schrottplatzes die höchste Anforderung zum Lärmschutz, die das Landratsamt, die Bürgerinitiativen Lech-Schmuttertal und AGL sowie die Gemeinde Meitingen eingefordert hätten. Die aktuelle Entwicklung sei also sehr positiv, so die Betriebsratsvorsitzende Heinrich zu den laufenden Gesprächen unter Führung der Regierung von Schwaben.

Diese Gespräche waren in einer Gerichtsverhandlung vereinbart worden. Damals ging es um den Bau eines Mitarbeiterparkplatzes, den Aicher nicht realisieren durfte weil das Stahlwerk nachts an einigen Orten die zulässigen Lärmwerte überschreitet. Alles, was für weiteren Lärm sorgt – auch die von Aicher gewünschte Produktionsausweitung – ist derzeit nicht genehmigungsfähig. Aicher hatte Klage eingereicht. Ein Urteil in der Sache wurde noch nicht gefällt, vielmehr wurden Gespräche unter Moderation der Regierung von Schwaben vereinbart, in denen es um den Lärm und damit auch um die Zukunft des Stahlwerks geht, dass momentan in seiner Entwicklung eingeschränkt ist.

Die Bürgerinitiativen AGL und Lech-Schmuttertal dürfen an diesen Gesprächen nicht teilnehmen, was auf deren Seite zu Verärgerung und Misstrauen geführt hat. Der Grund: Die Initiativen befürchten, dass höhere Lärmwerte vereinbart werden und die Anwohner das Nachsehen haben. Die Arbeitnehmervertretung der Lech-Stahlwerke wundert sich über diese Befürchtungen. Schließlich werde mit der Schrottplatzeinhausung auch eine Forderung der Bürgerinitiativen erfüllt. Jetzt gehe es darum mit der Regierung von Schwaben und dem Landratsamt die technischen und rechtlichen Grundlagen für eine vertragliche Vereinbarung auszuarbeiten. Arbeitnehmervertretung und Belegschaft vertrauen darauf, „dass sich alle am Verhandlungstisch befindlichen Personen ihrer Verantwortung bewusst sind und im Rahmen ihrer gesetzlichen Möglichkeiten den Vertrag zum Abschluss bringen“, so Heinrich und Hochhuber in ihrer Presseerklärung.

Alle Einwände, die von den Initiativen in den letzten Jahren vorgebracht wurden, würden sicher hinreichend berücksichtigt. Deshalb erscheint es dem Betriebsrat als nicht notwendig, dass Vertreter der Bürgerinitiativen bei den Gesprächen mit dabei sind. Vielmehr richtet er eine Aufforderung an die Bürgerinitiativen, die lautet: „Der Betriebsrat möchte keine weiteren Störfeuer!“

Weiter betonen Heinrich und Hochhuber, dass man endlich einen Abschluss brauche, damit man den Beschäftigten sagen könne, dass am Standort des einzigen Stahlwerks in Bayern nun zukunftsweisend investiert werde und damit auch Arbeitsplätze gesichert würden. Max Aicher habe in der Betriebsversammlung am 23. April zudem angekündigt, dass ein eigenes Ausbildungszentrum bei den Lech-Stahlwerken geplant sei. Er habe die Geschäftsführung mit der Projektierung dieses Ausbildungszentrums beauftragt. Dazu meint der Betriebsrat: „Diese Entscheidung freut uns sehr und zeigt gleichzeitig, dass das Stahlwerk in Meitingen Zukunft hat, wenn die wenigen „Wutbürger“ endlich einen Weg finden für ein friedliches Miteinander in der Gemeinde Meitingen“.

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