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Hauterkrankung

02.02.2013

Krätze in Flüchtlingsunterkunft

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2 Bilder
Auslöser des Juckreizes: Die nur 0,2 bis 0,4 Millimeter großen Krätzmilben bohren sich unter die Haut.
Bild: dpa

Vier Asylbewerber in Kutzenhausen sind krank. Jetzt müssen alle 27 Menschen woanders untergebracht werden – das ist jedoch schwierig

Kutzenhausen In der Asylbewerberunterkunft im Kutzenhausener Ortsteil Maingründel sind vier Bewohner an Krätze erkrankt. Wie das Landratsamt Augsburg mitteilt, seien sofort nach Bekanntwerden der Erkrankung alle notwendigen Vorkehrungen getroffen worden, um zu vermeiden, dass sich weitere Menschen anstecken. Die Bewohner der Unterkunft wurden demnach angewiesen, engen Körperkontakt mit anderen Menschen zu meiden und die Teilnahme an sämtlichen Gemeinschaftsaktivitäten abzusagen. Darunter fallen zum Beispiel Sport im Verein oder Sprachunterricht. Die vier kranken Bewohner erhalten entsprechende Medikamente.

Insgesamt sind 27 Asylbewerber im Landgasthof St. Leonard in Maingründel untergebracht. Der Gasthof wird nach dem Krätzmilbenbefall nicht weiter als Asylbewerberunterkunft dienen. Der Grund dafür seien die aufwendigen Hygienemaßnahmen, die nun nötig seien, um ein Überleben der Krätzmilben zu verhindern, erklärt die zuständige Abteilungsleiterin des Landratsamts, Marion Koppe. „Das können wir den Betreibern der Asylunterkunft bei laufendem Betrieb nicht zumuten.“ In Kutzenhausen werde es deshalb keine Asylbewerberunterkunft mehr geben. Die Regierung von Schwaben werde sich nun der Bewohner annehmen, so das Landratsamt. Schon in der nächsten Woche sollen die Asylbewerber in neuen Unterkünften untergebracht werden.

Wie es zu den Krätzeerkrankungen kam, ist nicht bekannt. „Wir gehen davon aus, dass die betroffenen Personen bereits an Krätze erkrankt waren, bevor sie in den Landkreis Augsburg kamen“, betont der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes Martin Miller. Von etwaigen Hygienemängeln im Landgasthof ist dem Landratsamt nach eigenen Angaben nichts bekannt. Die Krankheit sei nicht hoch ansteckend: „Eine Übertragung von Krätzmilben kann in der Regel nur durch intensiven Körperkontakt erfolgen. Bloßes Händeschütteln reicht in der Regel nicht aus, “, so Miller.

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Regierung sucht nun eine neue Unterkunft

Wo genau die Bewohner der Asylbewerberunterkunft in Maingründel nun untergebracht werden, steht noch nicht fest. Es werde wohl auf eine Verteilung auf umliegende Unterkünfte in Schwaben hinauslaufen, erklärt Kerstin Zoch, Sprecherin des Landratsamts. Dies sei nun Sache der Regierung. Gemeinschaftliche Notunterkünfte, beispielsweise in Turnhallen, werde es aufgrund des momentan unerwartet niedrigen Asylbewerberandrangs nicht geben.

Noch gegen Ende vergangenen Jahres hatte sich die Landkreisverwaltung auf die Einrichtung eines Notquartiers vorbereitet. Die Behörden hatten ihr Auge damals auf eine Schulturnhalle in Neusäß gerichtet. Das sagte Landrat Martin Sailer (CSU) vor wenigen Tagen. Er schließe nicht aus, dass sich die Frage nach einer Notunterkunft im Laufe des Jahres noch einmal stellen könnte.

Denn die Suche nach Unterkünften im Kreis gestaltet sich sehr schwierig. „Der Wunsch des Landratsamtes ist weiterhin eine Gesamtunterkunft für die Asylbewerber. Doch es ist sehr schwierig die Räumlichkeiten dafür zu finden“, sagt Zoch. Die aus der Not geborene Unterbringung in Pensionen und Wirtshäusern sei sehr teuer im Vergleich zu einer möglichen Gesamtunterkunft: „Wir zahlen hier die marktüblichen Preise bei Vollpension“, so die Sprecherin des Landratsamts.

Was die Genesung der erkrankten Asylbewerber betrifft, zeigt sich das Gesundheitsamt zuversichtlich: „Ein Krätzmilbenbefall ist mithilfe entsprechender Medikamente sehr schnell und effektiv zu behandeln“, gibt sich Miller optimistisch. In Verbindung mit einer neuen Unterkunft stehe der zügigen Genesung somit nichts im Wege.

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