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Brandgefahr

24.06.2017

Mit der Hitze steigt das Risiko

Kippe aus dem Fenster und schon brennt’s: Am Donnerstag musste die Feuerwehr einen angesengten Grasstreifen an der B300 zwischen Stadtbergen und Diedorf löschen.
Bild: Johannes Münch

Wer am Wochenende eine Abkühlung im Wald sucht, sollte bei der Parkplatzwahl genau aufpassen. Waldbesitzer treiben jetzt noch ganz andere Sorgen um

Portugal ist weit weg, die Brandgefahr aber nicht: Schon ein achtlos aus dem Autofenster geworfener Zigarettenstummel reicht im Augenblick aus, um ein Feuer zu entfachen. Eine Kippe war vermutlich auch am Donnerstag während des Berufsverkehrs die Ursache für einen kleinen Flächenbrand entlang der B300 am Sandberg. Weil die extreme Hitze anhält, gilt jetzt in Schwabens Wäldern: „Jegliche Art von Feuer im und um den Wald ist verboten“, sagt Ralf Gang vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Wer am Wochenende in den Wäldern Schatten und Abkühlung sucht, muss eine weitere Gefahr im Auge behalten.

Wer mit dem Auto kommt, sollte genau auf seinen Parkplatz achten. Die heißen Katalysatoren können nämlich trockenes Gras in Brand setzen. Schließlich werden die Katalysatoren unter den Fahrzeugen je nach Betriebsdauer schnell bis zu 800 Grad heiß. Und dann passiert’s: „Trockenes Gras entzündet sich bereits bei 300 Grad“, erklärt Philipp Heise vom Auto Club Europa. Autofahrer sollten ihren Wagen deshalb grundsätzlich auf Asphalt oder Schotter abstellen.

Wie ernst die Situation ist, verdeutlicht der Deutsche Wetterdienst. Am Freitag galt in Teilen Schwabens nach Einschätzung der meteorologischen Einrichtung die vierte von fünf Gefährdungsstufen beim sogenannten Grasland-Feuerindex. Der beschreibt die Feuergefährdung bei offenem, nicht abgeschattetem Gelände mit abgestorbener Wildgrasauflage ohne grünen Unterwuchs. In den Wäldern ist die Situation ebenfalls brenzlig: Dort wurde am Freitag in Schwaben die zweithöchste Warnstufe ausgerufen. In einigen bayerischen Gemeinden werden deshalb aus Angst vor Funkenflug schon die Sonnwendfeuer abgesagt.

Dass auch achtlos im Wald liegengelassenes Glas oder Scherben einen Waldbrand verursachen, hält Forstexperte Ralf Gang eher für ausgeschlossen. Mit Kollegen hatte er in den vergangenen Tagen über den Brennglaseffekt diskutiert. Gang: „Es gab auch schon Versuche, die gezeigt haben, dass es fast unmöglich ist.“ Ausgeschlossen sei aber gar nichts. Klar ist allerdings: Mit den heißen und trockenen Tagen der vergangenen Wochen haben sich die Borkenkäfer an der Fichte massiv weiterentwickelt. Jetzt gibt es erste größere Ausfälle beim Flachwurzler.

„Für uns ist das der Zeitpunkt, die Waldbesitzer noch einmal intensiv auf die Gefahren durch Borkenkäfer hinzuweisen“, sagt Ralf Gang vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Für Waldbesitzer wird deshalb am Donnerstag, 6. Juni, ab 18 Uhr in Zusammenarbeit mit der Forstbetriebsgemeinschaft Augsburg-West eine Informationsveranstaltung angeboten. Beispielhaft wird ein Borkenkäferbefall im Raum Gessertshausen-Dinkelscherben besprochen.

Nach der aktuellen Monitoringkarte der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft herrscht in weiten Teilen Schwabens die Warnstufe für den Buchdrucker-Befall. Schlimmer ist es in Niederbayern: Dort wurde die „Gefährdungsstufe mit akutem Befall“ ausgerufen.

Buchdrucker und Kupferstecher zählen zu den gefährlichsten Forstschädlingen in Bayern. Sie finden die heißen Tage toll: Je wärmer desto rasanter vermehren sie sich.

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