Newsticker

Spanien verhängt erneut Notstand und Ausgangssperre
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Neuer Anstrich, neues Leben 

Zusmarshausen

14.05.2015

Neuer Anstrich, neues Leben 

Die Zuasmklinik in Zusmarshausen aus der Vogelperspektive. Der neue Eigentümer verhandelt noch mit dem Bezirk Schwaben über die Finanzierung eines neuen Konzepts für das Haus.
Bild: Marcus Merk

Ein konkretes Konzept hat der neue Eigentümer der Zusamklinik  noch nicht, dafür eine klare Parole: Das Haus in Zusmarshausen hat neues Leben verdient.

Meistens ist es nur ein symbolischer Akt. In der Zusamklinik kam es jetzt tatsächlich zur Schlüsselübergabe – und damit zur Umsetzung des Kaufvertrags, der den Wechsel des Eigentümers besiegelt. Neuer Hausherr ist Domus Mea mit Geschäftsführer Joachim Merkel an der Spitze. Die Unternehmensgruppe hat sich auf den Betrieb von Altenpflegeheimen und Langzeittherapie spezialisiert. Jetzt will Merkel der Zusamklinik neues Leben einhauchen.

Seit dem Rückzug der Rentenversicherung vor drei Jahren standen weite Teile der Anlage leer. Ein trauriges Bild nach dem Aufschwung Ende der 1960er-Jahre: Die damalige LVA Schwaben eröffnete auf dem etwa neun Hektar großen Areal am Wasserberg die Klinik – ein Krankenhaus, das mit einer OP-Abteilung und eigenem Labor als Musterklinik für Tuberkulose-Erkrankungen galt. Später wurde die Anlage zur Akutklinik für Patienten mit Erkrankungen der Lunge und der Bronchien, Schlaf- und Beatmungsmedizin sowie Allergologie. Noch vor Jahren waren dort rund 140 Mitarbeiter beschäftigt. Vom einstigen Leben ist nach dem wirtschaftlichen Aus nicht mehr viel geblieben. Nur eine onkologische Praxis hält im Haus noch Stellung.

Mit Merkel soll die Zusamklinik wieder aufblühen: Allerdings nicht als Haus für Tuberkulose-Erkrankungen. Ein Baustein des neuen Konzepts sollen Wohngruppen sein, hinter denen die „Trauminsel“ steht. Nach den Plänen der Interessengemeinschaft sollen auf dem knapp neun Hektar großen Gelände behinderte Menschen selbstbestimmt in betreuten Gruppen und mit ihren Familien in Reichweite leben können. „Wir stellen das Gerüst, die Inhalte bestimmt das Gesetz und die Eltern gestalten mit uns das Leben vor Ort“, erklärt Merkel. Ein Faktor in seiner Rechnung ist freilich auch das liebe Geld: Darum geht es in den Verhandlungen mit dem Bezirk Schwaben als Kostenträger. Über den aktuellen Stand verliert der Geschäftsführer kein Wort. Nur so viel: „Wir hoffen, dass uns der Bezirk geneigt ist.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

An der Finanzierung wird sich das Konzept ausrichten, das derzeit noch entwickelt werde, sagte Merkel am Montag. Und: „Wenn sich ein Haus dieser Größenordnung nicht mehr mit Leben füllen lässt, dann macht man etwas falsch.“ Merkel bedient sich seiner Erfahrung: Jüngst hatte Domus Mea einen alten Bauernhof, den Moarhof, in Fischbachau hergerichtet. Jetzt wohnen dort drei Männer und zwei Frauen, bei denen geistige Behinderung, psychische Erkrankung und Verhaltensauffälligkeiten diagnostiziert wurden. Im Hof mit der großen Küche, der gemütliche Wohnstube mit Kachelofen und und den Wohneinheiten können sich die Erwachsenen entfalten. Alle Häuser von Domus Mea befinden sich in einem tadellosen Zustand, sagt Merkel. Das gebühre der Respekt gegenüber den Menschen. Deswegen erhält jetzt auch die Zusamklinik so weit möglich einen neuen Anstrich. Auch die Betonteile werden herausgeputzt.

Was sich Domus Mea das kosten lässt, darüber spricht Merkel nicht. Stillschweigen herrscht auch über den Kaufpreis der Zusamklinik. Im Raum standen immer wieder zehn Millionen Euro.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren