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Neujahrsempfang

20.01.2020

Pfarrer erzählt von Gottesdiensten unter Waffen

Neujahrsempfang in Langweid: (von links) Markus Deisenhofer, Jürgen Gilg, Andreas Vogelmeier, Günter Klein und Johann Häusler. Foto: Sonja Diller

In Langweid gibt es bewegende Momente und einen Abschied

Mit stehenden Ovationen bedankten sich die Langweider am Samstag beim Team der Reservistenkameradschaft Stettenhofen für den 25. und letzten Neujahrsempfang unter der Regie des Vereins. Was als kleiner Umtrunk begonnen hatte, mauserte sich zu einer großen Veranstaltung im Gemeindejahr. Immer mehr Bürger nutzten die Gelegenheit, um ins Gespräch zu kommen und das selbst gemachte Büfett zu genießen. Referenten wie Felix Finkbeiner, Gründer der Kinder- und Jugendinitiative „Plant for the Planet“, oder der Russland-Experte Boris Reitschuster machten neugierig. Nachdem das Pfarrheim zu klein wurde, bot die Dreifachturnhalle genug Platz für alle Gäste.

Ab 2021 Jahr wird die Gemeinde mit dem Musikverein, dessen Mitglieder bisher beim Aufbau mit Hand anlegten und für Untermalung sorgten, die Veranstaltung stemmen, kündigte Bürgermeister Jürgen Gilg an. Auf Günter Klein, der als Ehrenvorsitzender der Reservistenkameradschaft traditionell mit viel fränkischem Mutterwitz den Abend moderierte, müssen künftige Besucher möglicherweise aber nicht verzichten. Dessen Weiterverpflichtung habe man schon im Sinn, so der Rathauschef.

Langweid wachse in allen Altersklassen, präsentierte der Rathauschef den Gästen die wichtigsten Eckpunkte des vergangenen und Vorhaben des neuen Jahres. Der Ausbau der Kinderbetreuung war 2019 ein großes Thema. Der Neubau der Schule ist das nächste Großprojekt im Ort. Teure Investitionen, bei denen man auf die Unterstützung des Landes und auf die zeitnahe Auszahlung von Fördergeldern angewiesen sei. Immerhin zweieinhalb Millionen Euro hat Langweid für Kita-Projekte noch zu bekommen, konnte sich der Bürgermeister eine Erinnerung an die Adresse des anwesenden Landtagsabgeordneten Johann Häusler nicht verkneifen. Ein Betrag, der aufgrund der noch nicht erfolgten Auszahlung über einen Kredit zwischenfinanziert werden musste.

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Häusler nahm es sportlich und wies in seinem Grußwort auf die vielen Investitionen hin, die nötig seien, um Bayern ökologisch und ökonomisch auf Kurs zu halten. Pfarrer Benedikt Huber wünschte den Gästen und der ganzen Gemeinde schon im Vorgriff auf das Referat von Militärdekan Andreas Vogelmeier viele „wahrhaft merkwürdige Begebenheiten und viel Vertrauen in das neue Jahr“.

„Merkwürdige gottesdienstliche Erfahrungen eines Militärseelsorgers im Auslandseinsatz“ titelte Vogelmeier seinen Bericht von den Orten, an denen deutsche Soldaten Dienst tun. In Afghanistan, im Kosovo und im Irak ist die Seelsorge eine völlig andere als im sicheren Zuhause.

Er erzählte vom Gemeinschaftsgefühl, das ganz unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft beim Gottesdienst, beim gemeinsamen Singen entsteht. Auch wenn so ein zusammengewürfelter Chor durchaus mal klingen kann „wie ein Rudel Wölfe“. Wo Menschen guten Willens zusammen sind, ist für Vogelmeier die Konfession, sogar die grundsätzliche Einstellung zum Glauben unwichtig.

Er erzählte von Gottesdiensten in Uniform und unter Bewaffnung in der selbst gebauten Kirche oder zwischen den Unterkunftsbaracken. Das Publikum in Langweid war bewegt von den Bildern, den Geschichten aus den Einsatzgebieten der Soldatinnen und Soldaten: eine Taufe und Firmung im Kriegsgebiet. Die bewegende Trauerfeier für den Pfarrer, der kurz nach seiner Rückkehr nach Deutschland bei einem Verkehrsunfall stirbt. Das Krippenspiel zu Weihnachten, bei dem auf Disziplin geschulte Soldaten mit Spaß ins Eselskostüm schlüpfen.

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