Gemeinderat Welden

20.06.2013

Ringen um den Ortskern

Kosten für Marktplatz und Halle sind zu hoch

Welden Braucht Welden einen Marktplatz vor dem Rathaus und daneben eine schöne Halle oder nicht? Der Weldener Gemeinderat diskutierte in seiner Sitzung leidenschaftlich darüber – trotz der Hitze im voll besetzten Saal.

Landschaftsarchitekt Franz-Josef Eger stellte eine überarbeitete Fassung seiner Pläne für einen Marktplatz am Rathaus vor, nachdem der erste Entwurf den Räten zu teuer war. 50000 Euro hat der Planer gespart. Dafür wurde die Eingangstreppe verkürzt. Damit ist sie nicht mehr behindertengerecht. Der ebenerdige Hintereingang von den Parkplätzen her bleibt aber bestehen. Dennoch belaufen sich die reinen Baukosten auf 680000 Euro. An dieser Stelle regte sich zum ersten Mal Unmut.

Denn das ehemalige Feuerwehrgerätehaus soll in dem Zuge auch umgebaut werden. Nach den Plänen von Architektin und Gemeinderätin Juliane Scheiber-Franz kostet das komplett 301000 Euro. „Wir haben aber einen Beschluss und bei 800000 Euro den Deckel draufgemacht“, beklagte sich Karl Griechbaum (CSU). Beide Maßnahmen komplett belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro. Und Abspecken ist nicht so leicht, wie sich herausstellte. Die teuersten Posten sieht man aber gar nicht: Kleinbohrpfähle unter der Treppe und einer Mauer, die mit Beton gefüllt werden, damit die Elemente stehen bleiben. „Ein normales Fundament mit 80 Zentimetern reicht dort nicht und allein dieser Posten kostet 80000 Euro“, erklärte Planer Eger. Zweites Problem: Marktplatz und Halle werden von der Regierung von Schwaben im Rahmen der Städtebauförderung mit 60 Prozent bezuschusst. Die Regierung will laut Eger einen „gestalterischen Mehrwert“ sehen. Das heißt: Auf den Platz kommen auch Pflasterbeläge, die samt Unterbau 160000 Euro kosten. Eine durchgängige Gestaltung mit Farbasphalt wäre billiger, wird aber nicht bezuschusst.

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Die ehemalige Feuerwehrhalle bekommt einen überdachten Freisitz. In einem Anbau werden eine Küche und Toiletten entstehen, die Akustik wird verbessert, die alten Toiletten saniert. Laut Scheiber-Franz wird die innere Front verglast und kann geöffnet werden. Zuerst wird die Halle umgesetzt, im Jahr drauf der Marktplatz. Bürgermeister Peter Bergmeir schlug vor, die Zuschussanträge zu stellen und nach einer Antwort der Regierung noch mal über die Pläne zu beraten. Manfred Bieschke (BGM) rechnete vor, dass der Gemeinde nach einem Zuschuss in Höhe von 60 Prozent noch Kosten in Höhe von 433200 Euro blieben. Dennoch standen die Gesamtkosten im Raum. „Mit über einer Million Kosten kann ich mich nicht anfreunden“, sagte Anton Gribl (BGM), Karl Engler von der CSU bekam angesichts der Kosten „Bauchweh“: Die Feuerwehr bekomme ein neues Fahrzeug, der Hochwasserschutz werde vorangetrieben. Bergmeir betonte, all diese Posten seien im Haushalt 2014 schon vorgesehen, allerdings für Marktplatz und Halle nur ein Eigenanteil in Höhe von 30000 Euro.

Anton Kiening (BGM) sagte: „Wofür haben wir einen Holzwinkelsaal und das Pfarrheim? Was sagen die Anwohner, wenn da am Rathaus gefeiert wird?“ Prompt ertönte aus dem vollen Zuschauerraum Zustimmung. „Wenn da ein Markt ist, herrscht das reine Chaos, wir haben keine Parkplätze, der Bus kommt, damit ist uns nicht gedient.“ An der Stelle erinnerte der zweite Bürgermeister Gerhard Groß (CSU) daran, „wir sind hier alle angetreten, um den Ortskern attraktiver zu machen“. Schließlich stimmten die Räte der Planung geschlossen zu und warten jetzt die Zuschussgenehmigung ab.

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