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Seminar

03.06.2014

Rot-Kreuz-Mitarbeiter erlernen interkulturelle Kompetenzen

Günther Geiger und Annemarie Finkel ließen sich von Engelinde Kramer (von links) das Konzept für das Üben von Kultursensibilität erklären.
Bild: Monika Hupka-Böttcher

Einsatzkräfte informieren sich über den Umgang mit Menschen anderer Ethnien

Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes haben es bei ihren Einsätzen oft mit Menschen unterschiedlicher Ethnien zu tun. Ein Seminar des BRK-Kreisverbandes Augsburg-Land zeigte den Mitarbeitern auf, wie sie bei ihren Einsätzen auf Menschen aus anderen Kulturkreisen reagieren und mit deren Mentalität umgehen sollten.

Annemarie Finkel, seit vielen Jahren im Vorstand des BRK-Kreisverbandes tätig, erlebte die Problematik bereits in anderen Bundesländern und führte das Projekt „Kultursensibilität“ auch im Landkreis Augsburg ein. „Stellen Sie sich vor, Sie werden zu einem Notfall in eine muslimische Familie gerufen. Die Frau braucht dringend Hilfe, aber die ganze Familie steht wehklagend herum, der Ehemann ist aufgeregt und lässt seine Frau keine Sekunde aus den Augen“, schildert Günther Geiger, Geschäftsführer beim BRK-Kreisverband, eine Situation. „Und dann kommt ein BRK-Mann, will der Frau Blutdruck messen und muss sie dabei auch anfassen.“

Für Engelinde Kramer als Leiterin des Seminars ist es wichtig, dass die BRK-Mitarbeiter wissen, wie sie mit solchen Situationen umzugehen haben. Denn immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund leben bei uns, sie werden immer älter und sie brauchen neben der akuten Hilfe bei Unfällen auch Hilfe in Seniorenwohnanlagen, in der täglichen Betreuung und beim familienentlastenden Dienst. Darauf sollen die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter vorbereitet werden und entsprechend reagieren können: Interkulturelle Kompetenzen werden dabei gefordert, so Kramer.

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Mit Rollenspielen und Diskussionen werden solche Beispiele durchgespielt. Engelinde Kramer vermittelt aber auch Hintergründe, warum Menschen mit Migrationshintergrund auf „die deutsche Direktheit“ eben anders reagieren. Und die BRK-Mitarbeiter müssten die Mentalität der anderen zu verstehen versuchen. Die Gesellschaft müsse gemeinsame Schnittstellen finden, „denn wir alle können voneinander lernen“, ist Engelinde Kramer überzeugt.

Die Dienste des Roten Kreuzes sollten bei Migranten bekannt gemacht werden, so Günther Geiger. Die Kompetenz von Menschen mit Migrationshintergrund sollte erkannt und in die Rot-Kreuz-Arbeit eingebunden werden, ist er überzeugt. Rot-Kreuz-Mitarbeiter sollten interkulturelle Handlungskompetenzen erlangen. (mon)

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