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Landkreis Augsburg

21.02.2018

Seltener Fleisch, dafür besseres

Fleisch in Maßen und in guter Qualität - so handhabt es Michael Schnitzlein.
Bild: Barbara Pheby/fotolia.com

Michael Schnitzlein hat seinen Fleischkonsum drastisch reduziert. Woran das liegt und wie er einkauft. Der zweite Teil unserer Kolumne „Einfach machen“.

Wer freut sich nicht schon darauf? Schöne Grillabende mit Freunden im Sommer, am Abend ein gutes Steak aus der Pfanne. Auf Fleisch verzichten? Für mich war dies bis vor kurzen undenkbar! Doch seit ich weiß, wie Fleisch „produziert“ wird und welche Qual Massentierhaltung bedeutet, sehe ich die Dinge etwas anders. Statt blind alles in mich rein zu futtern, habe ich meinen Fleischkonsum drastisch reduziert. Das ist gar nicht so leicht, denn das Angebot ist groß und verlockend: In der Kantine gibt es zwei Fleischgerichte und nur ein vegetarisches, und auch im Restaurant muss man gut suchen, um fleischlos zu essen. Eine Sache, die ich dabei erst lernen musste: Wurst ist auch Fleisch. Und so begleitet mich ständig mein Gewissen und fragt: „Waren es diese Woche wirklich nur ein- bis zweimal Fleisch?“

Warum so selten? Fleisch ist doch gesund und die Proteine lebensnotwendig. Das ist relativ: Um gesund zu leben, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung maximal 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft rotes Fleisch sogar als krebserregend ein und setzt verarbeitetes Fleisch auf die gleiche Ebene wie Tabakrauch, Asbest, Plutonium oder Röntgenstrahlen. Zuviel rotes Fleisch ist also schlecht für die Gesundheit. Dazu kommt, dass der Fleischkonsum, den unsere Gesellschaft pflegt, für über die Hälfte der vom Menschen verursachten Treibhausgase verantwortlich gemacht wird. Wer seinen ökologischen Fußabdruck verkleinern möchte, hat hier ein enormes Potenzial.

Auch wenn es teurer ist, achte ich beim Fleisch nun immer auf eine gute Qualität. Die Vorstellung, dass mein Steak einst glücklich über Wiesen hüpfte, ist bei einem Preis von 1,99 Euro pro 500 Gramm Schweinefleisch oder 1,59 Euro für 600 Gramm Hähnchen utopisch. Bei diesem Preis muss alles industriell mit einer hohen Stückzahl „gefertigt“ werde. Für den Anbau von Futter wie Soja oder Mais werden riesige Flächen Regenwald in armen Regionen abgeholzt. Dieses wird dann mit ungeheurem Energieaufwand zu uns transportiert. Doch es ist ein riesiger Markt und so werden mittlerweile 70 Prozent der Ackerflächen weltweit als Weideland und für den Futteranbau beansprucht.

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Grund genug für mich, zuhause tierische durch pflanzliche Produkte zu ersetzen. Beim Backen werden Eier durch Bananen und Äpfel ersetzt und Milch durch selbst gemachte pflanzliche Alternativen wie Hafermilch. Denn als Sportler muss ich auf einen erhöhten Eiweißbedarf achten. Also kombiniere ich verschiedenste Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Vollkornmehl enthält nebenbei bemerkt etwa 14 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm, Linsen 23 bis 25 Gramm, Sojabohnen 36 Gramm – Rindfleisch gerade einmal 26 Gramm.

Wenn ich Fleisch kaufe, dann beim freundlichen Metzger um die Ecke. Der kann mir sagen, wo das Tier gelebt hat und wie es ernährt wurde. Wichtig ist dabei auch, dass die Tiere einen möglichst kurzen Weg zum Schlachter hinter sich gebracht haben. Zum Metzger selbst nehme ich meine eigenen Behälter mit. Dieser darf zwar nicht hinter die Theke genommen werden, allerdings kann man die Dose auf den Tresen stellen, in welche der Verkäufer dann das Fleisch geben kann. So spare ich mir unnötigen und umweltschädlichen Müll. Dafür bekomme ich dann aber auch ein qualitativ hochwertiges Stück Fleisch, das frisch vom Grill besonders gut schmeckt!

Haben Sie Fragen rund um Nachhaltigkeit, Müllvermeiden und bewusster Leben an unsere Experten oder eigene Tipps? Schreiben Sie an redaktion.landbote@augsburger-allgemeine.de

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