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Gemeinderat

17.10.2019

Sonnenhang sorgt weiterhin für Ärger

Bürger werfen dem Thierhauptener Gremium vor, heimlich geplant zu haben. In der Sitzung ist es unruhig

Das geplante Neubaugebiet „Am Sonnenhang“ oberhalb der Neukirchener Breite sorgt weiterhin für Zoff. Eine Bürgerinitiative wehrt sich vehement gegen die Pläne.

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In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates Thierhauptens ging es nochmals um das umstrittene Projekt. Viele Zuhörer waren aus diesem Grund ins Rathaus gekommen. An diesem Abend stellten Angelika Otto und Simon Schmid vom Ingenieurbüro Steinbacher Consult die Stellungnahmen aus den öffentlichen Auslegungen vor. 25 Bürger hatten Einwände gegen das geplante Baugebiet eingereicht. Während der Sitzung ging es teilweise recht unruhig zu, denn einige Zuhörer riefen dazwischen. Bürgermeister Toni Brugger erinnerte daran, dass dies während der Sitzung nicht erlaubt sei.

In ihren Stellungnahmen gingen die Bürger vor allem auf das Sturzflutrisiko ein. Die Frauen und Männer befürchten, dass nach dem Bau der Häuser mehr Niederschlagswasser in die Siedlung läuft. Dieses Thema war in der Vergangenheit bereits mehrmals von der Bürgerinitiative „Pro Thierhaupten“ aufgegriffen worden. Laut der Kritik von einigen Bürgern bestünde beispielsweise kein Hochwasserschutz für die gesamte Neukirchener Breite, da das östliche Außengebiet nicht im Regenrückhaltebecken gefasst werde. Die Experten des Ingenieurbüros Steinbacher erklärten dagegen, dass das Wasser aus diesem Bereich aufgrund der topografischen Lage nicht in das Becken eingeleitet werden könne. Es würde jedoch beim Sturzflut-Risikomanagement berücksichtigt.

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Ein Bürger hatte außerdem moniert, dass die Berechnungen rund um den Niederschlag, die vom Deutschen Wetterdienst stammen, nicht mehr zeitgemäß seien. Die Planer des Ingenieurbüros hielten dagegen, dass die Werte vom Wasserwirtschaftsamt zur Verfügung gestellt würden und ein Klimazuschlag von 15 Prozent mit einberechnet sei.

Abgesehen davon stellten einige Bürger den Bedarf für das Baugebiet infrage. Diesen sieht die Gemeinde allerdings als gegeben, da vom Bayerischen Landesamt für Statistik ein Bevölkerungsanstieg von 2,5 bis 7,5 Prozent bis 2034 prognostiziert werde.

Auch gab es vonseiten der Bürger Bedenken, ob sich das neue Baugebiet überhaupt wirtschaftlich rechne. „Dies ist nicht Gegenstand der Abwägung“, so die Feststellung der Planer.

Zur Sorge der Bürger, dass wegen des Bauverkehrs der Schulweg für Kinder gefährlicher werden könnte, sagte das Planungsbüro: „Der Kreuzberg ist auch jetzt kein sicherer Schulweg aufgrund geringer Straßenbreiten und des fehlenden Gehwegs.“ Der Mehrverkehr werde auf vier Zuwegungen verteilt und führe lediglich zu einem Anstieg von weniger als drei Fahrzeugen pro Stunde und Straße.

Vorwürfe aus der Bürgerschaft, man habe Bedenken nicht ernstgenommen, wollte der Rat so nicht stehen lassen. „Alle Anregungen wurden eingehend städtebaulich geprüft und abgewogen“, betonte Bürgermeister Toni Brugger. Entgegen der Behauptung, das Baugebiet sei heimlich geplant und Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt worden, wies Stadtplanerin Angelika Otto unter anderem auf eine stattgefundene Bürgerinformationsveranstaltung hin. Abschließend billigte der Marktgemeinderat den von Steinbacher Consult ausgearbeiteten Bebauungsplanentwurf und beschloss eine erneute Auslegung.

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