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Horgau

30.10.2017

St. Martin  in Horgau feiert wieder Gottesdienste

Mit drei Klopfzeichen bittet Pfarrer Karlheinz Reichhart um Einlass in die seit einem halben Jahr geschlossene Pfarrkirche St. Martin.
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Mit drei Klopfzeichen bittet Pfarrer Karlheinz Reichhart um Einlass in die seit einem halben Jahr geschlossene Pfarrkirche St. Martin.
Bild: Johann Kohler

 Horgauer Kirche ist nach umfangreichen Arbeiten wieder geöffnet. Dazu gab es ein schönes Ritual - und nicht nur das.

Horgau Genau 201 Tage, nämlich seit Palmsonntag, war die schwere Eichentüre an der Pfarrkirche St. Martin fest für die Pfarrgemeinde und auch für Kunstliebhaber verschlossen. Schuld waren umfangreiche Sanierungsarbeiten am maroden Dachstuhl und am Tragsystem der wunderschönen Stuckdecke im Innern der Kirche. Um für Kirchenbesucher kein Risiko einzugehen, wurden im letzten halben Jahr die Gottesdienste in der Kirche St. Magdalena in Horgauergreut abgehalten. Seit Samstagabend ist nun St. Martin wieder Mittelpunkt der Gläubigen aus Horgau und den umliegenden Ortsteilen.

Um dieses Fest gebührend zu feiern, traf sich eine große Zahl von Gottesdienstbesuchern auf dem Martinsplatz und zog zusammen mit Pfarrer Karlheinz Reichhart und Ministranten zum noch geschlossenen Gotteshaus. Mit drei Klopfzeichen an die Eichentüre bat Pfarrer Reichhart seinen Mesner Gregor Wiedemann jun. um Einlass. Dieses Ritual wird bei jeder Kirchenweihe vom jeweiligen Bischof mit seinem Bischofsstab genauso zelebriert, und genau dies wollte der Ortspfarrer wieder ins Bewusstsein der Gläubigen bringen.

Festlich geschmückes Horgauer Gotteshaus

Im herrlichen mit Blumen und Fahnen in den Kirchenfarben Gelb und Weiß geschmückten Gotteshaus gab in seiner Predigt Pfarrer Reichhart einige Zahlen und Fakten dieser Kirchenrenovierung bekannt. Erneuert wurden der gesamte Dachstuhl und das Dach, die Tragebalken für die wertvolle Stuckdecke, und zugleich wurde auch ein neuer Fassadenanstrich angebracht. Die Kostenschätzung betrug 654000 Euro, durch unvorhergesehene, neu festgestellte Schäden wurde die geplante Summe um 60000 Euro überschritten.

Schmunzelnd stellte der Pfarrer fest: „Wir haben bisher noch jede Rechnung bezahlen können.“ Den Löwenanteil der Kosten trug mit 70 Prozent die Diözese, der Rest musste durch Zuschüsse Dritter bestritten werden. Dazu gehörten unter anderem die politische Gemeinde Horgau und andere kommunale Träger und mit einem beträchtlichen Anteil die Kirchengemeinde Horgau. Reichhart dankte allen großen und kleinen Spendern für ihre finanzielle Unterstützung und startete sogleich einen neuen Spendenaufruf.

Nächste Baustelle ist die Horgauer Orgel

„Wir haben nun wieder ein Dach über dem Kopf, doch unsere Orgel ist in einem Zustand, in dem sie nicht mehr gespielt werden kann.“ Vor allem technische Probleme, unter anderem die elektrischen Bauteile, stellten ein großes Gefahrenpotenzial dar. Eine Renovierung kostet rund 100000 Euro. Leider gibt es dafür von keiner Seite Zuschüsse, und die Pfarrgemeinde muss alleine für die Sanierung aufkommen. Seine Predigt schloss Pfarrer Reichhart mit den Worten: „Man kann mit Geld viel machen, doch wir müssen auch die Pfarrgemeinde erneuern und motivieren“, und zog somit einen Vergleich zu Martin Luther, der vor fast genau 500 Jahren die Kirche reformierte.

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