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Stadtbergen

11.07.2019

Straßenfest: Die „Aborigines“ vom Ahornweg feiern

Feierten 50 Jahre Ahornweg in Stadtbergen. Von links im Bild: Edith Brumann, Irmgard Strohmayr, Günter Brumann, Christl und Helmut Offenbartl, Hildegard Haider, Alois Strohmayr, Felicitas Samtleben-Spleiß und Erwin Gram.
Bild: Ingrid Strohmayr

Viele junge Städter zog es vor 50 Jahren hinaus nach Stadtbergen in die Straßen mit den Baumnamen. Was das Besondere an der Siedlung ist.

Emsiges Treiben herrscht zwischen den Garagen am Ahorn- und Ulmenweg in Stadtbergen. Mit einem fröhlichen Straßenfest feierten die Bewohner des Ahorn-, Ulmen- und Ebereschenwegs den 50. Geburtstag ihrer Siedlung. Alt und Jung ist nach wie vor die gute Nachbarschaft ein wichtiges Anliegen.

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Die Bierbänke unter dem Pavillondach sind aufgebaut, hübsch dekoriert, Bier- und Getränkekisten werden angeschleppt, frisch gebackene Kirschnudeln und Kuchen warten auf Abnehmer, der Kaffee ist in Thermoskannen abgefüllt, leckere Sommersalate stehen in einer ausgeräumten Garage bereit. Die Kinder spielen im Schatten. Die Tische füllen sich, die Organisatorinnen Felicitas Samtleben-Spleiß und Kathrin Walker freuen sich über die große Resonanz des Straßenfestes. Selbstgebastelte Namenskärtchen werden verteilt, denn schließlich gibt es in den „Baumstraßen“ einige neu Zugezogene; so fällt das Kennenlernen leichter. „Wir sind halt die Aborigines vom Ahorn- und Ulmenweg“, lacht die fröhliche Seniorenrunde am ersten Tisch, die allerlei lustige Anekdoten aus dem damaligen Neubauviertel zu erzählen hat.

Ein Reihenhaus für 120.000 Mark

„Der Wunsch nach der eigenen Haustür war groß“, sagt Hildegard Haider, die mit Ehemann Fridolin (verstorben 2016) und dem damals sechsjährigen Töchterchen Rita den Traum vom Reihenhaus am Ahornweg realisierte. Die „Städterer“ und weitere junge Familien folgten 1969 dem Trend, im Grünen am Ortsrand mit guter Infrastruktur zu wohnen. So ergab es sich, dass die Stadtberger Architekten Irmgard und Alois Strohmayr die einmalige Chance ergriffen, das von einem Landwirt nicht mehr bewirtschaftete Grundstück familiengerecht zu bebauen. „Erst entstanden die beiden Reihen mit je acht Häusern am Ahornweg. Später folgten weitere Häuser am Ulmen- und Ebereschenweg“, erzählt Irmgard Strohmayr.

Straßenfest: Die „Aborigines“ vom Ahornweg feiern

Die Architekten hätten sehr eng kalkuliert, da es natürlich viel Konkurrenz in den Nachbargemeinden gab. Die künftigen Hausbesitzer hatten auch die Möglichkeit den Innenausbau selbst zu übernehmen, so kam es für sie natürlich günstiger, erinnert Irmgard Strohmayr. Rund 120000 Mark kostete damals ein Reihenhaus, das mit Dachausbau immerhin rund 140 Quadratmeter Wohnfläche aufwies. Dazu kamen noch das von den neuen Eigentümern - alles junge Familien - sehr geschätzte kleine „Gärtle“, sowie eine Garage.

Vor allem für die Kinder war es das ideale Umfeld

Christl und Helmut Offenbartl zählen mit den Zwillingen Michael und Rainer und Nesthäkchen Susanne zum „Urgestein“ vom Ahornweg. Sie zogen von Göggingen nach Stadtbergen. „Den Ausschlag gaben damals die Stadtnähe zu Augsburg mit Straßenbahnanbindung und der kurze Schulweg. Vor allem für die Kinder war es das ideale Umfeld zum Aufwachsen, sie hatten in der Nachbarschaft ihre viele Freunde.“ Gerne erinnert sich das Ehepaar an alte Zeiten zurück. „Da gab es die eine oder andere „Kanalsitzung“ mit den Nachbarn im Kellerstüble und mit dem damaligen Bürgermeister August Abenstein. „Schließlich war die Kanalisation von Stadtbergen ein großes Thema“, lacht Helmut Offenbartl.

Felicitas Samtleben-Spleiß wohnt seit 48 Jahren in ihrem heiß geliebten Ahornweg. „Stadtbergen ist einfach wunderbar. Mein Zuhause“, sagt sie begeistert und ist schon wieder unterwegs, um frischen Kaffee zu holen. Darüber freuen sich auch Kathrin und Andrew Walker. „Wir sind die Newcomer“, strahlt der gebürtige Schotte, der seit fünf Jahren mit Gattin und den Kindern Emilia (9), Benedict (8) und Louisa (5) gleich um die Ecke wohnt. „Nette Nachbarn, eine ruhige Lage, die Kinder haben Platz zum Spielen und vor allem man kennt sich untereinander. Das ist schön!“

Alois Strohmayr, der selbst lange im Ebereschenweg wohnte, zeigt sich „last-not least“ mehr als zufrieden: „Ich bin froh, dass viele Familien auch noch heute gerne und vor allem glücklich hier leben!“

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