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11.02.2009

Strömung soll Fische in den Mädlelech locken

Meitingen (mst) - Riesige Steine lässt der Bagger ins Wasser fallen - genau dort, wo der Mädlelech in den Lech mündet. Es sind Wasserbausteine und sie sollen dafür sorgen, dass künftig noch mehr Fische den Weg in den Mädlelech finden, denn dort sind die Laich-Bedingungen ideal.

Der Mädlelech ist eine Flutrinne, die von den Bayerischen Elektrizitätswerken (BEW), der Stromerzeugungsgesellschaft der Lechwerke, 1997 ökologisch ausgebaut wurde, um neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Er beginnt bei einem Kleinwasserkraftwerk am Lechkanal Höhe Herbertshofen und schlängelt sich dann durch den Auwald, bevor er rund zwei Kilometer flussabwärts in den Lech mündet. "Es gibt darin 23 verschiedene Fischarten", unterstreicht BEW-Pressesprecher Richard Agerer die Bedeutung des Mädlelechs. "Viele Jungfische wachsen dort auf, er ist Rückzugsgebiet für bedrohte Arten und eine ganz wichtige Verbindung zwischen Lechkanal und Lech."

Das Problem war bisher nur, dass sich an der Mündung ein Absturz befand, der vor allem für kleinere Fischarten ein unüberwindbares Hindernis darstellte. Das soll sich nun ändern. 10 000 Euro lassen sich die BEW diese Maßnahme kosten. "Das Projekt ist sozusagen eine weitere Ausgleichsmaßnahme für den künstlichen Lechkanal", erläutert Agerer das Engagement der Elektrizitätswerke. "Außerdem wollen wir eine gute Zusammenarbeit mit der Fischerei vor Ort."

Zusammenarbeit mit dem Landesfischereiverband

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Zu Beginn der Maßnahme am gestrigen Dienstag haben sich weitere Interessierte vor Ort eingefunden: Johannes Schnell vom Landesfischereiverband Bayern, Hubert Schuster, Vorsitzender des Fischervereins Meitingen, sowie Martin Kauth (BEW Wasserbau) und Josef Hammel (BEW Bauabteilung).

Eine Woche wird es dauern, bis alle Wasserbausteine so im Lech liegen, dass sie eine so genannte Lockströmung erzeugen, also eine höhere Strömungsgeschwindigkeit. Zusammen mit dem vermehrten Sauerstoffeintrag, den die Flussbausteine durch Verwirbelungen hervorrufen, lockt sie die Fische an. Und gleichzeitig gelangen sie nun leichter in den Mädlelech, weil der Absturz beseitigt ist.

"Das ist ein Schritt in die richtige Richtung", befürwortet Schnell im Namen des Landesfischereiverbands die Maßnahme, an der sein Verband mitgewirkt hat. "Es ist extrem wichtig für die Fortpflanzung der Fische, dass sie Nebengewässer wie den Mädlelech aufsuchen können." Solch kleine Gewässer böten den Fischen Unterstände und ihrem Nachwuchs ideale Bedingungen zum Aufwachsen.

Neben den Wasserbausteinen an der Mädlelech-Mündung werden die BEW auch so genannte Störsteine am Westufer des Lechs einbauen. Auf einer Länge von 80 Metern sollen diese großen Steine durch Verwirbelungen den Sauerstoffeintrag verbessern und Fischen und anderem Getier Unterschlupf bieten.

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