Newsticker

Merkel betont Notwendigkeit weiterer Corona-Beschränkungen
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Tanzgala in Stadtbergen: So ein Abend verleiht Flügel

Stadtbergen

21.11.2017

Tanzgala in Stadtbergen: So ein Abend verleiht Flügel

Mit leuchtenden Isis-Flügeln begann eine Show voller Farben, Klänge und Emotionen.
2 Bilder
Mit leuchtenden Isis-Flügeln begann eine Show voller Farben, Klänge und Emotionen.
Bild: Thomas Hack

Das epische Spektakel „Poesia Arabica“ entführt in exotische Gefilde und die keltische Sagenwelt. Der Bürgersaal in Stadtbergen ist ausverkauft.

Wenn indische Tempeltänzerinnen auf orientalische Wüstentöchter und keltische Märchenfeen treffen, dann befindet man sich mittendrin in einem funkelnden Epos voller geschmeidiger Körperbewegungen und glitzernder Kostüme. In Stadtbergen sorgte am Wochenende das vierstündige Tanzspektakel „Poesia Arabica“ für ein Bühnenfest der ganz besonderen Art und damit nicht zuletzt für einen restlos ausverkauften Bürgersaal.

Die verschiedenen Tanzensembles von Kalila luden zusammen mit zahlreichen Gasttänzerinnen aus ganz Deutschland und Frankreich zu einer verwunschenen Reise in exotische Gefilde ein, um Realität und Fantasie in betörender Weise vor den Augen der Zuschauer verschwimmen zu lassen. Düster und mystisch präsentierte sich die Atmosphäre gleich zu Beginn der großen Show, als die ersten Tänzerinnen mit leuchtenden Isisflügeln auf die Bühne schwebten und mit anmutigen Bewegungen die Gäste in ein buntes Reich der Märchen, Sagen und Legenden entführten. Bemerkenswert waren dabei nicht nur die funkelnden Kostüme der verführerischen Damen, sondern gleichermaßen die sorgfältige Auswahl der eingespielten Stücke, durch die sich der Charakter der sagenhaften Geschichten immer wieder aufs Neue entfalten konnte: Von folkloristischen Gruppentänzen bis zum futuristisch geprägten Tribal Fusion, vom indischen Bollywood bis hin zu russischen Zigeunertänzen reichte das mannigfaltige Repertoire der wirbelnden Wüstentöchter, wobei jede auf ihre ganz eigene Art und Weise in eine Welt voller Emotionen eintauchte und gemeinsam mit allen anderen dennoch für ein rundum stimmiges Gesamtkonzept sorgte.

Man begegnete im Laufe dieses farbenfrohen Abends alten ägyptischen Tanztraditionen, akrobatischen Jonglageeinlagen mit funkelnden Kronleuchtern auf dem Köpfen oder auch mal sphärischen Traumsequenzen, die erst im mystischen Halbdunkel der Bühne ihre ganze Kraft entfalteten. Atmosphärische Spezialeffekte wie Rauch- und Nebelschwaden oder leuchtende Zauberstäbe, die geheimnisvoll in den Lüften schwebten, rundeten das große Tanzspektakel in wunderschöner Weise ab. Doch der zweite Teil des Abends bot für die Gäste noch eine weitere Überraschung, die man auf einer orientalisch geprägten Gala wohl nicht unbedingt erwarten würde: Sämtliche Gruppen und Gasttänzerinnen schlossen sich zu einem einzigen großen Ensemble zusammen, um gemeinsam ein Tanzmärchen mit keltischem Hintergrund zu präsentieren – und dies mit einer wunderschönen Geschichte, die ihre Wurzeln tief in der dunklen Vergangenheit hat: Aus einem stattlichen Gemälde blickt eine traurige Dame auf die zahllosen Museumsbesucher herab, die Tag für Tag achtlos an ihr vorübergehen. Doch was lange Jahre im Verborgenen lag: Es handelt sich in Wahrheit um ein magisches Bild und durch das Aussprechen ihres Namens kann die einsame Dame wieder zu neuem Leben erweckt werden.

Als der Tag ihrer Erlösung endlich gekommen ist, beginnt für sie ein Abenteuer, das sich quer durch den keltischen Legendenschatz erstreckt und die Zuschauer in eine heidnische Welt voller Naturgeister, Elfen und herumirrender Seelen geleitet.

Stimmungsvoll untermalt mit den Klängen schottischer Dudelsäcke und epischen Orchesterproduktionen offenbarte sich dieses Tanzmärchen als ganz besondere Perle, die man wohl nicht allzu häufig auf einer Konzertbühne erleben darf. Insgesamt eine prachtvoll inszenierte Show voller Farben, Klänge und Emotionen – und unterm Strich ein wunderschönes Bühnenkonzept, an das sich viele Besucher sicherlich noch lange Zeit erinnern werden.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren