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Gemeinderat

17.05.2019

Ustersbach kippt den geplanten Kita-Ausbau

Aufgrund der neuen Bedarfsfeststellung und des Raumprogramms für Kindergärten kippt die geplante Erweiterung der Kindertagesstätte St. Fridolin in Ustersbach.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Kinderbetreuungseinrichtung St. Fridolin wird nicht erweitert. Nun läuft alles auf einen Neubau hin

Der geplante und vom Gemeinderat bereits beschlossene Anbau der Kindertagesstätte St. Fridolin an der Eisbühlstraße ist Schnee von gestern. Das war Fazit der mittelfristigen Bedarfsermittlung der Betreuungseinrichtung bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Nach Aussage von Architekt Roland Rieger lassen sich die mittlerweile erforderlichen Raumgrößen am jetzigen Standort nicht erreichen.

Was steckt hinter der Kehrtwende? In der Gemeinderatssitzung im April 2018 hatte Bürgermeister Willi Reiter berichtet, dass nach dem seit letztem Oktober geltenden Summenraumprogramm für Kindergärten bei dem geplanten Anbau vor Ort insgesamt 56 Quadratmeter an Raumflächen, darunter ein Speiseraum mit 50 Quadratmeter, fehlen. Auch dürfen in einer Krippengruppe mittlerweile nur noch zwölf statt bisher 15 Kinder untergebracht werden. Damals hatte der Gemeinderat für die Krippe einen Bedarf von 15 Plätze, für die Kindergartenkinder 50 Plätze und die Hortkinder 16 Plätze festgelegt. Doch nun schaut die Situation anders aus. Aufgrund der neuen Vorgaben sowie der unerwartet hohen Anmeldezahlen für das kommende Kindergartenjahr 2019/2020 und der Bevölkerungsentwicklung durch die neuen Baugebiete in der Gemeinde sei eine nochmalige Diskussion über die Bedarfszahlen sinnvoll, betonte Reiter. Gleichzeitig verwies er auf einen eventuellen weiteren Zuzug in die Gemeinde: „Durch das Universitätsklinikum in Augsburg werden 6000 zusätzliche Arbeitsplätze erwartet.“

Carolin Winkler von der Pädagogischen Jugendhilfe und Kindertagesbetreuung des Landratsamts Augsburg erläuterte dem Gremium die von der Jugendhilfeplanung erstellte Einschätzung zum zukünftigen Kita-Bedarf. Unter Berücksichtigung aller Einflussfaktoren erschienen ihr zwölf Krippen- und 75 Kindergartenplätze realistisch.

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Kita-Leiterin Antje Kollarsch legte anschließend die aktuellen Belegungs- und Anmeldezahlen vor. Demnach würde sich eine Belegung von zwölf Krippen- und 63 Kindergartenplätzen ergeben. Für das kommende Jahr sei bereits eine weitere Übergangsgruppe angedacht, da die zusätzlichen Plätze in den Containern nicht mehr ausreichen, so Kollarsch. Hierzu sei wohl eine befristete Lösung im Keller des Kindergartens möglich, bestätigte Carolin Winkler.

Gemeinderat Andreas Biber merkte an, dass seiner Meinung nach ein Anbau an den bestehenden Kindergarten so nicht mehr möglich sei und ein Neubau dringend erforderlich werde.

Dritte Bürgermeisterin Anja Völk wies darauf hin, dass bei einem Neubau ein Hort eher bei der Schule integriert werden sollte, weil in Zukunft eher eine Ganztagsschule wahrscheinlich sei. „Dies sollte bei einer zukünftigen Planung auf alle Fälle berücksichtigt werden.“

Bürgermeister Reiter brachte nachdrücklich zum Ausdruck, dass die Festlegung des Bedarfs weniger eine Entscheidung für das kommende Kindergartenjahr sei. „Sie ist vielmehr eine richtungsweisende Entscheidung im Hinblick auf einen eventuellen Neubau.“ Deshalb gelte es, das Votum genau abzuwägen.

Für die Gemeinderäte war die Situation klar: Einstimmig beschlossen sie, für die Krippe zwölf und die Kindertagesstätte 75 Plätze festzulegen. Mit diesem Beschluss kippte das Gremium den im letzten Jahr geplanten Kita-Anbau. Die Bedarfsfeststellung war vor allem auch für das weitere Vorgehen in Hinsicht auf Fördermöglichkeiten erforderlich.

Der Neubau habe nun oberste Priorität, machte der Bürgermeister auf Nachfrage unserer Zeitung aufmerksam. Die Lage für das kommende Kindergartenjahr sei nur eine befristete Übergangslösung. Nun gelte es, ein passendes Grundstück zu suchen und schnellstmöglich in die Planung einzusteigen.

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