1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Vorsicht: Giftige Raupe dringt in den Landkreis vor

Kreis Augsburg

27.08.2014

Vorsicht: Giftige Raupe dringt in den Landkreis vor

Von den Raupenhaaren des Eichenprozessionsspinners geht eine akute gesundheitliche Gefährdung für Menschen und Tiere aus.
Bild: Marcus Merk

Der Eichenprozessionsspinner ist im Landkreis Augsburg angekommen. Das Tier ist gefährlich und muss von Spezialisten entfernt werden.

Bereits seit einigen Wochen ist der Parkplatz an der Staatsstraße 2027 zwischen Wollbach und Wörleschwang gesperrt. Der Eichenprozessionsspinner hat die Bäume dort befallen. Das ist das erste Mal im Landkreis Augsburg, dass Bäume von der giftigen Raupe betroffen sind.

Zu erkennen ist solch ein Befall an blattlosen Ästen und Kronenpartien. Die Raupen leben in großen, sackartigen Gespinsten und fressen die Blätter der Bäume. Die Tiere besetzten überwiegend Eichen. Wenn ein Baum über mehrere Jahre hinweg kahl gefressen wird, kann er kaum noch Photosynthese betreiben und stirbt.

Früher war der  Eichenprozessionsspinner nur in Südeuropa zuhause

Früher gab es den Eichenprozessionsspinner nur in Südeuropa. Durch die Klimaerwärmung breitet er sich aber zunehmend auch in Mitteleuropa aus.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Tiere stellen laut Landratsamt Augsburg aber nicht nur für die Bäume eine Gefahr dar, sondern auch für den Menschen. Da die Nesselhaare des Eichenprozessionsspinners abbrechen können, bleiben sie oft in verlassenen Nestern zurück. Beim Kontakt mit menschlicher Haut kann es zu starkem Juckreiz und Hautveränderungen kommen. Im Auge lösen die Brennhaare ein Fremdkörpergefühl, starken Tränenfluss und einen Juckreiz aus. Dieser Juckreiz kann dazu führen, dass die Brennhaare in die Hornhaut des Auges eingerieben werden. Eingeatmete Brennhärchen können die Atemwege und den Nasen-Rachen-Raum reizen. Dies ist vor allem für Asthmatiker gefährlich.

Die Nesseln haben eigentlich eine Schutzfunktion

Die Nesselhaare können durch Luftströme weggetragen werden. Daher kann es schon bei einem kurzen Aufenthalt in der Nähe eines mit Eichenprozessionsspinnern befallenen Baumes zum Kontakt mit den Haaren der Raupe kommen. Doch auch Haustiere können die Brennhaare mitbringen und somit zu ihrer Verbreitung und dem Auslösen der Symptome beitragen. „Eigentlich sind die Nesseln der Raupen als Fressschutz gegen die Vögel gedacht“, erklärt Peter Neumayer vom Staatlichen Bauamt Augsburg. Nach einem möglichen Kontakt mit den Haaren des Eichenprozessionsspinners sollten vorsichtshalber sofort die Kleider gewechselt werden. Außerdem wären eine vorbeugende Dusche sowie eine Haarwäsche gut.

Um die Passanten und Radfahrer am Parkplatz zwischen Wollbach und Wörleschwang vor den Eichenprozessionsspinnern zu schützen, wird eine Fachfirma sowohl die Raupen als auch die Nester absaugen. Um die Tiere in Schach zu halten, können die Bäume auch vorbeugend mit Pflanzenschutzmittel bespritzt werden. Dafür sei es aber bei den Bäumen an diesem Parkplatz nun schon zu spät, sagt Peter Neumayer.

Die Raupe zu vertreiben, ist aufwendig

Das Absaugen ist jedoch ein ziemlich aufwendiger und teurer Prozess. Mit einem großen Sauger, einer Hebebühne und Schutzanzügen geht die Fachfirma gegen die Tiere vor. Das Absaugen soll laut Peter Neumeyer in der nächsten Zeit erfolgen: „Bis Mitte September sollte der Parkplatz wieder offen sein.“

Im Nachbarlandkreis Donau-Ries ist die giftige Raupe schon etwas früher heimisch geworden. Dieses Jahr gab es aber noch mehr Eichenprozessionsspinner als im vergangenen Jahr. Durch den Fall in Zusmarshausen befürchtet Peter Neumayer, der am Staatlichen Bauamt Augsburg für den Bereich Landschaftsplanung zuständig ist, dass die Tiere nun auch immer mehr in den Landkreis Augsburg eindringen werden.

Bei Bäumen, die sich an Geh-und Radwegen sowie in der Nähe eines Kindergartens oder einer Schule befinden, werden die Eichenprozessionsspinner entfernt. Besteht aber keine Gefahr, dass die Raupen in Kontakt mit dem Menschen kommen, dürfen sie an den Eichen bleiben.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
MMA_0662.jpg
Landkreis Augsburg

Wahlplakate: Hängt sie höher

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden