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Dinkelscherben

01.09.2019

WM der Berufe: Die besten Schreiner der Welt messen sich

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Teilnehmer Johannes Bänsch am letzten Wettbewerbstag bei der Arbeit. Er erreichte den 13. Platz. Das Tischler-Schreiner-Nationalteam beim Wettbewerb im russischen Kazan. Von links: Michael Martin, Florian Meigel, Johannes Bänsch und Florian Langenmair.
Bild: Marcel Pfost (Festool)

Bei den World Skills, der Weltmeisterschaft der Berufe, treten die besten Möbelschreiner gegeneinander an. Mit dabei ist auch ein Team aus Dinkelscherben. 

Der junge Möbelschreiner Johannes Bänsch aus Leipzig hatte nur 22 Stunden Zeit, um einen ganzen Schrank aus Eiche herzustellen – samt Türfüllung mit Furnierarbeit, zahlreichen Schlitz-Zapfen-Verbindungen, Schubkasten und Fußgestell. Der Schrank war das Wettkampfstück bei den diesjährigen World Skills, der Weltmeisterschaft der Berufe in der russischen Stadt Kasan. Dafür trainiert wurde in der Schreinerei Langenmair im Dinkelscherber Ort Au

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Über 1350 junge Fachkräfte aus mehr als 60 Ländern haben vom 22. bis 27. August bei den Berufsweltmeisterschaften in insgesamt 56 verschiedenen Wettbewerbskategorien um Medaillen gekämpft. Für Deutschland starteten 39 Teilnehmer in 34 Berufsdisziplinen. Der Nationaltrainer im Berufsfeld der Möbelschreiner war der Dinkelscherber Schreinermeister Florian Langenmair.

Team aus Dinkelscherben erreicht 13. Platz

Leider schaffte es das Team aus Dinkelscherben nicht auf das Siegertreppchen. Der 20-jährige Bänsch erreichte dennoch einen guten 13. Platz (von 30) und knackte mit 707 Punkten die für die Exzellenzmedaille erforderliche 700-Punkte-Marke. Die ersten drei Plätze der Möbelschreiner gingen in diesem Jahr nach Ungarn (erster Platz mit 737 Punkten), in die Schweiz (zweiter Platz mit 732 Punkten) und nach China (ebenfalls zweiter Platz mit 732 Punkten). Für seinen Mitstreiter Florian Meigel in der Kategorie Bauschreiner hätte es am Ende fast noch zu Edelmetall gereicht.

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Mit seinem fünften Platz, wobei der Viertplatzierte ebenfalls mit der Bronzemedaille ausgezeichnet wurde, trennten ihn lediglich zwei Punkte von einem Platz auf dem Treppchen. „Stolz dürfen die beiden in jedem Fall auf ihre Leistungen sein: Einmal mehr hat sich das Tischler-Schreiner-Nationalteam international herausragend geschlagen und seine Fahnen würdig vertreten“, heißt es in einer Mitteilung des Bundesinnungsverbandes der Tischler und Schreiner.

Training für die WM der Berufe in Russland

Trainer Langenmair ist mit der Leistung sehr zufrieden. Er habe mit seinem Teilnehmer Bänsch das Bestmögliche gegeben. „Mehr war nicht drin, und wir haben beide bis zum Umfallen gekämpft“, sagt er. Bereits im Vorfeld blickte er skeptisch auf die wachsende Leistungsdichte des Teilnehmerfelds. „Während der Ausbildungsstand in Deutschland gleichgeblieben ist, ziehen andere Länder an“, so Langenmair.

Dies sei beispielsweise schon 2015 bei den World Skills in Brasilien zu spüren gewesen, wo auch sehr viele Medaillen verblieben. Länder wie Brasilien und China investieren beispielsweise zwei ganze Jahre nur in das Training. Und auch Russland unterstütze seine Handwerker finanziell stärker. Langenmair und Bäntsch hatten zur Vorbereitung insgesamt nur fünf Wochen. „Doch wenn man sieht, wie die Berufsweltmeisterschaften inzwischen international bewertet werden – die Eröffnungs- und Abschlussfeier füllte ein komplettes Fußballstadion –, kann man sich leicht vorstellen, auf welchem Niveau sich die Nationen hier in Kasan präsentiert haben.“

Nächste World Skills finden 2021 in Schanghai statt

Die nächsten World Skills finden 2021 in Schanghai statt. „Ich bin mir sicher, dass Schanghai gigantisch wird und noch etwas draufsetzt“, sagt Langenmair. In den nächsten Wochen möchte er sich in Ruhe überlegen, wie er weitermacht. Mit der Konkurrenz gleichziehen könne man nur, wenn man mehr Möglichkeiten zu trainieren habe.Beispielsweise sei der Teilnehmer aus Ungarn, der Gold geholt hat, bereits im vergangenen Jahr Europameister geworden und habe das ganze Jahr über nichts anderes gemacht als trainiert. „Da hat mein Teilnehmer noch nicht einmal gewusst, dass es eine Weltmeisterschaft gibt“, sagt Langenmair.

Mehr Infos zu der Weltmeisterschaft gibt es im Internet unter www.worldskillsgermany.de

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