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Landkreis Augsburg

06.09.2018

Warum lohnt sich ein Praktikum im Augsburger Land?

Viele Jugendliche schnuppern in den Ferien für ein paar Wochen in einen Betrieb.
Bild: obs/Ford-Werke GmbH (Symbolbild)

Bei Praktika geht es um viel mehr, als neue Erfahrungen zu sammeln. Experten, Unternehmen und Praktikanten erklären dir, warum sie sinnvoll sind.

Wenn wieder einmal die Planung für die nächsten Ferien ansteht, denken viele lieber an Freizeitspaß als an Verpflichtungen. Da wird dann oft übersehen, im Terminkalender freiwillig ein Zeitfenster für ein Praktikum einzuräumen. Dennoch sei es sinnvoll, über das Pflichtpraktikum in der Schule hinauszugehen, erklärt Kathrin Merk, die bei der Handwerkskammer Schwaben (HWK) für die Berufsausbildung zuständig ist. „Ein Praktikum dient dazu, eine klare Vorstellung von einem Beruf zu bekommen und eigene Stärken und Schwächen kennenzulernen.“

Eine Entscheidungsgrundlage für die berufliche Zukunft

Auch wenn sich ein Jugendlicher sicher ist, dass er eine Ausbildung in einem bestimmten Bereich absolvieren möchte, rät die Expertin dazu, zwei bis drei weitere Praktika zu machen: Es gehe darum, verschiedene Unternehmen kennenzulernen. Vielleicht ergebe sich dadurch auch ein Ausbildungsvertrag „in Wunschberuf und Wunschbetrieb“.

Dem kann Andreas Gärtner vom Handelsverband Bayern zustimmen: Für ihn bildet ein Praktikum „die optimale Entscheidungsgrundlage“ für die berufliche Zukunft. „Gerade im Handel sollten die Praktikanten für sich selbst prüfen, ob ständiger Kundenkontakt und Dienstleistungsbereitschaft den eigenen Vorstellungen entsprechen“, sagt er.

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Doch wie stehen eigentlich die Betriebe selbst zur Ausübung eines Praktikums? Anita Schiwek ist die Ehefrau von Malermeister Michael Schiwek aus Altenmünster. Beide haben in den letzten 25 Jahren bereits einige Praktikanten im handwerklichen Bereich beschäftigt. In diesem Jahr sind erstmals zwei Praktikantinnen auch im Büro da gewesen – eine davon wird nun im Betrieb eine Ausbildung zur Bürokauffrau beginnen.

Es muss auch vom Menschlichen zusammenpassen

Dazu sagt Anita Schiwek: „Wir stellen nur Leute ein, die vorher ein Praktikum bei uns gemacht haben. Man muss eben auch vom Menschlichen her zusammenpassen.“ Ist man an einem Praktikum bei Malermeister Schiwek interessiert, ruft man am besten an oder schreibt eine E-Mail. Dann lädt Anita Schiwek zu einem ungezwungenen Vorstellungsgespräch mit den Eltern ein – denn bei den Bewerbern handelt es sich überwiegend um Schüler der Mittel- oder Realschulen.

Doch es gebe auch Ausnahmen: „In seltenen Fällen haben die Praktikanten schon eine Ausbildung hinter sich. Zum Beispiel, wenn die Eltern vorher der Meinung waren, ein Mädchen arbeitet nicht als Lackiererin, und sich die Betroffene dann doch dafür entscheidet.“ Wird man dann bei den Schiweks für ein Praktikum angestellt, kommt man eine Woche lang in den Betrieb und durchläuft verschiedene Stationen, darf mitarbeiten oder auch nur zuschauen. „Wir nehmen aber nicht mehrere Praktikanten zur selben Zeit, damit die Interessenten möglichst viel sehen können“, erklärt die Geschäftsfrau.

Ein Praktikum ist durch nichts zu ersetzen

Von den Erfahrungen einer Praktikantin kann die 17-jährige Kathrin Herb aus Thierhaupten berichten. Sie hat bereits zwei Praktika in einem Autohaus und bei der SGL Carbon in Meitingen hinter sich, Kathrin musste beide Male eine schriftliche Bewerbung einreichen. Persönliche Gespräche gab es vorab keine. „Ich würde allen Jugendlichen dazu raten, überall hineinzuschnuppern, wo es nur geht. Das ist auch für spätere Bewerbungen gut.“ Das Praktikum im Autohaus hat ihr zum Beispiel gezeigt, was sie nicht will: im Büro sitzen. „Das muss man einfach mögen“, sagt die 17-Jährige. Natürlich habe es auch manchmal Momente gegeben, wo sie nicht allzu viel im Betrieb mithelfen durfte. „Man kann als Praktikant einfach nicht alle Aufgaben erledigen. Aber man hat immer versucht, mich möglichst gut zu beschäftigen.“

Bei der SGL Carbon ging es dafür sehr abwechslungsreich zu: An vier Tagen durchlief Kathrin verschiedene Bereiche, erhielt Einblicke in verschiedenste Berufsfelder im Unternehmen. „Am besten hat es mir im Marketing gefallen. Dort habe ich mit Fotoshop gearbeitet und durfte eine Präsentation gestalten.“

Doch gibt es eigentlich auch Alternativen zu einem Praktikum, wenn man neben beruflichen Erfahrungen auch etwas Geld verdienen möchte? Von Nebenjobs und Aushilfstätigkeiten als Ersatz rät Kathrin Merk von der HWK allerdings eher ab. „Solche Arbeiten hängen wenig bis gar nicht mit künftigen Ausbildungsinhalten zusammen.“ Ein Praktikum ist eben durch nichts zu ersetzen.

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