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Bonstetten

28.10.2019

Waschbär in Bonstetten labt sich am Vogelfutter

Ein gefundenes Fressen sind für den Waschbären die heruntergefallenen Körner aus dem Futterkasten. 
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Ein gefundenes Fressen sind für den Waschbären die heruntergefallenen Körner aus dem Futterkasten. 
Bild: Klaus Stampfer

Ein Waschbär bedient sich in Bonstetten am Futterkasten für Vögel. Nun tappt er zum zweiten Fall in die Überwachungskamera eines Vogelbeobachters.

Er ist wieder da. Lange Zeit war im Augsburger Land kein Bär mehr los. Nun ist jedoch bei Bonstetten ein Waschbär in die Falle getappt. Und zwar vor die Linse der Wildkamera von Klaus Stampfer. Er ist Mitglied im Landesbund für Vogelschutz und hat auf einem Biotop des Vereins einen Futterkasten samt Überwachungskamera installiert. Jedes Tier, das die Lichtschranke passiert, wird fotografiert. Doch am Wochenende waren weder Vögel noch Mäuse auf den Fotos zu sehen, dafür aber ein strammer Waschbär, der sich an den heruntergefallenen Körnern labte.

„Nachts kommen keine Vögel an den Futterkasten“, sagt Stampfer. Stattdessen würden sich im Schutz der Dunkelheit Mäuse, Steinmarder oder Rehe an den Körnern bedienen. Nun ist auch ein Waschbär offenbar auf den Geschmack gekommen. Und zu verdanken hat es der nordamerikanische Kleinbär in erster Linie den Eichelhähern.

Ein gefundenes Fressen

„Normalerweise fülle ich pro Tag rund 300 Gramm Futter in den Kasten“, erklärt Stampfer. Beim picken nach den besten Körnern schmeißen beispielsweise Meisen etwa 25 Prozent des Futters zu Boden. „Bei Eichelhähern sind es 80 Prozent“, sagt Stampfer. Sie würden lediglich die leckeren Erdnüssen fressen, andere Körner, sogar geschälte Sonnenblumenkerne, werden verschmäht und aus dem Kasten geschmissen. Stampfer hat daher den Futtervorrat auf bis zu drei Kilo pro Tag aufstocken müssen. Die Körner aus dem Boden sind aber für den Waschbären ein gefundenes Fressen.

Waschbär in Bonstetten labt sich am Vogelfutter

Gleich zwei Nächte hintereinander hat sich der Waschbär am Vogelfutter bedient. Doch damit ist nun Schluss. Stampfer wird vorerst die den Futterkasten nicht mehr auffüllen, der Waschbär dürfte sich also schon bald auf die Suche nach einer neuen Nahrungsquelle machen. Und hier genau liegt das Problem.

Das possierliche Tier ist nicht zu unterschätzen

„Bislang hatten wir im Augsburger Land keine Schwierigkeiten mit Waschbären“, sagt Forstbetriebsleiter Hubert Droste. Zwar seien in der Vergangenheit immer wieder mal Kratzspuren beispielsweise bei Bienenkästen aufgetaucht. Größere Schäden aber sind nicht aufgetreten. Doch das auf dem ersten Blick possierliche Tier ist nicht zu unterschätzen. „Waschbären stellen eine erhebliche Gefahr für die gefährdete Sumpfschildkröte und lokal auch für stark gefährdete Amphibienarten wie etwa die Gelbbauchunke dar“, teilt das Landratsamt mit.

Da der äußerst anpassungsfähige Waschbär auch effektiv Baumverstecke wie Spalten, Höhlen oder auch künstliche Nisthilfen auf Nahrung kontrollieren könne und sogar Baummardern überlegen sei, stelle er eine ernste Gefahr für heimische Fledermäuse und gewisse Vogelarten dar. Auch Bodenbrüter laufen Gefahr, von ihm gefressen zu werden. Zudem könnte der Waschbär einen ebenfalls aus Nordamerika eingeschleppten Spulwurm auf Menschen übertragen.

Das Landratsamt weist darauf hin, dass es sich bei Waschbären um eine „invasive Art“ handelt, also um eine gebietsfremde Tierart, die keinem besonderen Schutz unterliegt. Im Gegenteil. „Waschbären haben keine Schonzeit und können ganzjährig gejagt werden“, sagt Droste. Dies haben im vergangenen zwei weitere Waschbären im Augsburger Land zu spüren bekommen: Sie wurden erschossen.

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar: Waschbären sind keine heimischen Wildtiere

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