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Kutzenhausen-Rommelsried

21.11.2018

Wasser: Wie kam der Siebenschläfer in den Hochbehälter?

Im Naturmuseum in Augsburg gibt es einen ausgestopften Siebenschläfer.
Bild: Silvio Wyszengrad (Archivfoto)

Hochbehälter müssen sicher sein, sagt das Gesundheitsamt. Wie es jetzt in Rommelsried mit dem Wasser weitergeht.

Knapp so groß wie ein Eichhörnchen aber mit einem anderen Schwanz, dazu niedliche Knopfaugen – das ist der Siebenschläfer. Wie kann solch ein relativ großes Tier in einen Trinkwasser-Hochbehälter gelangen? Die Antwort des Gesundheitsamtes ist eindeutig: Diese Frage muss sich jetzt die Gemeinde Kutzenhausen stellen. Das Amt erklärt auf Nachfrage: „Grundsätzlich sind Anlagen der Wasserversorgung, ganz speziell Trinkwasserbehälter, so zu gestalten, dass ein Zutritt von Insekten und Wirbeltieren sicher verhindert wird.“ Was nun für die Anlage in Rommelsried passieren muss: Eine Gefährdungs- und Risikoanalyse muss erstellt werden.

Die Schwachstelle am Brunnen: der Luftfilter

Doch, so betont das Gesundheitsamt, solch eine Bewertung der Wasserversorgung müsse von allen Trägern regelmäßig für alle Anlagen auf den neuesten Stand gebracht werden. Das gehöre zum Risikomanagement; die Versorger seien gesetzlich dazu verpflichtet.

Ein Problem für die Kommunen dabei: Bei der Wasserversorgung gibt es keinen Bestandsschutz. Das bedeutet, dass eine Anlage, die bei ihrer Erstellung technisch modern war und allen damaligen Vorgaben entsprochen hat, ein Jahr später schon wieder veraltet sein kann. Für die Wasserversorgung in Rommelsried heißt das zunächst einmal, dass die Gemeinde verhindern muss, dass in Zukunft wieder ein Tier in den Hochbehälter gelangen kann. Als eine Schwachstelle an Brunnen stellten sich gerade die Luftfilter heraus. Fachleute gehen davon aus, dass diese bei 95 Prozent der bayerischen Anlagen veraltet sind.

Aktuell wird das Wasser in Rommelsried nun täglich untersucht

Wie berichtet war in der Wasserprobe vom vergangenen Freitag eine erhöhte Konzentration coliformer Keime gefunden worden – wie viele, das sei unerheblich und werde vom Gesundheitsamt auch nicht öffentlich gemacht, heißt es von dort, denn: Egal, wie viele krankmachende Keime gefunden werden – der Grenzwert liege auf jeden Fall bei null Keimen. Coliforme Keime müssen nicht an sich krankheitserregend sein. Sie sind aber ein Indikator dafür, dass die natürliche Schutzbarriere des Wassers durchbrochen wurde, hier ganz offensichtlich durch den im Hochbehälter ertrunkenen Siebenschläfer. Auch die Wasserprobe vom Samstag und die folgenden enthielten noch coliforme Keime. Aktuell wird das Wasser in dem Kutzenhausener Ortsteil nun täglich untersucht.

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