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Bonstetten

27.06.2019

Wie Bonstetten grüner werden soll

Bonstetten möchte mehr für die Artenvielfalt tun. Dazu sind nun einige Maßnahmen beschlossen worden. 
Bild: Wolfgang Sellmeier (Symbol)

Die Gemeinde hat sich in Sachen Artenschutz eine Menge vorgenommen. Jetzt ist ein Maßnahmenkatalog beschlossen worden

Die Kommune unterm Stauffersberg will grüner werden – und macht jetzt Nägel mit Köpfen. In der jüngsten Sitzung hat der Bonstetter Gemeinderat ein Erhaltungs- und Bepflanzungskonzept von gemeindlichen Flächen mit konkreten Handlungsvorschlägen verabschiedet. Einstimmig, zumal ein halbes Jahr nach dem erfolgreichen Volksbegehren zur Artenvielfalt dieses Thema überall eine dominierende Rolle einzunehmen scheint, etwa mit Patenschaften.

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Bürgermeister Anton Gleich wollte in dem von Landschaftsarchitekt Hans Marz ausführlich vorgestellten Programm einen „Leitfaden für uns alle erkennen“, an dem man sich in Zukunft orientieren werde. Die einhellige Verabschiedung des von dem Umweltexperten vorgelegten Grün-Programms mit Blühwiesen, Totholzarealen und weiteren biotopartigen Grundstücken fiel unter anderem deshalb leicht, zumal sie im Besitz der Kommune stehen. Das heißt, dass langwierige Verhandlungen mit anderen Eignern erst gar nicht anfallen. Die ungenutzten Bereiche, im Fachjargon von Planern auch als „Eh-da-Flächen“ bezeichnet, hatte der Planer aus Dinkelscherben bereits vor Monaten in Augenschein genommen (wir berichteten).

Es soll weniger gemäht werden

Die aus dieser ausgiebigen Ortsbegehung entstandenen Ideen kamen gut an. So riet der Referent nicht einfach zur Rückkehr zur Handsense, sondern sprach sich im Ort für eine „differenzierte Pflege“ aus. Als Beispiel nannte Hans Marz etwa das Vorgehen entlang von Straßen mit Leitpfosten, die aus Gründen der Verkehrssicherheit zwar sichtbar bleiben, aber nur über einen kleineren Streifen freigelegt werden sollten. „Es könnte individuell, je nach Erfordernis gemäht werden“, bat der Gast, der sich grundsätzlich für eine allgemeine Zurückhaltung bei der Mahd ausspricht. Sehr im Sinne von Gemeinderätin Peter Zinnert-Fassl, die dort auf das bisherige ihrer Ansicht nach „radikale Vorgehen“ hinwies. An anderen Stellen der Gemeinde, etwa im Nordwesten, westlich des Friedhofs sowie Richtung Pferdekoppel machte Hans Marz potenzielle Flecken für Artenvielfalt aus. „Da gibt es Gebiete, in denen zum Beispiel schon viel Insektenleben vorherrscht oder Bereiche mit Totholzhaufen, die gute Lebensräume für Eidechsen und Wildbienen darstellen.“

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Grüne: „Wir fordern das schon seit Jahren“

Für diese blühenden Einfälle wollte sich Ratsmitglied Leo Kränzle einerseits bedanken, machte jedoch deutlich, dass man dabei bei den Grünen offene Türen eintrete: „Wir fordern das schon seit Jahren, etwa bei der Gestaltung der Dorfwiese – wir wurden damit aber lange nicht ernst genommen“, bemängelte er und forderte gleichzeitig ein „Monitoring“ nach der begonnenen Umsetzung der Vorschläge. „Da muss man immer hinschauen, was gerade passiert.“ Zum Wegschauen empfand Experte Hans Marz den auch andernorts bestehenden Notstand bei der Saatgut-Beschaffung, die vom Landkreis finanziell unterstützt werden soll. „Da gibt es derzeit Lieferzeiten bis zu sieben Wochen – eine völlig verrückte Entwicklung.“

Hintergrund sind die vielfältigen Aktivitäten zur Artenvielfalt in der gesamten Region. Allerdings herrscht für Petra Zinnert-Fassl dennoch weiterer Aufklärungsbedarf: „Sie sollten bei einem Vortrag unsere Bürger über die Möglichkeiten informieren, was man bei sich daheim im eigenen Garten tun kann.“

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