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Städteplanung

04.07.2020

Wie will Gersthofen das Zentrum aufwerten?

Eine Untersuchung soll Perspektiven aufzeigen. Das gefällt nicht allen Räten

Viele alte Gebäude, die voraussichtlich in wenigen Jahren leerstehen werden. Dazu moderne Wohngebäude: Vielschichtig sieht die Bebauung im Gersthofer Stadtzentrum aus. Um künftig diesen Bereich aufzuwerten und eine geordnete Weiterentwicklung zu bekommen, leitet die Stadt eine „städtebauliche Sanierungsmaßnahme“ ein. Der Planungsausschuss beschloss nun eine Satzung mit einigen Eckpunkten, die untersucht werden sollen.

In einer vorbereitenden Untersuchung des Augsburger Planungsbüros OPLA wurde der Gersthofer Innenstadtbereich als Problemgebiet ermittelt. Zu den zahlreichen vorläufigen Zielen der Sanierungsmaßnahme gehören dabei unter anderem eine Gestaltung und Aufwertung der Bauernstraße, die Bevorzugung des Langsamverkehrs. Weiter sollen Gebäude mit hohem Sanierungsbedarf entwickelt, saniert und aufgewertet werden. Der Standort der Pestalozzischule soll gesichert, Erweiterungsflächen genutzt werden. Landwirtschaftlichen Betrieben soll eine Neuorientierung ermöglicht werden.

Für die „Neue Mitte“ gelten folgende Ziele: Das Umfeld der Strasser-Villa, also die Potenzialfläche, soll ein „attraktiver Raum“ des Treffpunkts, der Kommunikation sowie des Einkaufens und Versorgens werden. Dazu soll dieser neue Bereich mit dem Rathausplatz sowie dem Vorplatz des Ballonmuseums besser verknüpft werden.

Im Zuge dieser Veränderungen soll auch der Stadtpark entweder als Potenzialfläche gegebenenfalls für eine Bebauung verändert werden. Alternativ wird untersucht, wie die Zugänge vom Rathausplatz, dem City-Center und der Augsburger Straße aus zum Stadtpark verbessert werden können, um das bisherige Schattendasein der Grünfläche zu beenden. In den Umgriff eingeschlossen ist ebenfalls der Nogent-Park. Denn dessen Gestaltung hängt davon ab, wie die Sanierung des Hallenbads, aber auch die künftige Erweiterung der Pestalozzischule ausfallen werden. „Die Umgestaltung des Parks war ja auch ein Bestandteil des Bürgerhaushalts“, so Wörle weiter. Um mehr Einfluss auf die Entwicklung des Gebiets nehmen zu können, wird eine Vorkaufssatzung aufgestellt. Damit hat die Stadt Gersthofen den ersten Zugriff, wenn ein Grundstück zum Verkauf steht. Von dieser Möglichkeit wurde bereits Ende vergangenen Jahres beim Kauf des „Gersthofer Lochs“ Gebrauch gemacht.

Um diese und noch viele weitere künftige Ziele, die sich im Zuge der Untersuchungen herausbilden werden, zu verwirklichen, beschloss der Planungsausschuss, einige alte Bebauungspläne nördlich der Bahnhofstraße und zwischen Mendelssohnstraße im Westen, Augsburger Straße im Osten und Thyssenstraße im Norden zu ändern. „Wir können dann sehen, was wir in Zukunft dort haben wollen“, erklärte Bürgermeister Michael Wörle.

Albert Kaps (Pro Gersthofen) betonte: „Wir haben bisher diese Satzung abgelehnt und tun es weiter.“ Sie bedeute teilweise große Einschränkungen und Nachteile für die Bürger im Vergleich zum heutigen Zustand. CSU-Fraktionsvorsitzende Frank Arloth sah in der Satzung „die konsequente Fortsetzung dessen, was bisher beschlossen wurde“. Und auch wenn die Möglichkeit grundsätzlich bestehe: „Enteignen werden wir nicht“, machte Arloth deutlich.

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